Vietnam-Regulierung, Millionen

Vietnam-Regulierung: Fünf Millionen Handy-Nutzer droht Abschaltung ab morgen

14.06.2026 - 17:15:27 | boerse-global.de

Vietnam setzt ab 15. Juni 2026 eine der strengsten SIM-Registrierungen um. Fünf Millionen Viettel-Kunden droht die Abschaltung.

Vietnam verschärft Handy-Regeln: SIM-Sperre droht ab Juni
Vietnam-Regulierung - A person holding a smartphone with a digital facial scan overlay, symbolizing mobile account verification and cybersecurity in Vietnam. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab dem 15. Juni 2026 greift in Vietnam eine der schärfsten Handy-Regulierungen Südostasiens. Wer seine SIM-Karte nicht biometrisch verifiziert hat, dem droht die sofortige Abschaltung.

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Letzte Chance für fünf Millionen Viettel-Kunden

Der staatliche Anbieter Viettel Telecom hat zwar über 90 Prozent seiner Kunden erfolgreich verifiziert, doch rund fünf Millionen Nutzer – etwa sieben Prozent des Kundenstamms – sind noch säumig. Besonders betroffen: Menschen in ländlichen und abgelegenen Gebieten sowie ältere Bürger, denen die digitale Verifizierung schwerfällt. Viettel reagiert mit mobilen Unterstützungsteams und verlängerten Öffnungszeiten in seinen Service-Centern – einige Filialen arbeiten sogar rund um die Uhr.

Auch der Konkurrent VinaPhone meldet Fortschritte: 18 Millionen Abonnenten haben die Identitätsprüfung bereits absolviert, doch drei Millionen Konten sind noch nicht konform.

Das passiert bei fehlender Verifizierung

Die neue Circular 08/2026/TT-BKHCN – seit Mitte April in Kraft – zwingt alle Mobilfunkanbieter zu drastischen Maßnahmen:

  • Ab 15. Juni: Nicht verifizierte Anschlüsse erhalten zunächst eine einseitige Sperre – ausgehende Gespräche sind blockiert, eingehende noch möglich.
  • Nach 60 Tagen: Es folgt die zweiseitige Sperre – weder Anrufe noch Nachrichten sind möglich.
  • Nach weiteren fünf Tagen: Der Anbieter kündigt den Vertrag und gibt die Nummer frei.

Die Regierung begründet die Härte mit der Bekämpfung von Betrug und Cybersicherheitsrisiken. Mobilfunknummern werden in Vietnam zunehmend für Bankgeschäfte und Einmal-Passwörter genutzt – unverifizierte Anschlüsse gelten als Einfallstor für Kriminelle.

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Neue Regeln beim Gerätewechsel

Besonders knifflig: Wer ab dem 15. Juni seine SIM-Karte in ein neues Handy einlegt, muss innerhalb von zwei Stunden ein biometrisches Gesichtsscan-Verfahren durchführen. Das Live-Bild wird mit der nationalen Datenbank oder den hinterlegten Biometriedaten des Anbieters abgeglichen. Schafft der Nutzer das nicht, droht sofort die einseitige Sperre – nach 30 Tagen die zweiseitige, fünf Tage später die endgültige Kündigung.

Internationale Parallelen: USA ziehen nach

Vietnam ist mit dieser Regulierung nicht allein. Auch die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) prüft derzeit neue Know-Your-Customer-Regeln (KYC) für Mobilfunkdienste. Ziel ist es, anonyme „Burner-Phones“ einzudämmen, die häufig für Betrug genutzt werden. Die geplanten Vorschriften verlangen von Anbietern die Erfassung von Namen, Adressen und Ausweisnummern vor der Aktivierung. Die Kommentierungsfrist läuft bis zum 25. Juni 2026 – Verstöße könnten mit bis zu 2.500 Euro pro Anruf geahndet werden.

Während die Maßnahmen in Vietnam bereits Realität sind, bleibt abzuwarten, ob ähnliche Regeln auch in Europa oder Deutschland auf den Prüfstand kommen. Die Entwicklung in Asien zeigt jedenfalls: Der Trend zur lückenlosen Identifizierung von Mobilfunknutzern gewinnt weltweit an Fahrt.

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