Vitamin-B12-Mangel, Senior

Vitamin-B12-Mangel: Jeder vierte Senior gefährdet – Demenzrisiko um 40%

13.06.2026 - 10:11:47 | boerse-global.de

Neue Forschung zeigt massive Nährstoffdefizite bei Älteren. Experten fordern mehr Bluttests vor Supplementierung und warnen vor erhöhtem Demenzrisiko.

Studie belegt: Jeder vierte Senior hat Vitamin-B12-Mangel
Vitamin-B12-Mangel - Ältere Hände halten eine Auswahl an frischem Obst und Gemüse, im Hintergrund sind verschwommene medizinische Diagramme und Nahrungsergänzungsmittel zu sehen. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Folgen reichen von kognitiven EinbuĂźen bis zu Herz-Kreislauf-Risiken.

Gefährliche Defizite bei Senioren

Eine im Juni 2026 im Fachjournal „Nutrients“ veröffentlichte Studie belegt: Jeder vierte Senior leidet unter Vitamin-B12-Mangel. Die Forscher werteten rund 1.000 Blutproben aus.

Anzeige

Warum Ihr Arzt Ihre Blutwerte möglicherweise falsch deutet – und was Sie dagegen tun können. Dieser kostenlose Ratgeber erklärt, welche Werte wirklich wichtig sind und wie Sie Vitalstoffmängel frühzeitig erkennen. Laborwerte-Selbstcheck jetzt kostenlos herunterladen

Die Ursache liegt in der Physiologie des Alters. Die Magensäureproduktion nimmt ab, ebenso die Bildung des Intrinsic-Faktors – ein Protein, das für die Vitamin-B12-Aufnahme nötig ist.

Die Folgen sind gravierend. Eine Analyse des ICMR-NIN aus dem Jahr 2025 deutet darauf hin, dass ein Mangel an B2, B6, B12 und D das Demenzrisiko um bis zu 40 Prozent erhöhen könnte.

Prof. Dr. Mona Tawab betonte auf dem Pharmacon-Kongress in Meran im Juni 2026: Vor jeder Supplementierung steht ein Bluttest. Nur so lässt sich der tatsächliche Bedarf ermitteln.

Herzschutz durch optimierte Nährstoffe

Neben der Hirngesundheit rückt die Prävention von Herzinfarkten in den Fokus. Die TARGET-D-Studie (2017 bis 2023) zeigt: Ein optimierter Vitamin-D-Spiegel senkt das Risiko für einen zweiten Herzinfarkt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 800 IE Vitamin D täglich. Doch die Blutfettwerte bleiben der entscheidende Faktor.

Die europäischen Leitlinien von 2025 setzen ambitionierte Ziele: Bei sehr hohem Risiko soll das LDL-Cholesterin unter 55 mg/dl liegen, bei hohem Risiko unter 70 mg/dl.

Prof. Dr. Sebastian Kerber wies im Juni 2026 darauf hin, dass ĂĽber 80 Prozent der Risikopatienten in Deutschland diese Werte nicht erreichen.

Anzeige

Geistig fit bleiben bis ins hohe Alter – einfache Alltagsübungen und die richtige Ernährung können Demenz gezielt vorbeugen. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie Ihre Konzentration und Ihr Gedächtnis nachhaltig stärken. Kostenlosen Ratgeber für geistige Fitness sichern

Was der Körper im Alter wirklich braucht

Ernährungsmediziner empfehlen Senioren eine ausreichende Zufuhr von Zink, Selen, Biotin und Omega-3-Fettsäuren. Diese Nährstoffe unterstützen Hautgesundheit und Muskelerhalt.

Der Proteinbedarf steigt im Alter. Während die DGE allgemein 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht empfiehlt, brauchen Menschen ab 65 Jahren mehr. Hinzu kommen mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit täglich.

Armut als Gesundheitsrisiko

Die VersorgungslĂĽcke hat auch eine finanzielle Seite. Die Armutsquote bei Menschen ĂĽber 65 liegt in Deutschland bei 19,5 Prozent. Besonders betroffen: Frauen ĂĽber 75 mit 21,3 Prozent.

Pilotprojekte sollen gegensteuern. In Karlsruhe testen zwei Hausarztpraxen „soziale Rezepte“. Bedürftige Senioren erhalten warme Mittagsmahlzeiten und Sozialberatung – finanziert von der Stadt für sechs Monate.

Die Ergebnisse fließen in einen Aktionsplan für 2027. Auch der Kreis Unna hat im Juni 2026 einen Gesundheitsbericht zur Mangelernährung vorgelegt und setzt auf mobile Beratung.

Milliarden fĂĽr Therapien, weniger Apotheken

Der wachsende Versorgungsbedarf zeigt sich in den Ausgaben. Der Heilmittel-Report 2026 des WIdO verzeichnet eine Verdoppelung der Kosten fĂĽr Physio- und Ergotherapie auf 14,7 Milliarden Euro.

Gleichzeitig schrumpft die Infrastruktur. Zum 31. März 2026 sank die Zahl der Apotheken auf 16.541 Betriebe.

Die Forschung sucht derweil nach weiteren Zusammenhängen. Langzeitstudien wie die UK Biobank (13 Jahre Daten) untersuchen den Zusammenhang zwischen chronischen Entzündungen und altersbedingter Makuladegeneration (AMD).

de | wissenschaft | 69532639 |