Visa Blockchain-Kreditmodell: Settlement-Volumen springt auf 20 Mrd. Dollar
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 10:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Zahlungsdienstleister Visa hat ein neues Onchain-Kreditmodell angekündigt, das Settlement-Daten aus dem hauseigenen Netzwerk VisaNet mit Blockchain-basierten Kreditmechanismen verknüpft. Diese Integration zielt darauf ab, die Liquidität für Stablecoin-Kartenprogramme zu optimieren und die Finanzierungskosten für Marktteilnehmer deutlich zu senken.
Starkes Wachstum bei Stablecoin-Zahlungsvolumen
Die Einführung des neuen Modells erfolgt vor dem Hintergrund einer massiven Zunahme von Krypto-basierten Zahlungslösungen im bestehenden Finanzsystem. Visa verzeichnete zuletzt ein Netzwerk von über 160 Stablecoin-Kartenprogrammen. Das damit verbundene Zahlungsvolumen stieg im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 200 Prozent.
Besonders deutlich zeigt sich das Wachstum beim jährlichen Settlement-Volumen, das laut Unternehmensangaben einen Wert von 20 Milliarden US-Dollar erreicht hat. Dies entspricht einer Steigerung um mehr als das Fünfzehnfache gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Um diese Volumina effizienter zu bewirtschaften, öffnet das Unternehmen nun seine VisaNet-Settlement-Daten für Blockchain-Kreditgeber, um eine präzisere Risikobewertung und Finanzierung zu ermöglichen.
Effizienzsteigerung durch automatisierte Kreditprozesse
Durch die Nutzung des Onchain-Kreditmodells lassen sich die Kreditkosten für Stablecoin-Kartenprogramme laut Visa um bis zu 30 Prozent senken. Ein wesentlicher Faktor hierfür ist die Automatisierung der Prozesse. So setzt etwa der Partner Credit Coop den sogenannten „Spigot-Smart-Contract“ ein, um Rückzahlungen automatisiert abzuwickeln.
Seit dem Jahr 2023 finanzierte Credit Coop über dieses Modell ein Settlement-Volumen von 2,5 Milliarden US-Dollar. Dabei wurden mehr als 3.000 Kreditereignisse und rund 9.000 Rückzahlungen dokumentiert, wobei das Unternehmen bisher keine Ausfälle verzeichnete.
Wer sich mit der zunehmenden Digitalisierung von Finanzprozessen befasst, muss auch die damit verbundenen Sicherheitsrisiken im Blick behalten. Dieses kostenlose E-Book unterstützt Unternehmer dabei, Sicherheitslücken proaktiv zu schließen und neue gesetzliche Anforderungen souverän zu erfüllen. IT-Sicherheits-Leitfaden für Unternehmen kostenlos anfordern
Ein prominenter Nutzer dieser Infrastruktur ist Rain, ein „Visa Principal Member“, das seit August 2023 rund 2 Milliarden US-Dollar über das Onchain-Modell finanziert hat. Im Rahmen dieser Transaktionen fielen Zinsen in Höhe von 1,58 Millionen US-Dollar an. Auch Rain berichtete bei über 7.000 Rückzahlungsereignissen von einer ausfallfreien Bilanz.
Regulatorischer Rahmen und technologische Risiken
Die fortschreitende Integration von Onchain-Finanzierungen in die klassische Zahlungsinfrastruktur wird durch rechtliche Entwicklungen flankiert. Bereits am 18. Juli 2025 schuf der GENIUS Act einen spezifischen Regulierungsrahmen für Stablecoins, der Unternehmen wie Visa und deren Partnern mehr Planungssicherheit bietet.
Dass dieser Track-Record auch für die Kapitalbeschaffung relevant ist, zeigte sich am 1. Juni 2026, als das Unternehmen Karta eine Finanzierung in Höhe von 140 Millionen US-Dollar sicherte, die maßgeblich auf den dokumentierten Onchain-Erfolgen basierte.
Mit neuen Technologien wie KI und Blockchain entstehen auch neue rechtliche Pflichten für die Unternehmensführung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Cyberrisiken und gesetzlichen Vorgaben Sie jetzt kennen müssen, um Ihren Betrieb langfristig abzusichern. Gratis-Report zu Cyber-Security und KI-Gesetzen herunterladen
Trotz der wirtschaftlichen Vorteile benannte Visa auch potenzielle Risiken des neuen Modells. Dazu gehören neben allgemeinen Unsicherheiten bei der zukünftigen Regulierung vor allem technische Risiken im Zusammenhang mit Smart Contracts sowie offene Fragen beim Datenschutz, die bei der Verknüpfung von Netzwerkdaten mit öffentlichen Blockchains entstehen können.
