Vietnam: Acht Millionen Mobilfunkkunden verlieren Anrufe und SMS
15.06.2026 - 08:45:16 | boerse-global.de
In Vietnam haben die großen Mobilfunknetzbetreiber Viettel und VinaPhone die ausgehenden Dienste für Millionen von Teilnehmern eingeschränkt. Grund ist eine fehlende Verifizierung der Nutzerdaten – neue regulatorische Vorgaben machen sie zwingend erforderlich.
Einseitige Dienstsperrung für Millionen Abonnenten
Seit heute Morgen gelten für über acht Millionen Mobilfunkkunden Einschränkungen. Der Marktführer Viettel sperrte ab Mitternacht ausgehende Anrufe und SMS für mehr als fünf Millionen Abonnenten. VinaPhone folgte am Vormittag für fast drei Millionen Kunden.
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Eingehende Anrufe und der mobile Internetzugang bleiben vorerst erhalten.
Die Maßnahme basiert auf dem Rundschreiben 08/2026/TT-BKHCN, das Mitte April in Kraft trat. Es gewährte den Kunden 60 Tage Zeit, ihre Stammdaten abzugleichen – Name, Geburtsdatum, Identitätsnummer und biometrische Merkmale. Laut Telekommunikationsministerium hatten bis Anfang Juni zwar 103 Millionen Kunden ihre Daten hochgeladen, doch bei rund 25 Millionen Nutzern stand die Verifizierung noch aus.
Eskalationsstufen und endgültige Kündigung
Die aktuelle Einweg-Sperrung ist nur die erste Stufe. Verifizieren betroffene Abonnenten ihre Daten nicht innerhalb der nächsten 60 Tage, droht Mitte August eine vollständige Sperrung des Anschlusses. Erfolgt auch danach binnen fünf Tagen keine Aktualisierung, sehen die Bestimmungen die Löschung der Rufnummer und die Kündigung des Vertrags vor.
Eine verschärfte Regelung gilt beim Gerätewechsel: Legt ein Kunde seine SIM-Karte in ein neues Telefon ein, muss er innerhalb von zwei Stunden eine erneute biometrische Gesichtserkennung durchführen. Wer das versäumt, erhält ebenfalls eine Sperrung der ausgehenden Dienste – um Identitätsbetrug vorzubeugen.
Verfahren zur Datenaktualisierung
Die Sperre lässt sich auf verschiedenen Wegen aufheben. Die Verifizierung läuft digital über die offiziellen Apps der Netzbetreiber – My Viettel oder My VNPT – sowie über das staatliche Identitätsportal VNeID.
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Landesweit stehen zudem rund 50.000 physische Servicestellen für die persönliche Registrierung bereit. Für vulnerable Gruppen wie ältere Menschen oder Personen mit Behinderungen haben die Anbieter spezielle Hotlines eingerichtet. Dort können Hausbesuche zur Datenaufnahme angefordert werden.
Hintergrund der Regulierung
Die systematische Überprüfung der Teilnehmerdaten ist Teil einer Sicherheitsinitiative im Telekommunikationssektor. Ziel der Behörden: die Verbreitung von Einweg-SIM-Karten eindämmen. Diese werden häufig für anonyme Spam-Anrufe oder betrügerische Aktivitäten genutzt. Der Abgleich mit der nationalen Datenbank soll sicherstellen, dass jede aktive SIM-Karte einer eindeutig identifizierbaren Person zugeordnet ist.
