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Vitamin D: Stiftung Warentest stuft fĂŒnf von 25 PrĂ€paraten als ungeeignet ein

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 15:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
FachbeitrĂ€ge empfehlen geprĂŒfte NĂ€hrstoffzufuhr und Bewegung; bei Osteoporose sind ErgĂ€nzungsmittel allein nicht ausreichend.
Nahaufnahme eines hölzernen KĂŒchentisches mit frischem GemĂŒse und einem Glas Wasser in warmem Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Erhaltung der Knochengesundheit gewinnt mit zunehmendem Alter an Bedeutung. Nach dem 60. Lebensjahr verĂ€ndern sich der Calciumhaushalt und der Knochenumbau im menschlichen Körper spĂŒrbar.

FachbeitrĂ€ge diskutieren vor diesem Hintergrund den gezielten Einsatz von spezifischen NahrungsergĂ€nzungsmitteln wie Vitamin D3, Vitamin K2 und Magnesium zur UnterstĂŒtzung des Skeletts bei Ă€lteren Menschen. Vor dem Beginn einer Supplementierung raten Mediziner jedoch zu einer ÜberprĂŒfung von Vitamin D, Calcium sowie der Nierenfunktion.

Das Zusammenspiel von Calcium, Vitamin D3 und K2

Im Organismus greifen mehrere NĂ€hrstoffe ineinander, um Knochenmasse zu erhalten. Nach Angaben von Fachleuten benötigt Vitamin D3 das Vitamin K2, damit aufgenommenes Calcium in die Knochen eingelagert wird und nicht in den BlutgefĂ€ĂŸen verbleibt.

Eine isolierte Einnahme von Calcium birgt zudem Nachteile: Ohne ausreichende Begleitstoffe liegt die Resorptionsrate bei lediglich 5 bis 10 Prozent, wĂ€hrend sie in Kombination mit Vitamin D auf 50 bis 70 Prozent steigen kann. Nicht resorbiertes Calcium kann die Entstehung von Nierensteinen begĂŒnstigen.

Erwachsene benötigen im Allgemeinen rund 1000 mg Calcium pro Tag, berechnet aus der Nahrung und möglichen ErgĂ€nzungsmitteln. FĂŒr Frauen ab 51 Jahren sowie MĂ€nner ab 71 Jahren liegt der Bedarf bei etwa 1200 mg tĂ€glich. Einzeldosen sollten auf 500 bis 600 mg oder weniger aufgeteilt werden, da Mengen ĂŒber 500 mg pro Gabe den Organismus belasten können.

Bei den PrĂ€paraten spielt die chemische Form eine Rolle. Calciumcitrat eignet sich insbesondere fĂŒr Menschen, die SĂ€ureblocker einnehmen oder eine geringere MagensĂ€ureproduktion aufweisen, und kann unabhĂ€ngig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Calciumcarbonat benötigt hingegen MagensÀure zur optimalen Aufnahme und sollte daher zu einer Mahlzeit konsumiert werden. Zu EisenprÀparaten wird ein zeitlicher Abstand von mindestens zwei Stunden empfohlen.

Dosierungsempfehlungen und Risiken einer Überversorgung

Beim Vitamin D3 liegen die Zufuhrempfehlungen bei 600 I.E. pro Tag bis zu einem Alter von 70 Jahren und bei 800 I.E. tĂ€glich fĂŒr Personen ab 70 Jahren. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) gibt als Referenzwert 20 ”g pro Tag an, was 800 I.E. entspricht.

Nach EinschĂ€tzung des Bundesinstituts fĂŒr Risikobewertung (BfR) sollten ĂŒber NahrungsergĂ€nzungsmittel maximal 20 ”g beziehungsweise 800 I.E. tĂ€glich zugefĂŒhrt werden. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist darauf hin, dass 80 bis 90 Prozent des Vitamins bei Sonneneinstrahlung im Freien vom Körper selbst gebildet werden, was in Deutschland im Zeitraum von MĂ€rz bis Oktober möglich ist.

Über die Nahrung lassen sich nach fachlicher EinschĂ€tzung nur etwa 10 Prozent des Bedarfs decken. Laut RKI sind 44 Prozent der Erwachsenen in Deutschland ausreichend versorgt; als Risikogruppen gelten Über-65-JĂ€hrige, Personen mit Adipositas, dunklerem Hautton oder geringem Aufenthalt im Sonnenlicht.

Dosen von bis zu 1000 I.E. Vitamin D pro Tag gelten als unbedenklich. Allerdings wies die Stiftung Warentest in ihrer Ausgabe 1/2026 darauf hin, dass viele der 25 geprĂŒften Vitamin-D-PrĂ€parate zu hoch dosiert waren.

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FĂŒnf Produkte wurden als nicht geeignet eingestuft, da bei langfristiger Überdosierung NierenschĂ€den drohen können. Lediglich zwei PrĂ€parate – „Vitamin D compact“ von GSE mit 200 I.E. pro Tag und „Vital Vitamin D“ von RotkĂ€ppchen mit 400 I.E. pro Tag – wurden als geeignet bewertet.

Zudem stehen KombinationsprĂ€parate in der Kritik. Mediziner am UniversitĂ€tsklinikum Hamburg-Eppendorf betonen, dass viele Kombinationen aus Vitamin D und Calcium ein unausgewogenes VerhĂ€ltnis aufweisen – hĂ€ufig seien 600 bis 800 mg Calcium enthalten, aber lediglich 400 I.E. Vitamin D. Zudem zeigte eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2025 mit ĂŒber 40.000 Probandinnen, dass eine kombinierte Gabe bei Frauen nach der Menopause die Knochendichte nicht wesentlich verbesserte und das Frakturrisiko nicht senkte.

Die Bedeutung von Magnesium und Begleitfaktoren

Eine erhöhte Zufuhr von Vitamin D steigert den Bedarf an Magnesium, da der Mineralstoff an ĂŒber 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt ist und den Vitamin-D-Stoffwechsel unterstĂŒtzt. Nach DGE-Angaben liegt der tĂ€gliche Bedarf bei 350 mg fĂŒr MĂ€nner und bei 300 mg fĂŒr Frauen ab 19 Jahren.

Ein echter Mangel tritt hierzulande selten auf. Das BfR empfiehlt eine maximale Tagesdosis von 250 mg Magnesium ĂŒber NahrungsergĂ€nzungsmittel. Höhere Dosen ab 300 mg pro Tag können Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen, wĂ€hrend extrem hohe Gaben ab 2500 mg lebensgefĂ€hrliche Folgen haben können.

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2020 zeigte, dass ĂŒber die HĂ€lfte der untersuchten Produkte diese Höchstmenge ĂŒberschritt. Zudem wies ein Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW aus dem Jahr 2025 darauf hin, dass Magnesium-Brausetabletten im Schnitt 0,67 g Salz je Tagesdosis enthalten, was fĂŒr Patienten mit Bluthochdruck beachtet werden sollte.

Hinsichtlich der Darreichungsformen weisen Fachleute darauf hin, dass organische Verbindungen wie Citrat oder Bisglycinat besser vom Körper verwertet werden als anorganisches Magnesiumoxid. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente raten Fachgesellschaften generell zu einem zeitlichen Sicherheitsabstand von einer bis zwei Stunden.

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Umfassende PrÀvention statt reiner Pilleneinnahme

Der Knochenabbau schreitet ab etwa dem 30. Lebensjahr mit einer Rate von rund 0,5 bis 1 Prozent pro Jahr voran. In Österreich sind SchĂ€tzungen zufolge mehr als 500.000 Menschen von Osteoporose betroffen, zu rund 80 Prozent Frauen. Nach Angaben der spanischen Fachgesellschaft SENPE erleiden eine von drei Frauen und einer von fĂŒnf MĂ€nnern ĂŒber 50 Jahren im Laufe des Lebens eine osteoporotische Fraktur.

Gezielte PrĂ€ventionsmaßnahmen können das Risiko fĂŒr KnochenbrĂŒche um 30 bis 50 Prozent verringern. Fachgruppen stĂŒtzen die Vorbeugung daher auf mehrere SĂ€ulen: Neben einer ausgewogenen Zufuhr von MikronĂ€hrstoffen und einer ausreichenden Proteinmenge von 1,0 bis 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht am Tag stehen ein gezieltes Kraft- und Belastungstraining von 30 bis 40 Minuten an drei bis vier Tagen pro Woche sowie GleichgewichtsĂŒbungen im Vordergrund.

Liegt bereits eine manifeste Osteoporose vor, reichen NahrungsergÀnzungsmittel nicht aus; in diesem Stadium ist eine spezifische, verschreibungspflichtige Pharmakotherapie erforderlich.

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