Vitamin D in Deutschland: Von Oktober bis MĂ€rz fehlt ausreichend UVB-Strahlung
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 12:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Vitamin-D-Spiegel des menschlichen Körpers unterliegt im Jahresverlauf deutlichen Schwankungen. Entgegen verbreiteter Annahmen ist die ErnĂ€hrung nicht die primĂ€re Quelle fĂŒr das wichtige Vitamin: Der weitaus gröĂte Anteil wird ĂŒber die körpereigene Bildung in der Haut durch Sonnenlicht bereitgestellt.
FĂŒr körperlich aktive Menschen stellt sich dabei regelmĂ€Ăig die Frage nach dem individuellen Bedarf. Fachleute stellen klar, dass Freizeitsportler nicht mehr Vitamin D benötigen, da sportliche BetĂ€tigung den physiologischen Bedarf nicht erhöht.
Körpereigene Synthese ĂŒber Sonnenlicht als Hauptquelle
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) werden rund 80 bis 90 Prozent des benötigten Vitamin D vom Körper selbst gebildet, sobald UV-Strahlung auf die Haut trifft. Nur etwa 10 bis 20 Prozent stammen aus der Nahrung, da lediglich wenige Lebensmittel wie fetter Seefisch, Innereien, Speisepilze oder Eier nennenswerte Mengen enthalten. Der tĂ€gliche Bedarf liegt laut DGE bei 20 Mikrogramm.
Im Sommer genĂŒgen nach EinschĂ€tzung von Experten bereits wenige Minuten in der Sonne mit unbedecktem Gesicht und freien Armen. In den Mittagsstunden zwischen 11 und 15 Uhr reichen oft knapp fĂŒnf Minuten tĂ€glich aus. Das RKI nennt eine Faustformel von 5 bis 25 Minuten pro Tag, abhĂ€ngig von Faktoren wie Hauttyp, Witterung, Tageszeit, Kleidung und Sonnenschutz.
In Deutschland reicht die UVB-Strahlung der Sonne jedoch zwischen Oktober und MĂ€rz nicht fĂŒr eine ausreichende Vitamin-D-Bildung aus, da die notwendigen Strahlen der WellenlĂ€nge 290 bis 315 Nanometer gefiltert werden und ganzjĂ€hrig nur unterhalb des 35. Breitengrads vorkommen. In den kĂ€lteren Monaten leeren sich die körpereigenen Speicher sukzessive.
Bedeutung fĂŒr Muskulatur, Knochen und Sporttreibende
FĂŒr Sportler ist eine adĂ€quate Versorgung dennoch von grundlegender Bedeutung. Das RKI weist darauf hin, dass Vitamin D Knochen und Muskeln stĂ€rkt. Ein Mangel an Vitamin D, Magnesium oder Calcium kann Muskelschmerzen auslösen. Zu den weiteren Mangel-Symptomen zĂ€hlen laut DGE Knochenschmerzen, ein erhöhtes Risiko fĂŒr KnochenbrĂŒche, MuskelschwĂ€che und InfektanfĂ€lligkeit. Zudem unterstĂŒtzt Vitamin D die Aufnahme von Magnesium im Darm.
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Dass körperliche AktivitĂ€t den Grundbedarf nicht steigert, belegen auch wissenschaftliche Erhebungen zum Versorgungsstatus. In der finnischen Kohortenstudie Northern Finland Birth Cohort 1966 mit ĂŒber 5500 Personen (3650 in der LĂ€ngsschnittanalyse) zeigten sich keine Unterschiede beim Vitamin-D-Status zwischen den Geschlechtern.
Bei den 31-jĂ€hrigen Teilnehmenden lag der 25-Hydroxyvitamin-D-Wert â kurz 25(OH)D â im Winter bei durchschnittlich 43,6 nmol/l, wĂ€hrend er im Sommer 60,8 nmol/l erreichte.
Orientierungswerte und Risiken unkontrollierter Einnahme
Als Zielwert fĂŒr gesunde Menschen gilt laut dem Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) eine Serumkonzentration von 50 nmol/l (20 ng/ml) 25(OH)D, was auch von der DGE und der EuropĂ€ischen Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) als ausreichend fĂŒr die Knochengesundheit eingestuft wird. Werte zwischen 30 und unter 50 nmol/l gelten als suboptimal, wĂ€hrend bei Werten unter 30 nmol/l ein Mangelrisiko besteht.
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WĂ€hrend der Wintermonate von Oktober bis Ostern kann laut Experten eine tĂ€gliche Supplementierung von rund 20 Mikrogramm (800 IU) sinnvoll sein. Die sichere Höchstmenge fĂŒr Erwachsene liegt bei 100 Mikrogramm (4000 IU) pro Tag, deren Einnahme Fachleute nur bei einem nachgewiesenen Mangel empfehlen.
WĂ€hrend eine Ăberdosierung durch natĂŒrliche Sonneneinstrahlung nicht möglich ist, warnt das RKI bei hochdosierten PrĂ€paraten vor Nebenwirkungen wie Ăbelkeit, BauchkrĂ€mpfen, Erbrechen und NierenschĂ€den, da der Körper fettlösliches Vitamin D langfristig speichert.
