Vier kritische Schwachstellen: Apple, Microsoft und Broadcom aktiv angegriffen
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 13:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat vier kritische Schwachstellen in Produkten von Apple, Microsoft und Broadcom in ihren Katalog bekannter, aktiv ausgenutzter Sicherheitslücken (KEV) aufgenommen. Bundesbehörden (FCEB) müssen die betroffenen Systeme bis zum 21. August 2026 absichern, wie die Behörde mitteilte.
macOS-Lücke wird für Krypto-Mining missbraucht
Im Zentrum der Warnung steht CVE-2026-65400, eine mit einem CVSS-Wert von 9,8 bewertete Schwachstelle in der Bildschirmfreigabe von macOS. Über die Lücke können Angreifer sich per Netzwerkzugriff bei Screen Sharing authentifizieren, ohne Anmeldedaten vorlegen zu müssen, und erhalten dabei Root-Zugriff.
Nach Angaben von Microsoft Threat Intelligence installieren Angreifer nach erfolgreicher Ausnutzung den Monero-Miner XMRig in Version 6.26.0, hinterlegen einen SSH-Key zur Aufrechterhaltung des Zugriffs, löschen Systemprotokolle und verändern die Einstellungen des Packet-Filters.
Betroffen ist laut Microsoft eine begrenzte Zahl von macOS-Systemen. Apple hat die Lücke, die von Alfredo Pesoli vom Sicherheitsunternehmen Bynario entdeckt wurde, inzwischen geschlossen. Die Patches liegen für macOS Sequoia 15.7.9, Sonoma 14.8.9 und Tahoe 26.6.1 vor.
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SharePoint-Schwachstelle nach Veröffentlichung eines Proof-of-Concept ausgenutzt
Ebenfalls in den KEV-Katalog aufgenommen wurde CVE-2026-55040, eine mit CVSS 9,1 eingestufte Schwachstelle in Microsoft SharePoint. Eine schwache Authentifizierung erlaubt es Angreifern, Tokens zu fälschen und sich als Benutzer oder Administratoren auszugeben.
Betroffen sind die On-Premises-Versionen SharePoint Server Subscription Edition, 2019 und 2016; SharePoint Online ist nicht betroffen. Microsoft hatte bereits im Juli 2026 entsprechende Patches veröffentlicht. Zur aktiven Ausnutzung kam es laut CISA jedoch erst, nachdem ein Proof-of-Concept-Exploit öffentlich zugänglich wurde.
vCenter-Lücke von China-naher Gruppe für Ransomware genutzt
Die dritte Schwachstelle, CVE-2026-59310 in VMware vCenter, wurde ebenfalls mit einem CVSS-Wert von 9,8 bewertet. Nach Erkenntnissen der CISA nutzt eine China-nahe APT-Gruppe die Lücke aktiv aus. Die Behörde registrierte im Zusammenhang mit den Angriffen 361 IP-Adressen aus 47 Ländern; die Angriffe stehen im Zusammenhang mit der Verbreitung von Babuk-Ransomware.
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Microsoft-IKE-Schwachstelle mit KI-Unterstützung ausgenutzt
Als vierte Lücke führt die CISA CVE-2026-33824 auf, eine Schwachstelle in der Windows-IKE-Erweiterung, ebenfalls mit CVSS 9,8 bewertet. Nicht authentifizierte Angreifer können über manipulierte Datenpakete auf den UDP-Ports 500 und 4500 Code ausführen.
Betroffen sind alle unterstützten Versionen von Windows 10, Windows 11 sowie Windows Server. Nach Angaben der CISA erfolgt die Ausnutzung dieser Lücke mit Unterstützung durch das KI-Modell DeepSeek. Für Bundesbehörden gilt gemäß der Direktive BOD 26-04 eine besonders kurze Frist von drei Tagen zur Behebung.
Dringender Handlungsbedarf
Mit der Aufnahme in den KEV-Katalog verpflichtet die CISA zunächst nur US-Bundesbehörden zur fristgerechten Behebung der Schwachstellen. Angesichts der hohen CVSS-Werte aller vier Lücken sowie der bereits dokumentierten Ausnutzung durch Kriminelle für Krypto-Mining, Identitätsdiebstahl und Ransomware-Angriffe empfiehlt es sich jedoch auch für Unternehmen außerhalb des Behördenumfelds, die betroffenen Apple-, Microsoft- und Broadcom-Produkte umgehend zu überprüfen und verfügbare Patches einzuspielen.
