Vitamin, Bluterkrankungen

Vitamin C bei Bluterkrankungen: EVITA-Studie verfehlt ihr Hauptziel

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 05:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Phase-2-Studie verfehlte ihr Hauptziel; ein Überlebenssignal bleibt vorlĂ€ufig und muss in einer grĂ¶ĂŸeren Studie geprĂŒft werden.

EVITA-Studie: Vitamin C bremst genetische VerÀnderungen nicht
Ein steriles, modernes klinisches Labor mit hochwertigen AnalysegerĂ€ten und GlasgefĂ€ĂŸen in einer professionellen Forschungsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

In der klinischen Forschung wird seit LÀngerem diskutiert, welche Rolle MikronÀhrstoffe bei bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems spielen können. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der Gabe von hochdosiertem oralem Vitamin C. Eine detaillierte Betrachtung der randomisierten Phase-2-Studie EVITA liefert nun differenzierte Einblicke in das tatsÀchliche Potenzial und die Grenzen dieser Intervention bei spezifischen Bluterkrankungen.

PrimÀres Studienziel bei mutierten Blutzellen verfehlt

Im Rahmen der Phase-2-Studie EVITA untersuchten Forschende die Wirkung einer tĂ€glichen Verabreichung von 1.000 mg oralem Vitamin C im Vergleich zu einem Placebo ĂŒber einen Zeitraum von 12 Monaten. An der Untersuchung nahmen 109 Erwachsene teil, bei denen entweder eine klonale Zytopenie unklarer Signifikanz (CCUS) oder niedrigrisikoide myeloische Malignome diagnostiziert worden waren.

Das Hauptziel der Studie bestand darin, das Fortschreiten genetischer VerĂ€nderungen in den Blutzellen zu bremsen. Dieser primĂ€re Endpunkt wurde jedoch nicht erreicht: Die Verabreichung von 1.000 mg oralem Vitamin C fĂŒhrte nicht zu einer messbaren Verlangsamung abnormer genetischer VerĂ€nderungen in den Blutzellen.

Auch das Wachstum mutierter Blutzellen konnte in der Gruppe der 109 Probanden durch die Gabe von Vitamin C nicht verlangsamt werden. Fachberichte betonen in diesem Zusammenhang ausdrĂŒcklich, dass die Ergebnisse der EVITA-Studie keinesfalls belegen, dass Vitamin C Krebs heilt, behandelt oder dessen Entstehung verhindert.

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Signale beim GesamtĂŒberleben bedĂŒrfen weiterer Forschung

Trotz des verfehlten primĂ€ren Endpunkts lieferte die Auswertung der Phase-2-Studie EVITA einen bemerkenswerten Befund in den sekundĂ€ren Beobachtungen. Eine exploratorische Analyse der Studiendaten zeigte ein lĂ€ngeres GesamtĂŒberleben unter der Einnahme von Vitamin C gegenĂŒber der Placebogruppe.

Wissenschaftlich wird dieses Ergebnis derzeit als rein hypothesengenerierend eingestuft. Ein kausaler Nachweis fĂŒr einen lebensverlĂ€ngernden Nutzen lĂ€sst sich daraus methodisch noch nicht ableiten. Um zu ĂŒberprĂŒfen, ob sich dieser Trend belastbar bestĂ€tigen lĂ€sst, sei laut den Studienauswertungen eine grĂ¶ĂŸere Phase-3-Studie erforderlich.

Ausgangslage und VertrÀglichkeit der Intervention

Ein wichtiger Kontextfaktor der Untersuchung betrifft den Versorgungszustand der Studienteilnehmer: Mehr als die HĂ€lfte der Probanden wies zu Beginn der Untersuchung defiziente oder unzureichende Vitamin-C-Spiegel auf. Dieser Mangelzustand bei einem großen Teil der Kohorte unterstreicht die Relevanz der Basisversorgung bei chronischen Knochenmarkserkrankungen, lĂ€sst jedoch keine direkten RĂŒckschlĂŒsse auf einen therapeutischen Antitumor-Effekt zu.

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Hinsichtlich der Sicherheit erwies sich die tĂ€gliche Dosis von 1.000 mg oralem Vitamin C im Rahmen der Phase-2-Studie EVITA als allgemein gut vertrĂ€glich. Im Vergleich zur Placebogruppe traten unter Vitamin C weniger Nebenwirkungen sowie weniger schwerwiegende unerwĂŒnschte Ereignisse auf.

Dennoch warnen medizinische Einordnungen vor voreiligen SchlĂŒssen und unkontrollierter Selbstdosierung: Bis belastbare Daten aus weiterfĂŒhrenden Phase-3-Studien vorliegen, bleibt die gezielte Gabe von Vitamin C Gegenstand der klinischen PrĂŒfung und kein etablierter Standard in der Therapie myeloischer Erkrankungen.

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