Vietnam: SIM-Wechsel erfordert Gesichtserkennung innerhalb 2 Stunden
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 06:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Vietnam gelten seit Mitte Juni 2026 verschärfte Sicherheitsvorgaben für Mobilfunknutzer zum Schutz vor Identitätsdiebstahl und Betrug. Gemäß dem Rundschreiben 08/2026/TT-BKHCN müssen Nutzer beim Wechsel einer SIM-Karte in ein anderes Endgerät innerhalb von zwei Stunden eine biometrische Authentifizierung durchführen. Diese Maßnahme, die primär auf Gesichtserkennung setzt, soll den Missbrauch von Mobilfunkanschlüssen unterbinden.
Sanktionen und Fristen bei fehlender Verifizierung
Die vietnamesischen Behörden setzen auf ein striktes Eskalationsmodell bei Nichteinhaltung der neuen Verifizierungsvorgaben. Erfolgt die erforderliche Authentifizierung nicht innerhalb des zweistündigen Zeitfensters nach dem Gerätewechsel, wird der Anschluss zunächst einseitig gesperrt. Bleibt die biometrische Bestätigung über einen Zeitraum von 30 Tagen aus, folgt eine beidseitige Sperre des Mobilfunkanschlusses. Werden die Daten auch in den darauf folgenden fünf Tagen nicht hinterlegt, wird der Mobilfunkvertrag endgültig gekündigt und die Rufnummer durch die Behörden eingezogen.
Für bestehende Anschlüsse, bei denen die Verifizierung noch aussteht, wurden zudem spezifische Stichtage im August 2026 festgelegt. Ab dem 15. August 2026 ist eine beidseitige Sperre für nicht verifizierte SIM-Karten vorgesehen. Nur wenige Tage später, ab dem 20. August 2026, beginnt der endgültige Entzug der betroffenen Nummern.
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Abgleich mit nationalen Datenbanken
Grundlage für das Verfahren ist der Artikel 8 des Rundschreibens 08/2026/TT-BKHCN. Die biometrischen Merkmale der Nutzer werden dabei unmittelbar mit der nationalen Bevölkerungsdatenbank sowie der CCCD-Datenbank für Bürgeridentität abgeglichen. Insgesamt betrifft diese Maßnahme über 114 Millionen Mobilfunkanschlüsse in Vietnam, die schrittweise mit den staatlichen Datenbeständen synchronisiert werden. Nutzer sind angehalten, ihre hinterlegten Informationen zusätzlich über die staatliche VNeID-App zu überprüfen.
Umsetzungswege am Beispiel von Viettel
Der Mobilfunkanbieter Viettel informierte Ende Juli 2026 über die praktischen Details zur Einhaltung der neuen Richtlinien. Kunden des Unternehmens können die Verifizierung kostenlos über die Viettel Tammi App vornehmen. Dieser digitale Prozess ist in vier Schritte gegliedert und erfordert die Erfassung biometrischer Merkmale über das Smartphone.
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Alternativ bietet der Provider die Möglichkeit an, die Authentifizierung persönlich in Filialen oder an offiziellen Transaktionspunkten durchzuführen. Für Kundenberatungen wurde eine dedizierte Hotline unter der Nummer 1800 8098 eingerichtet. Besondere Unterstützung wird dabei für ältere Menschen sowie für Nutzer ohne Smartphone angeboten, um die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen für alle Bevölkerungsgruppen sicherzustellen. Ziel der Behörden und Mobilfunkbetreiber ist es, durch die lückenlose Verifizierung die Sicherheit im digitalen Raum nachhaltig zu erhöhen.
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