Vitamin, Blutkrebsvorstufen

Vitamin C bei Blutkrebsvorstufen: EVITA-Studie zeigt Überlebenssignal

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 06:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Phase-II-Studie fand ein exploratives Überlebenssignal, aber keinen signifikanten Effekt auf das Wachstum abnormaler Blutzellen.

Vitamin C bei CCUS und MDS: Studie zeigt Überlebenssignal
Ein klares Glasgefäß mit Flüssigkeit auf einem sterilen Labortisch in einem hellen, klinischen Umfeld. Illustration mit AI erstellt.

Neue klinische Daten liefern differenzierte Einblicke in die therapeutische Anwendung von hochdosiertem Vitamin C bei Vorstufen von Blutkrebserkrankungen.

In der randomisierten Phase-II-Studie EVITA untersuchten Forschungsteams in Dänemark und den USA die Effekte einer täglichen Gabe von 1.000 mg Vitamin C über einen Zeitraum von zwölf Monaten im Vergleich zu einem Placebo. An der Untersuchung nahmen 109 Personen teil, die an klonaler Zytopenie unbestimmter Signifikanz (CCUS) oder myelodysplastischen Syndromen (MDS) litten.

Zu Beginn der Studie wies mehr als die Hälfte der teilnehmenden Personen einen Mangel an Vitamin C auf. Durch die einjährige Supplementierung normalisierte sich der entsprechende Blutspiegel bei den Probanden der Interventionsgruppe.

Befunde zu Überleben und Zellwachstum

In der Studie wurden 55 Personen der Vitamin-C-Gruppe und 54 Personen der Kontrollgruppe zugeteilt. Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 33,6 Monaten – entsprechend einem Zeitraum von rund drei Jahren – wurden insgesamt 35 Todesfälle dokumentiert.

Davon entfielen elf Todesfälle auf die Gruppe mit Vitamin-C-Supplementierung und 24 auf die Placebogruppe. Die vorläufige Auswertung zeigte damit ein besseres Überleben unter der Einnahme des Vitamins.

Gleichzeitig verfehlte die Intervention den primären Studienendpunkt: Das Zellwachstum beziehungsweise das Wachstum abnormaler Blutzellen unterschied sich zwischen den beiden Gruppen nicht signifikant.

Die Studienautoren betonen, dass es sich bei den Überlebensdaten um explorative Befunde handelt. Diese müssen zunächst in einer größeren Phase-III-Studie bestätigt werden, weshalb derzeit noch keine allgemeine Empfehlung zur therapeutischen Supplementierung ausgesprochen wird.

Grenzen bei Erkältungen und präventiver Einnahme

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Über den spezifischen klinischen Kontext hinaus wird Ascorbinsäure häufig im Alltag genutzt. Wie Fachleute aus der Inneren Medizin erläutern, verhindert Vitamin C Erkältungskrankheiten in der Allgemeinbevölkerung in den meisten Fällen jedoch nicht. Ausnahmen können demnach allenfalls bei Menschen unter extremen Bedingungen wie schwerer körperlicher Belastung oder extremer Kälte auftreten.

Eine Cochrane-Metaanalyse mit über 11.000 Probanden zeigte, dass eine vorbeugende Einnahme die Erkältungsdauer bei Erwachsenen lediglich um 8 % und bei Kindern um 14 % verkürzen konnte, wobei die Symptome milder ausfielen. Bei einsetzenden Beschwerden entfaltet eine Verabreichung zu Beginn einer Erkältung laut medizinischer Einschätzung eher eine Wirkung als im späteren Verlauf.

Richtwerte, Dosierung und physiologische Grundlagen

Insgesamt existieren neun wasserlösliche Vitamine: acht B-Vitamine sowie Vitamin C. Mit Ausnahme von Vitamin B12 verfügt der menschliche Körper über kaum Speicherkapazitäten für diese Substanzen; Überschüsse scheidet der Organismus in der Regel über den Urin wieder aus.

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Über die gewöhnliche Ernährung lässt sich der Bedarf über diverse Lebensmittel decken. So liefert gedämpfter Kürbis je 100 g beispielsweise 12,2 mg Vitamin C. Paprika weist pro 100 g bei einem Energiegehalt von 37 kcal und 4 g Ballaststoffen eine besonders hohe Konzentration auf: Grüne Paprika enthält doppelt so viel, rote Paprika fast dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen.

Für Erwachsene liegt die tolerierbare Obergrenze bei rund 2.000 mg Vitamin C pro Tag. Höhere Dosen bergen Risiken und können Magen-Darm-Beschwerden sowie die Bildung von Nierensteinen begünstigen.

Bei einer vorliegenden Neigung zu Nierensteinen wird eine Maximalzufuhr von 1 g pro Tag genannt. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und der Verbraucherzentralen können bei einer Dosierung von 3 bis 4 g pro Tag vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

Zudem verdeutlichen epidemiologische Untersuchungen die Notwendigkeit einer vorsichtigen Bewertung künstlicher Zufuhr: Eine französische Beobachtungsstudie an 112.395 Erwachsenen brachte den Zusatzstoff Ascorbinsäure (E300) statistisch mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung.

Beobachtungsdaten belegen allerdings keine ursächlichen Zusammenhänge, unterstreichen jedoch den Bedarf an weiterer systematischer Erforschung isolierter Vitaminzusätze.

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de | wissenschaft | 70185596 |