Vitamin-C-Mangel, Niedriger

Vitamin-C-Mangel: Niedriger Plasma-Spiegel schrumpft Gehirn

13.06.2026 - 07:33:46 | boerse-global.de

Studien belegen den Einfluss von Darmbakterien aufs Gehirn. Vitaminmangel schrumpft die graue Substanz, wĂ€hrend „Food is Medicine“ an Bedeutung gewinnt.

Darm-Hirn-Achse: Wie ErnÀhrung die kognitive Leistung beeinflusst
Vitamin-C-Mangel - Ein stilisiertes Gehirn, das von leuchtenden Neuronenbahnen umrissen wird, ĂŒber gesunden Lebensmitteln wie Obst und GemĂŒse. 13.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Lebensmittel werden zunehmend als prĂ€ventive und therapeutische Maßnahme betrachtet – mit weitreichenden Folgen fĂŒr Medizin und Industrie.

Wie Darmbakterien unser Essverhalten steuern

PD Dr. Veronica Witte von der Leipziger UniversitÀtsmedizin untersucht, wie Stoffwechselprodukte des Mikrobioms den Vagusnerv stimulieren. In einer Studie zeigte sich: Nach der Einnahme eines Chicoreewurzel-PrÀparats nahm die neuronale Antwort auf hochkalorische Lebensmittel ab. Langzeitinterventionsstudien sollen diese Effekte nun validieren.

Anzeige

Der Zusammenhang zwischen ErnĂ€hrung und geistiger Fitness ist wissenschaftlich belegt – erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie Ihr GedĂ€chtnis mit einfachen Alltagstipps und den richtigen NĂ€hrstoffen gezielt stĂ€rken können. 11 praktische Gehirn-Jogging-Übungen jetzt kostenlos sichern

Eine weitere Studie mit 150 Teilnehmern identifizierte spezifische Metabolite als Biomarker fĂŒr frĂŒhe kognitive Defizite. Bei Personen mit leichten BeeintrĂ€chtigungen fanden die Forscher reduzierte Werte neuroprotektiver Stoffe wie Cholin. Gleichzeitig waren neurotoxische Substanzen wie Indoxylsulfat erhöht. Ein Machine-Learning-Modell erreichte bei der Erkennung dieser Defizite eine Genauigkeit von bis zu 84 Prozent.

Vitaminmangel schrumpft das Gehirn

Eine im Fachjournal PLOS ONE veröffentlichte Studie mit ĂŒber 2.000 Teilnehmern ĂŒber 64 Jahren liefert alarmierende Ergebnisse: Niedrige Vitamin-C-Werte im Plasma korrelieren mit geringerer Masse an grauer Substanz und schwĂ€cherer Vernetzung im Default Mode Network (DMN).

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) betont daher die Bedeutung von Vitamin B12 und Omega-3-FettsĂ€uren. Empfohlen werden tĂ€glich 4,0 ”g Vitamin B12 sowie 250 mg EPA und DHA. Eine Übersichtsarbeit aus 2025 untermauert zudem: Mediterrane ErnĂ€hrung mit vielen Ballaststoffen, Polyphenolen und Probiotika kann chronische EntzĂŒndungen reduzieren – ein hĂ€ufiger Auslöser fĂŒr depressive Symptome.

Anzeige

Ob Vitamine oder EntzĂŒndungswerte – wer seine Gesundheit proaktiv schĂŒtzen will, muss seine Blutwerte verstehen. Dieser 25-seitige Gratis-Report von Dr. Ulrich Fricke erklĂ€rt Ihnen verstĂ€ndlich, welche Laborwerte wirklich zĂ€hlen. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck hier herunterladen

„Food is Medicine“: Neue Richtlinie der Ärzte

Auf dem Annual Meeting der American Medical Association (AMA) sprachen sich Delegierte fĂŒr eine neue Richtlinie aus: Medizinisch angepasste Mahlzeiten sollen als evidenzbasierte Interventionen in die Gesundheitsversorgung integriert werden. Das Konzept „Food is Medicine“ gewinnt damit an politischer Schlagkraft.

Die Lebensmittelindustrie reagiert auf die steigende Nachfrage. Marktdaten von Circana zeigen: 62 Prozent der Verbraucher suchen gezielt nach gesunden Snacks, 65 Prozent bevorzugen angereicherte Produkte. Proteinreiche Angebote ohne Zuckerzusatz sowie Lebensmittel mit Probiotika oder Kollagen boomen. Ein Hersteller von Proteinriegeln verzeichnete ein Umsatzplus von 173 Prozent.

Protein aus Luft und Strom

Das finnische Unternehmen Solar Foods nutzt Bakterien, um aus CO2 und Wasserstoff ein proteinreiches Pulver namens „Solein“ herzustellen. Es besteht zu 80 Prozent aus Eiweiß und enthĂ€lt essentielle AminosĂ€uren sowie Vitamin B12. WĂ€hrend Zulassungen in Singapur und den USA bereits vorliegen, wird die Entscheidung fĂŒr die EU noch 2026 erwartet.

Timing ist alles: Front-Loading als Trend

Nicht nur was wir essen, sondern auch wann wird relevant. Beim „Front-Loading“ konsumieren Menschen mehr als 50 Prozent der tĂ€glichen Kalorien vor dem frĂŒhen Abend. Das soll den Stoffwechsel und Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen, indem es die Nahrungszufuhr an den zirkadianen Rhythmus anpasst.

Gleichzeitig warnen Beobachtungsstudien wie die NutriNet-SantĂ©-Studie vor Risiken. Die Analyse von 112.000 Erwachsenen deutet darauf hin: Eine hohe Aufnahme nicht-antioxidativer Konservierungsstoffe könnte das Risiko fĂŒr Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

de | wissenschaft | 69531904 |