Vitamin, B12

Vitamin B12: Jeder vierte ĂŒber 65 Jahre unterversorgt

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 12:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vitamin B12, D und Omega-3 stehen im Mittelpunkt. Studien zeigen zudem AnsÀtze zu Kreatin, HyaluronsÀure, ErnÀhrung und Gewichtskontrolle.

Gesund ab 60: Welche NĂ€hrstoffe und Strategien helfen
Frischer Spinat und Scheiben von Vollkornbrot auf einem rustikalen Holztisch bei natĂŒrlichem Tageslicht Illustration mit AI erstellt.

Mit steigendem Lebensalter verĂ€ndert sich der NĂ€hrstoffbedarf des Körpers spĂŒrbar. Aktuelle Ratgeber und Studien beleuchten, welche PrĂ€parate und Verhaltensweisen tatsĂ€chlich zur PrĂ€vention altersbedingter EntzĂŒndungsprozesse beitragen können – und wo Vorsicht geboten ist.

Vitamine ab 60: B12, D und Omega-3 im Fokus

Ab dem 60. Lebensjahr steigt laut Ärztin Constanze Lohse der Bedarf an bestimmten MikronĂ€hrstoffen deutlich. Besonders kritisch ist Vitamin B12: Jeder vierte Mensch ĂŒber 65 Jahren ist damit schlecht versorgt, die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfiehlt 4 Mikrogramm pro Tag.

Auch Vitamin D verdient Aufmerksamkeit, da ein Mangel Osteoporose begĂŒnstigen kann. Bei Omega-3-FettsĂ€uren gilt laut Lohse rund drei Viertel der deutschen Bevölkerung als unterversorgt.

Magnesium: Bedarf meist ĂŒber ErnĂ€hrung gedeckt

Bei Magnesium empfiehlt die DGE fĂŒr Frauen ab 25 Jahren 300 Milligramm tĂ€glich, fĂŒr MĂ€nner 350 Milligramm. Der Bedarf lĂ€sst sich in der Regel ĂŒber die ErnĂ€hrung decken – zwei Scheiben Vollkornbrot liefern etwa 55 Milligramm, eine Portion Spinat rund 90 Milligramm. Eine Supplementierung ist demnach nur bei nachgewiesenem Mangel sinnvoll.

Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) empfiehlt eine Höchstmenge von 250 Milligramm pro Tag ĂŒber NahrungsergĂ€nzungsmittel, ab 300 Milligramm sind DurchfĂ€lle möglich. Die Verbraucherzentrale stellte fest, dass mehr als die HĂ€lfte der getesteten Produkte diese Höchstmenge ĂŒberschreitet.

Kreatin auch ohne Training wirksam

Eine 12-wöchige Studie mit 64 sitzenden Erwachsenen zwischen 45 und 65 Jahren, veröffentlicht im Journal of the International Society of Sports Nutrition, zeigte, dass 10 Gramm Kreatin tÀglich fettfreie Masse und Kraft auch ohne begleitendes Training verbessern können.

Hauptautor Dr. Richard Kreider von der Texas A&M University verweist auf die Standarddosierung von 3 bis 5 Gramm pro Tag. Die US-Behörde FDA stuft Kreatin als „allgemein als sicher anerkannt“ ein.

HyaluronsÀure bei Kniearthrose

Orale HyaluronsĂ€ure mit einem Molekulargewicht von 800 bis 1500 Kilodalton kann bei Kniearthrose Schmerzen und Funktion verbessern. Eine 12-Monats-Studie mit 200 Milligramm tĂ€glich zeigte signifikante Effekte bei Personen bis 70 Jahren. Bei Injektionen gibt die deutsche S3-Leitlinie keine Empfehlung, wĂ€hrend die OARSI eine bedingte Empfehlung ausspricht – die Wirkung setzt nach zwölf Wochen ein und hĂ€lt demnach lĂ€nger an als bei Kortison.

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Glutamin, Fastentraining und SĂŒĂŸstoffe

Studien zu Glutamin zeigen, dass 30 Gramm tĂ€glich ĂŒber weniger als zwei Wochen die Darmbarriere verbessern können; bei Long-COVID-MĂŒdigkeit wurden 10 Gramm tĂ€glich untersucht. Bei gesunden Menschen fĂŒhrt Glutamin nicht zu Muskelwachstum, die Sicherheitsgrenze liegt bei 14 Gramm pro Tag.

Zum Krafttraining wĂ€hrend des Fastens zeigte eine 12-Wochen-Studie Ă€hnliche Verbesserungen bei jungen Erwachsenen, unabhĂ€ngig davon, ob nĂŒchtern oder nach einer Mahlzeit trainiert wurde. Empfohlen wird Training ein bis zwei Stunden nach einer Mahlzeit sowie 20 bis 30 Gramm Protein danach.

Eine MĂ€usestudie aus dem April 2026, veröffentlicht in Frontiers in Nutrition, deutet darauf hin, dass die SĂŒĂŸstoffe Sucralose und Stevia die Darmflora und GenaktivitĂ€t bis zur zweiten Nachkommengeneration verĂ€ndern können, wobei Sucralose stĂ€rkere und dauerhaftere Effekte zeigte.

Organe altern unterschiedlich schnell

Eine im Fachjournal Nature Aging veröffentlichte Analyse von 25.306 Gewebeproben aus dem GTEx-Projekt, basierend auf 970 Verstorbenen im Alter von 21 bis 70 Jahren, zeigt eine biphasische strukturelle Alterung verschiedener Gewebetypen.

Eierstöcke altern demnach in zwei Phasen zwischen 35 und 40 sowie 55 und 60 Jahren, BlutgefĂ€ĂŸe bereits zwischen 30 und 39 Jahren, GebĂ€rmutter und Vagina erst zwischen 50 und 55 Jahren. Die Forscher beobachten dabei aktive EntzĂŒndungsprozesse sowie eine verringerte AktivitĂ€t von Genen fĂŒr Energieproduktion und Reparatur. Sexualhormone gelten als möglicher Taktgeber dieser Prozesse.

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Zucker differenziert betrachten

Der Krebsforscher Dr. Johannes Coy, Entdecker des TKTL1-Gens, differenziert beim Thema Zucker: WĂ€hrend Haushaltszucker und fruktosehaltiger Maissirup den Stoffwechsel ĂŒberlasten und EntzĂŒndungen sowie Fettleber begĂŒnstigen können, gelten „intelligente Zucker“ wie Tagatose und Trehalose als zahnfreundlich, ohne Blutzuckeranstieg und förderlich fĂŒr die Autophagie.

Gewichtskontrolle als Basis

FĂŒr nachhaltigen Gewichtsverlust gilt ein Kaloriendefizit als Grundlage, ergĂ€nzt durch proteinreiche ErnĂ€hrung mit hoher SĂ€ttigung und Muskelschutz sowie Lebensmittel mit niedriger Energiedichte wie GemĂŒse, Obst und Vollkornprodukte. Softdrinks und Alkohol mit 7 Kilokalorien pro Gramm können Erfolge torpedieren, wĂ€hrend Krafttraining den Grundumsatz erhöht. Realistisch gilt ein Gewichtsverlust von 0,5 bis 1 Kilogramm pro Woche.

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