Deutschland, Telekommunikation

Funk von kritischer Infrastruktur leicht abhörbar

08.01.2026 - 22:17:54 | dpa.de

Viele Haftanstalten, FlughĂ€fen und Energieversorger nutzen unverschlĂŒsselte Funknetze - auch um Kosten zu sparen. Warum Experten das als Risiko fĂŒr die Sicherheit sehen.

Der Digitalfunk von zahlreichen Haftanstalten lÀsst sich mit einem geringen technischen Aufwand auch aus der Ferne abhören. - Foto: Soeren Stache/dpa
Der Digitalfunk von zahlreichen Haftanstalten lÀsst sich mit einem geringen technischen Aufwand auch aus der Ferne abhören. - Foto: Soeren Stache/dpa

Etliche Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Deutschland kommunizieren mit ungeschĂŒtzter Funktechnik. Der Digitalfunk zahlreicher Haftanstalten, FlughĂ€fen und Energieversorger lĂ€sst sich mit geringem technischen Aufwand auch aus der Ferne abhören, weil die Betreiber auf die VerschlĂŒsselung ihrer Netze verzichten, wie die «Wirtschaftswoche» berichtet.

Die AG Kritis, eine anerkannte unabhĂ€ngige Arbeitsgruppe von Fachleuten fĂŒr den Schutz kritischer Infrastrukturen, beklagte im Magazin: «Dass kritische Infrastruktur ĂŒber ungesicherte Funknetze kommuniziert, ist ein sicherheitspolitisches Armutszeugnis.» Man öffne Angreifern TĂŒr und Tor, gefĂ€hrde die Versorgungssicherheit und letztlich Menschenleben, sagte der Sprecher der AG, Thomas Blinn. 

Dem Bericht nach reicht ein Laptop, eine frei verfĂŒgbare Software sowie etwas technisches VerstĂ€ndnis, um die GesprĂ€che abzuhören. Dabei könnten auch vertrauliche oder sensible Informationen abgefangen werden. 

Auf VerschlĂŒsselung verzichtet

In Deutschland sind mehr als 300 digitale Funknetze auf Basis des Tetra-Standards aktiv. Das ist eine Technik, auf der auch der Polizeifunk basiert. Dieser ist mehrfach verschlĂŒsselt und gilt als abhörsicher. In mehreren Haftanstalten, FlughĂ€fen sowie bei Energieversorgungseinrichtungen werde jedoch eine Version des Tetra-Netzes eingesetzt, die ohne VerschlĂŒsselung auskomme, schrieb das Magazin und verwies auf KostengrĂŒnde.

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