VIR-5500, Erfolg

VIR-5500 zeigt Erfolg: 82 Prozent PSA-Senkung bei fortgeschrittenem Krebs

13.06.2026 - 06:15:36 | boerse-global.de

Studien belegen geringe Vorsorge-Nutzung bei MÀnnern, wÀhrend neue Therapien gegen Prostatakrebs vielversprechende Ergebnisse zeigen.

MĂ€nnergesundheit: Vorsorge-LĂŒcke und neue Krebstherapien im Fokus
VIR-5500 - Ein nachdenklicher Mann in einem Arztzimmer, der medizinische Dokumente betrachtet, mit unscharfem medizinischem Hintergrund. 13.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Aktuelle Daten zeigen: Das System hat ein MĂ€nnerproblem.

Der ewige Streit um den PSA-Test

Die FrĂŒherkennung von Prostatakrebs spaltet die Fachwelt. Ein Cochrane-Review unter Leitung von Prof. Philipp Dahm wertete sechs Studien mit fast 800.000 Teilnehmern aus. Ergebnis: Das PSA-Screening senkt die Sterblichkeit um zwei TodesfĂ€lle pro 1.000 untersuchte MĂ€nner. Statistisch mĂŒssen 500 MĂ€nner gescreent werden, um einen Todesfall zu verhindern.

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Doch der Nutzen zeigt sich erst spĂ€t. In der ERSPC-Studie wurde er erst nach 23 Jahren Nachbeobachtung sichtbar. Dem gegenĂŒber stehen massive Risiken: Zwischen 8 und 47 Prozent der behandelten MĂ€nner leiden unter Inkontinenz oder Impotenz.

Der Gemeinsame Bundesausschuss berĂ€t seit Oktober 2025 ĂŒber ein risikoadaptiertes Screening als Kassenleistung – inklusive MRT. Hintergrund: JĂ€hrlich erkranken ĂŒber 79.600 MĂ€nner neu, rund 15.000 sterben (Stand 2023). Die Wiener Ärztekammer fordert ein strukturiertes Programm mit aktiven Einladungen fĂŒr MĂ€nner zwischen 40 und 70 Jahren. Experten des AKH Wien halten zwei bis drei PSA-Tests im Leben fĂŒr ausreichend – wenn die Intervalle risikobasiert angepasst werden.

Neue Waffe gegen fortgeschrittenen Krebs

WĂ€hrend ĂŒber die FrĂŒherkennung debattiert wird, zeigen neue Therapien fĂŒr fortgeschrittene Stadien Erfolge. Ende Mai 2026 prĂ€sentierte eine Fachkonferenz Daten zu VIR-5500 – einem T-Zell-Engager, der das Immunsystem gezielt gegen Tumorzellen aktiviert.

In einer Phase-1-Studie mit 58 Patienten beobachtete Forscher Johann de Bono signifikante PSA-Senkungen. In der Höchstdosis-Gruppe sank der Wert bei 82 Prozent um mindestens die HĂ€lfte, bei 29 Prozent um ĂŒber 99 Prozent. Besonders spektakulĂ€r: Bei einem 63-jĂ€hrigen Patienten waren nach sechs Behandlungszyklen 14 Lebermetastasen verschwunden. Die Nebenwirkungen blieben bei 88 Prozent der Probanden mild.

Parallel dazu veröffentlichte die PROTEUS-Phase-3-Studie unter Prof. Mary-Ellen Taplin Ergebnisse zu Apalutamid plus Hormonentzug vor und nach Operationen bei lokal begrenztem Prostatakrebs mit hohem Risiko. Eine Leitlinienempfehlung fĂŒr diese perioperative Strategie gibt es noch nicht.

Vorsorge-Muffel MĂ€nner

Die medizinischen Fortschritte nutzen wenig, wenn MĂ€nner nicht zum Arzt gehen. Ein AOK-Gesundheitsreport vom Juni 2026 zeigt: Nur 22,5 Prozent der MĂ€nner im Rheinland nutzen KrebsfrĂŒherkennung. Bundesweit sind es 21,5 Prozent. Zum Vergleich: Jede dritte Frau geht zur Vorsorge. Besonders invasive Untersuchungen wie die Darmspiegelung stoßen bei MĂ€nnern auf Ablehnung.

Wenn die Notaufnahme zur Hausarztpraxis wird

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Ein zweites Problemfeld ist die Fehlsteuerung im Notfall. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse aus Herbst 2025 untersuchte das Verhalten bei plötzlichen Gesundheitsproblemen außerhalb der Praxiszeiten. In ThĂŒringen erlebten 35 Prozent der Befragten in den letzten drei Jahren eine solche Situation.

Davon fuhren 36 Prozent direkt in die Notaufnahme, 17 Prozent riefen den Rettungsdienst. Nur jeder FĂŒnfte nutzte die Bereitschaftsnummer 116117. Besonders alarmierend: 13 Prozent der Notaufnahme-Besucher stuften ihre Behandlung im Nachhinein als unnötig ein. 2024 wurden in ThĂŒringen 263.000 Notaufnahme-Behandlungen registriert.

In Österreich zeigen sich Ă€hnliche Muster. Laut Daten der Plattform Notfallmedizin war bei rund 50 Prozent der RettungseinsĂ€tze kein Arzt nötig. Experten fordern eine Notfallreform mit qualifizierter ErsteinschĂ€tzung und Integrierten Notfallzentren (INZ). Eine bessere Ausbildung von NotfallsanitĂ€tern könnte langfristig Kosten sparen und Ă€rztliche Ressourcen schonen.

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