Vitamin D im Herbst: Bis zu 70 Prozent haben einen leichten Mangel
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 20:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Vorfeld des Welttages gegen Osteoporose widmen sich mehrere FachbeitrĂ€ge der Bedeutung einer gezielten ErnĂ€hrung zur StĂ€rkung der Knochensubstanz. Im Fokus der Betrachtungen steht die Frage, wie alltĂ€gliche Lebensmittel und spezifische MikronĂ€hrstoffe zusammenwirken können, um den altersbedingten Abbau von Knochendichte zu verlangsamen und das Skelettsystem prĂ€ventiv zu unterstĂŒtzen. Dabei rĂŒcken unter anderem FrĂŒchte wie Pflaumen sowie eine abgestimmte Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen in den Mittelpunkt.
NĂ€hrstoffdichte von Pflaumen und Empfehlungen zum Verzehr
Pflaumen werden in der ErnÀhrungsberatung hÀufig aufgrund ihrer NÀhrstoffzusammensetzung hervorgehoben. Sie bestehen zu 85 % aus Wasser und liefern pro 100 g einen Brennwert von 45 kcal.
Das NĂ€hrstoffprofil umfasst 0,6 g EiweiĂ, 10 g Kohlenhydrate, 0,2 g Fett sowie 1,7 g Ballaststoffe. An MikronĂ€hrstoffen weisen sie je 100 g unter anderem 5 mg Vitamin C, 0,85 mg Vitamin E, 0,3 mg Eisen, 0,1 mg Zink, 7 mg Magnesium, 8 mg Calcium, 16 mg Phosphor und 180 mg Kalium auf.
Die enthaltenen Ballaststoffe sowie Inhaltsstoffe wie Sorbitol und Isatin können die Darmfunktion unterstĂŒtzen. Ein ĂŒbermĂ€Ăiger Konsum kann jedoch Beschwerden wie BlĂ€hungen, Bauchschmerzen oder Durchfall hervorrufen.
Fachleute raten daher dazu, höchstens 150 g auf einmal zu verzehren. Laut der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) sollte bei ballaststoffreicher Kost ausreichend getrunken werden. Menschen mit einer Fruktoseintoleranz mĂŒssen zudem den enthaltenen Fruchtzucker berĂŒcksichtigen.
MikronÀhrstoffe im Zusammenspiel: Vitamin K, Magnesium und Vitamin D
FĂŒr den Erhalt stabiler Knochenstrukturen ist ein geregelter Mineralstoff- und Knochenstoffwechsel entscheidend. Vitamin K unterstĂŒtzt diesen Stoffwechsel ebenso wie die Blutgerinnung. Gesunde Erwachsene nehmen die benötigten Mengen in der Regel ausreichend ĂŒber die normale Nahrung auf.
Bei einer Behandlung mit dem Gerinnungshemmer Warfarin sollte die Zufuhr von Vitamin K1 möglichst konstant gehalten werden. Direkte Belege fĂŒr spezifische Vorteile von Vitamin-K-ErgĂ€nzungsmitteln bei ZĂ€hnen oder Zahnschmelz liegen hingegen nicht vor.
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Beim Mineralstoff Magnesium gibt die DGE einen tĂ€glichen Richtwert von 300 mg fĂŒr Frauen und 350 mg fĂŒr MĂ€nner an. Sportmediziner RĂŒdiger Reer verweist darauf, dass keine Darreichungsform grundsĂ€tzlich ĂŒberlegen ist, solange die Verbindung vom Körper gut aufgenommen wird; Citrat und Bisglycinat werden dabei meist besser resorbiert als Oxid.
Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) schlĂ€gt eine Höchstmenge von 250 mg Magnesium pro Einzeldosierung in NahrungsergĂ€nzungsmitteln vor. Ab 300 mg pro Tag können Magen-Darm-Beschwerden auftreten, wĂ€hrend Dosen ab 2.500 mg pro Tag lebensgefĂ€hrlich sein können.
Zudem zeigte ein Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW aus dem Jahr 2025, dass Brausetabletten im Schnitt 0,67 g Salz je Tagesdosis enthielten; bei Bluthochdruck empfehlen sich vor dem Hintergrund der allgemeinen Salzgrenze von 6 g tÀglich eher Kapseln oder Tabletten.
ErgĂ€nzend dazu spielt Vitamin D eine wesentliche Rolle. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) weisen im Herbst und Winter bis zu 70 % der Bevölkerung in Deutschland mindestens einen leichten Mangel auf. Ursache ist nach EinschĂ€tzung des Robert Koch-Instituts (RKI), dass die Sonneneinstrahlung von Oktober bis MĂ€rz hierzulande kaum fĂŒr eine ausreichende körpereigene Bildung genĂŒgt.
ErnĂ€hrungsmuster, Muskelkraft und moderne FrĂŒherkennung
Die Knochengesundheit hĂ€ngt eng mit allgemeinen Lebensgewohnheiten zusammen. Die DGE passte im FrĂŒhjahr 2024 ihre Richtlinien âGut essen und trinkenâ an und empfiehlt seither eine Kost aus ĂŒber drei Vierteln pflanzlichen und unter einem Viertel tierischen Lebensmitteln.
Ein verĂ€nderter Lebensstil ist auch vor dem Hintergrund relevant, dass in Deutschland jeder zweite Erwachsene ĂŒbergewichtig und rund jeder FĂŒnfte adipös ist. FĂŒr den Muskelerhalt beziffert die DGE den Proteinbedarf bei Menschen ab 65 Jahren auf einen SchĂ€tzwert von 1,0 g pro Kilogramm Normalgewicht, wĂ€hrend unter 65 Jahren 0,8 g/kg empfohlen werden.
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Neben der ErnÀhrung bleibt körperliche AktivitÀt essenziell. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen an mindestens zwei Tagen pro Woche gezieltes Krafttraining.
Eine Untersuchung aus dem Jahr 1999 mit 46 gesunden Erwachsenen zwischen 65 und 79 Jahren verdeutlichte, dass sich Maximalkraftwerte ĂŒber 24 Wochen hinweg bei einer wöchentlichen Einheit im Schnitt um rund 37 %, bei zwei Einheiten um 42 % und bei drei Einheiten um 40 % verbesserten.
ZusĂ€tzlich zu prĂ€ventiven MaĂnahmen gewinnt die computergestĂŒtzte Diagnostik an Bedeutung. Im Verbundprojekt BMDNow entwickeln das Fraunhofer-Institut fĂŒr Graphische Datenverarbeitung IGD, die Goethe-UniversitĂ€t Frankfurt und garritz online media international eine KI-Software, die Knochendichten einzelner Wirbelkörper direkt aus regulĂ€ren CT-Aufnahmen ermittelt.
Das Verfahren, das 2025 den zweiten Platz beim Wettbewerb âHessen Ideenâ belegte, soll kĂŒnftig Osteopenie und Osteoporose ohne gesonderte Zusatzuntersuchungen frĂŒhzeitig sichtbar machen; eine Zulassung als Medizinprodukt wird innerhalb von ein bis zwei Jahren angestrebt.
