Vitamin-D-Studie, Kinder

Vitamin-D-Studie: 31.500 Kinder zeigen keinen Infektionsschutz

30.06.2026 - 10:40:22 | boerse-global.de

Experten kritisieren Wachstumsversprechen von Kinder-Supplementen als marketinggetrieben. Neue Studien und Warnungen untermauern die Skepsis.

Wachstumsdrinks für Kinder: Ärzte warnen vor fehlenden Belegen
Vitamin-D-Studie - Eine Kinderhand greift nach einer Flasche mit der Aufschrift „Wachstumsdrink“, umgeben von Pillen und Pulvern. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Fachärzte und Verbraucherschützer schlagen Alarm.

Die Präparate versprechen mehr Körpergröße – doch wissenschaftliche Belege dafür fehlen. „Die Produkte sind primär marketinggetrieben", warnen Kinder- und Jugendmediziner. Statt Wachstum liefern sie oft vor allem eines: viel Zucker. Zudem bestehe die Gefahr von Überdosierungen bestimmter Inhaltsstoffe.

Überflüssige Mittel längst identifiziert

Bereits 2024 listete der Konsumentenschutz rund 20 Nahrungsergänzungsmittel für Kinder als überflüssig auf. Viele enthielten Dosierungen jenseits des empfohlenen Bedarfs – bei hohen Kosten.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) erinnert an die strengen Regeln für Health Claims: Gesundheitsversprechen sind nur mit gesicherter wissenschaftlicher Basis erlaubt. Genau die fehlt bei den Wachstumsprodukten.

Vitamin-D-Studie nährt Zweifel

Die Skepsis gegenüber pauschaler Supplementierung bei Kindern untermauert eine aktuelle Übersichtsarbeit der Universität Auckland. Forscher werteten 107 Studien mit über 31.500 Kindern unter fünf Jahren aus – Thema: Vitamin D gegen Atemwegsinfektionen.

Das Ergebnis ernüchtert: Die Supplementierung reduzierte Arztbesuche nur minimal und nicht signifikant. Selbst höhere Dosen zeigten keinen Durchbruch. Fachleute fordern weitere klinische Studien, bevor allgemeine Empfehlungen möglich sind.

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Die aktuelle Vitamin-D-Studie zeigt: Pauschale Supplementierung bei Kindern bringt oft nicht, was sie verspricht. Unser Ratgeber hilft Ihnen, sinnvolle von überflüssigen Präparaten zu unterscheiden. Jetzt kostenlosen Eltern-Ratgeber anfordern

Gefahr aus dem Kühlregal

Nicht nur Wachstumsversprechen sind problematisch. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnte am Montag vor Glycerin (E 422) in Slush-Eis. Ab 250 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht drohen Kopfschmerzen, Übelkeit und Benommenheit.

Ein 20-Kilo-Kind erreicht diesen Wert bereits mit knapp 200 Millilitern eines durchschnittlich belasteten Slush-Eises.

Parallel beobachten Mediziner eine alarmierende Zunahme von Stoffwechselerkrankungen bei jungen Menschen. Professor Julia Seiderer-Nack wies im Frühjahr 2026 auf die rasante Ausbreitung der nicht-alkoholischen Fettleber (NAFLD) hin. Hauptursachen: Bewegungsmangel und unausgewogene Ernährung mit viel Zucker, gesättigten Fettsäuren und Frittiertem.

Neue Regeln für mehr Transparenz

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Wachstumsdrinks versprechen mehr Körpergröße – doch wissenschaftliche Belege fehlen. Stattdessen drohen Überdosierung und viel Zucker. Erfahren Sie, worauf Sie bei Kinder-Supplementen achten sollten. Ratgeber: Kinder-Supplemente sicher wählen

Seit Montag gilt die neue EU-Frühstücksrichtlinie. Sie bringt strengere Herkunftsdeklarationen für Honig und präzisere Vorgaben für den Fruchtgehalt in Marmeladen.

Experten fordern ähnliche Transparenzregeln für Kinder-Nahrungsergänzungsmittel. Nur so ließen sich Fehlkäufe aufgrund unhaltbarer Marketingversprechen vermeiden.

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