Vitamin D: 5.000 IE tÀglich verbessern GedÀchtnis um 13%
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Forschungsergebnisse der Emory University geben neue Einblicke in die Korrelation zwischen der Supplementierung von Vitamin D und der mentalen Fitness im Alter.
Eine im September 2026 in der Fachzeitschrift âSleep Medicineâ thematisierte Untersuchung legt nahe, dass eine vergleichsweise hohe tĂ€gliche Zufuhr des Vitamins positive Auswirkungen auf die kognitiven Funktionen bei Erwachsenen mit spezifischen gesundheitlichen Voraussetzungen haben könnte.
Signifikante MoCA-Wert-Steigerung bei hoher Dosierung
Die Untersuchung der Emory University konzentrierte sich auf eine Gruppe von 54 Erwachsenen mit einem Durchschnittsalter von 67,2 Jahren. Alle Teilnehmer wiesen zum Zeitpunkt der Erhebung sowohl Schlafstörungen als auch eine leichte kognitive BeeintrÀchtigung auf. Das Alter der Probanden lag laut den zugrunde liegenden Daten generell bei mindestens 50 Jahren.
Ein zentrales Ergebnis der Erhebung zeigt, dass Teilnehmer, die tÀglich mindestens 5.000 IE Vitamin D zu sich nahmen, im sogenannten MoCA-Test (Montreal Cognitive Assessment) um mehr als 13 % höhere Werte erzielten als Probanden, die kein Vitamin D supplementierten.
Der MoCA-Test gilt in der Medizin als bewÀhrtes Instrument zur Erfassung von kognitiven Defiziten und beginnenden Demenzerkrankungen. AuffÀllig war dabei, dass niedrigere Dosierungen unterhalb der Schwelle von 5.000 IE pro Tag keine statistisch signifikante Assoziation mit verbesserten Testwerten aufwiesen.
Einordnung der Studienergebnisse und Limitationen
Obwohl die Daten auf ein Potenzial zur Verbesserung kognitiver FĂ€higkeiten hindeuten, ordnen Fachleute die Untersuchung als kleine Pilotstudie ein. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie im Querschnittsdesign. Dies bedeutet, dass die Ergebnisse zwar einen statistischen Zusammenhang aufzeigen, jedoch keine kausalen Beweise fĂŒr die Wirksamkeit liefern. Ein Beleg dafĂŒr, dass Vitamin D effektiv vor Demenz schĂŒtzt, lĂ€sst sich aus diesen Daten zum aktuellen Zeitpunkt nicht ableiten.
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Ein weiterer Aspekt der Forschung betraf die Form des Vitamins: Es konnte kein signifikanter Unterschied in der Wirkung zwischen Vitamin D2 und Vitamin D3 festgestellt werden. Beide Varianten fĂŒhrten bei entsprechender Dosierung zu Ă€hnlichen Beobachtungen in der kognitiven LeistungsfĂ€higkeit der untersuchten Probanden.
Diskrepanz zu offiziellen Verzehrempfehlungen und gesundheitliche Risiken
Die in der Studie beobachtete wirksame Dosis von 5.000 IE tÀglich steht im deutlichen Kontrast zu den gÀngigen Empfehlungen offizieller Gesundheitsbehörden.
Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfiehlt fĂŒr die allgemeine Bevölkerung eine tĂ€gliche Zufuhr von 800 IE Vitamin D. Die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt zudem eine tolerierbare Obergrenze von 4.000 IE pro Tag an, um gesundheitliche BeeintrĂ€chtigungen zu vermeiden.
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Ein Fachanwalt fĂŒr Endokrinologie erlĂ€uterte in diesem Zusammenhang, dass eine tĂ€gliche Aufnahme zwischen 800 und 2.000 IE im Regelfall als unbedenklich gelte. Er warne jedoch ausdrĂŒcklich vor einer langfristigen Einnahme von mehr als 4.000 IE pro Tag ohne medizinische Aufsicht, da dies toxisch wirken könne.
Mögliche Folgen einer Ăberdosierung seien unter anderem Ăbelkeit, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen sowie dauerhafte NierenschĂ€den. Dass die Gefahr einer Ăberdosierung real ist, belegen Daten einer Giftnotzentrale, die bereits im Jahr 2022 insgesamt 162 FĂ€lle von Vitamin-D-Vergiftungen registrierte.
Die aktuellen Ergebnisse der Emory University verdeutlichen somit zwar einen interessanten Forschungsansatz fĂŒr Patienten mit leichten kognitiven EinschrĂ€nkungen und Schlafstörungen, unterstreichen jedoch gleichzeitig die Notwendigkeit, Hochdosis-Therapien streng gegen die bekannten Risiken einer Hypervitaminose abzuwĂ€gen.
Mehr zum Thema bei t-online: âStudie: Höhere Einnahme von Vitamin D könnte das GedĂ€chtnis verbessernâ
