Vitamin B12: Niedriges VÀter-Level erhöht Herzfehler-Risiko um 55%
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 00:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Forschungsergebnisse der Fudan-UniversitĂ€t in Shanghai weisen darauf hin, dass die Vitamin-B12-Spiegel beider Elternteile vor der EmpfĂ€ngnis einen maĂgeblichen Einfluss auf das Risiko fĂŒr Geburtsfehler beim Kind haben könnten.
Wie aus einer in den âAnnals of Internal Medicineâ veröffentlichten Kohortenstudie hervorgeht, ĂŒber die unter anderem am 3. September 2026 berichtet wurde, korrelieren niedrige Werte des Vitamins signifikant mit einer höheren Inzidenz von Fehlbildungen.
Datengrundlage und mĂŒtterliche NĂ€hrstoffversorgung
Die Untersuchung der Fudan-UniversitĂ€t stĂŒtzt sich auf eine breite Datenbasis von 3.032 Paaren, bei denen Blutproben weniger als vier Monate vor der EmpfĂ€ngnis entnommen wurden. ZusĂ€tzlich wurden Daten von 17.765 Frauen bis zum vierten Schwangerschaftsmonat ausgewertet.
Die Ergebnisse verdeutlichen laut der Studienanalyse insbesondere bei den MĂŒttern eine starke Korrelation: Bei Frauen mit den höchsten gemessenen B12-Werten sank die HĂ€ufigkeit von Fehlbildungen auf 16,2 FĂ€lle pro 1.000 Schwangerschaften. Im Gegensatz dazu lag dieser Wert bei MĂŒttern mit den niedrigsten B12-Spiegeln bei 49,6 FĂ€llen pro 1.000 Schwangerschaften.
Die Studie differenziert hierbei zwischen verschiedenen Konzentrationsbereichen. MĂŒtter, deren Vitamin-B12-Spiegel unter 148 pmol/L lag, wiesen eine Rate von etwa 50 Geburtsfehlern pro 1.000 Schwangerschaften auf. Bei Werten von mindestens 590 pmol/L sank dieser Wert auf circa 16 FĂ€lle.
VĂ€terliche Faktoren und statistische Schwellenwerte
Ein wesentliches Merkmal der vorliegenden Untersuchung ist die Einbeziehung der vĂ€terlichen NĂ€hrstoffversorgung vor der Zeugung. Die Forscher stellten fest, dass auch die B12-Werte der VĂ€ter mit dem Risiko fĂŒr Fehlbildungen assoziiert sind, wenngleich der Effekt schwĂ€cher ausgeprĂ€gt war als bei den mĂŒtterlichen Werten. Laut den Daten stabilisierte sich das Risiko bei VĂ€tern bereits ab einem mittleren B12-Spiegel.
Konkret zeigten die Daten fĂŒr VĂ€ter mit einem Spiegel von unter 148 pmol/L eine Quote von 55,5 Geburtsfehlern pro 1.000 Schwangerschaften. Bei einem Wert von ?590 pmol/L reduzierte sich diese Zahl auf etwa 24 FĂ€lle. Damit unterstreicht die Analyse, dass die reproduktive Gesundheit nicht allein von der mĂŒtterlichen Versorgung abhĂ€ngt, sondern beide Elternteile eine Rolle spielen könnten.
Wer sich mit der Bedeutung von Vitamin-Spiegeln befasst, sollte die eigenen Blutwerte prÀzise einordnen können. Dieser kostenlose Report erklÀrt verstÀndlich, welche Werte wirklich wichtig sind und wie Sie Ihre Vitalstoff-Versorgung optimieren. Die wichtigsten Blutwerte jetzt selbst verstehen
Die Rolle von Folat und Herz-Kreislauf-Defekten
Neben Vitamin B12 untersuchten die Wissenschaftler auch den Einfluss von Folat. Berichten vom 3. September 2026 zufolge zeigten sich auch hier deutliche Unterschiede: Bei Folat-Spiegeln zwischen 906 und 1131 nmol/L lag die Rate der Fehlbildungen bei etwa 17 pro 1.000 Schwangerschaften, wÀhrend sie bei Werten unter 453 nmol/L auf zirka 26 anstieg.
Interessanterweise handelte es sich bei 98 % der erfassten FĂ€lle um Nicht-Neuralrohrdefekte. Den gröĂten Anteil machten dabei Herz-Kreislauf-Defekte aus, die 55,9 % der beobachteten Fehlbildungen darstellten. Höhere Folat-Spiegel in den roten Blutkörperchen (RBC-Folat) beider Elternteile sowie eine ausreichende mĂŒtterliche Versorgung mit Folat und B12 nach der EmpfĂ€ngnis waren laut der Auswertung ebenfalls mit einem geringeren Risiko assoziiert.
Methodik und Handlungsempfehlungen fĂŒr die Zeit vor der EmpfĂ€ngnis
Trotz der deutlichen statistischen ZusammenhÀnge betonen die Fachleute der Fudan-UniversitÀt, dass die Studie keine KausalitÀt belege. Es handelt sich um eine beobachtete Assoziation innerhalb der untersuchten Kohorte. Dennoch leiten die Forscher aus den Ergebnissen konkrete Empfehlungen ab.
Um einen Mangel an lebenswichtigen Stoffen frĂŒhzeitig zu erkennen, ist die richtige Interpretation der Laborergebnisse entscheidend. Erfahren Sie in diesem 25-seitigen PDF-Leitfaden, wie Sie 10 entscheidende Vitalstoff-Werte fĂŒr Ihre Gesundheit richtig nutzen. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck anfordern
Wie in Berichten von Anfang September 2026 dargelegt wird, raten die Wissenschaftler Paaren mit Kinderwunsch zu einer Supplementierung von FolsÀure und gegebenenfalls Vitamin B12 bereits vor und auch nach der EmpfÀngnis.
Ziel sei es, die NĂ€hrstoffspeicher beider Elternteile zu optimieren, um die Wahrscheinlichkeit fĂŒr die Entwicklung von Geburtsfehlern, insbesondere im Herz-Kreislauf-Bereich, zu minimieren. Die Studie ergĂ€nzt damit die bestehende Forschung zur prĂ€konzeptionellen Gesundheitsvorsorge um die Komponente der vĂ€terlichen NĂ€hrstoffversorgung.
Mehr zum Thema bei Frankfurter Rundschau: âStudie: Mehr Vitamin B12 bei Eltern senkt Risiko fĂŒr Fehlbildungenâ
