Vitamin D und Magnesium: Wechselspiel verstÀrkt Risiken im Alter
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 09:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Berichte und wissenschaftliche Untersuchungen hinterfragen die Wirksamkeit beliebter NahrungsergÀnzungsmittel bei Àlteren Menschen. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht dabei immer hÀufiger das Zusammenspiel von Vitamin D und Magnesium.
WÀhrend viele Verbraucher auf die prÀventive Einnahme von PrÀparaten setzen, mahnen Experten zur Vorsicht: Das biologische Gleichgewicht zwischen den NÀhrstoffen ist komplex, und eine unkontrollierte Zufuhr birgt mitunter unerwartete Risiken.
Wechselspiel im Körper: Wie Vitamin D und Magnesium interagieren
Zwischen Vitamin D und Magnesium besteht eine enge physiologische AbhĂ€ngigkeit. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) fördert Vitamin D die Aufnahme von Magnesium im Darm. Ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel kann folglich dazu beitragen, die Verwertung des Minerals zu verbessern.
Gleichzeitig verweist die Forschung auf gegenlÀufige Effekte: Prof. Mohammed S. Razzaque vom Lake Erie College of Osteopathic Medicine legte dar, dass Vitamin D bei einem unzureichenden Magnesiumspiegel vom Körper nicht vollstÀndig metabolisiert werden kann.
Werden isolierte Vitamin-D-PrĂ€parate zugefĂŒhrt, können diese die Konzentrationen von Kalzium und Phosphat im Blut erhöhen. Liegt parallel ein Magnesiummangel vor, besteht nach Angaben des Forschers die Gefahr einer GefĂ€Ăkalzifikation.
Der Tagesbedarf an Vitamin D liegt bei 20 Mikrogramm. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) darlegt, bildet der Körper 80 bis 90 Prozent des Bedarfs durch Sonnenlicht selbst, was in Deutschland allerdings nur im Zeitraum von MĂ€rz bis Oktober möglich ist. Das Institut warnt vor einer Ăberdosierung durch Supplemente.
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Referenzwerte und Risikofaktoren fĂŒr einen Mangel
FĂŒr Magnesium liegt der Referenzwert fĂŒr Erwachsene ab 19 Jahren bei 350 Milligramm tĂ€glich fĂŒr MĂ€nner und 300 Milligramm fĂŒr Frauen. Etwa eine von vier erwachsenen Personen nimmt zu wenig Magnesium auf. Dabei benötigen ĂŒber 600 Enzyme das Mineral: Rund 60 Prozent der BestĂ€nde im Körper befinden sich in den Knochen, circa 40 Prozent in Muskeln und Gewebe, wĂ€hrend weniger als ein Prozent im Blut zirkuliert.
Verschiedene Faktoren können den Verlust verstÀrken. So erhöht Stress die Ausscheidung des Minerals. Bei sportlicher Belastung können bis zu 1,8 Liter Schweià pro Stunde anfallen, wodurch die Magnesium-Ausscheidung um bis zu 40 Prozent ansteigen kann.
Neben seiner Rolle im Enzymhaushalt bindet Magnesium im Urin freies Oxalat und soll so die Bildung von Kalziumoxalatsteinen hemmen; niedrige Serummagnesiumwerte gehen mit einer höheren HÀufigkeit von Nierensteinen einher.
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Beobachtungsstudien zu Supplementen im höheren Alter
Mehrere Untersuchungen beleuchten die Einnahme von NahrungsergÀnzungsmitteln bei Àlteren Personen kritisch. Eine im Januar im Fachjournal BMJ Open publizierte Untersuchung an 5.065 US-Amerikanern mit einem Durchschnittsalter von 67,5 Jahren stellte fest, dass die Gabe von Vitamin-D-PrÀparaten bei Personen mit bereits normalen Vitamin-D-Werten mit einem schnelleren kognitiven Abbau verbunden war.
Ăhnliche Beobachtungen gibt es bei anderen NahrungsergĂ€nzungsmitteln: Eine im April im Journal of Prevention of Alzheimer's Disease erschienene Erhebung, die 273 Nutzer mit 546 Nichtnutzern verglich, verzeichnete bei Erwachsenen ab 55 Jahren einen stĂ€rkeren kognitiven Abbau unter der Einnahme von Omega-3-PrĂ€paraten.
FĂŒr Glucosamin zeigte eine Untersuchung vom Juni ein hĂ€ufigeres Fortschreiten von leichten kognitiven BeeintrĂ€chtigungen hin zu einer Demenz innerhalb von fĂŒnf Jahren.
Wissenschaftler weisen darauf hin, dass es sich bei diesen Auswertungen um Beobachtungsstudien handelt. Ein kausaler Ursache-Wirkungs-Nachweis ist damit nicht erbracht, weshalb die Befunde primĂ€r als Anlass fĂŒr eine differenzierte Nutzen-Risiko-AbwĂ€gung vor der Einnahme von NahrungsergĂ€nzungsmitteln dienen.
