Vitamin, Schilddrüse

Vitamin D und Schilddrüse: Studie findet Zusammenhang mit TSH-Werten

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 16:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Untersuchungen aus Indien fanden Korrelationen zwischen Vitamin-D-Werten und Schilddrüsenparametern, belegen jedoch keinen ursächlichen Zusammenhang.
Ein steriles medizinisches Labor mit Reagenzgläsern und einer Zentrifuge in natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Wechselwirkungen zwischen Mikronährstoffen und dem Hormonhaushalt stehen zunehmend im Fokus der medizinischen Forschung. Eine im Oktober 2026 publizierte Untersuchung des Dungarpur Medical College im indischen Bundesstaat Rajasthan liefert neue Daten zum Zusammenspiel von Vitamin-D-Werten und zentralen Schilddrüsenparametern.

Die Arbeit, die unter der Leitung von Dr. Nilesh Kumar Vyas entstand und im Fachjournal Acta Medica International erschien, untersuchte den Status bei Patientinnen und Patienten eines regionalen Krankenhauses.

Ergebnisse der Untersuchung am Dungarpur Medical College

Für die Studie wertete das Forschungsteam um Dr. Nilesh Kumar Vyas, Dr. Jayna Upadhyay Vyas, Dr. Ankita Kharadi, Dr. Hriday Jain und Dr. Vijesh Bhoi Daten von 200 Behandelten des Shri Haridev Joshi District Hospital aus.

Bei den untersuchten Personen lag der durchschnittliche Vitamin-D-Spiegel bei 19,5 ng/ml. Im Rahmen der labormedizinischen Erhebung wurden neben dem Vitamin-D-Status die Konzentrationen des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) sowie des freien T3 und freien T4 analysiert.

Die Auswertung zeigte eine leichte inverse Korrelation zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und den TSH-Werten. Zugleich stellten die Forschenden eine leichte positive Korrelation mit den Werten von freiem T3 und freiem T4 fest.

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Insbesondere bei Personen mit einem schweren Mangel an Vitamin D wiesen die Daten relativ erhöhte TSH-Konzentrationen aus, was als klinischer Hinweis auf eine mögliche Schilddrüsenunterfunktion gewertet werden kann.

Das Forschungsteam wies zugleich auf die methodischen Grenzen der Untersuchung hin: Ein kausaler Zusammenhang lasse sich anhand der Daten nicht belegen, weshalb größere Langzeitstudien erforderlich seien, um die beobachteten Zusammenhänge weiter abzusichern.

Molekulare Beobachtungen bei Schilddrüsenknoten

Ergänzende Einblicke in die Rolle des Vitamin-D-Stoffwechsels bei Erkrankungen der Schilddrüse lieferte bereits eine im August 2026 veröffentlichte Studie des PGIMER Chandigarh unter Leitung von Prof. Rijuneeta Gupta.

In der im Indian Journal of Endocrinology and Metabolism publizierten prospektiven Untersuchung an 40 Erwachsenen mit Schilddrüsenknoten analysierten die Forschenden die Expression von CYP24A1-mRNA, einem Enzym des Vitamin-D-Abbaus.

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Dabei zeigte sich, dass CYP24A1-mRNA in Schilddrüsenknoten im Vergleich zu Normalgewebe signifikant hochreguliert war (p=0,001). Eine ausgeprägte Überexpression trat insbesondere beim papillären Schilddrüsenkarzinom auf, wo sie in 35 Prozent der Fälle nachgewiesen wurde.

Zudem registrierte das Team des PGIMER Chandigarh bei 52,5 Prozent der Gesamtkohorte einen Vitamin-D-Mangel. Dieser betraf 63,2 Prozent (12 von 19) der malignen Fälle gegenüber 31,6 Prozent (6 von 19) der benignen Befunde.

Eine Hypokalzämie lag bei 47,5 Prozent der Teilnehmenden vor, aufgeteilt auf 57,9 Prozent (11 von 19) bei malignen und 21,1 Prozent (4 von 19) bei benignen Erkrankungen. Die Kombination aus TIRADS und Bethesda-Klassifikation identifizierte postoperativ in 43 Prozent der Fälle eine maligne Pathologie.

Statistisch ergab sich eine positive Korrelation zwischen dem Serumkalzium und CYP24A1 sowohl im Knotengewebe (p=0,003) als auch im Normalgewebe (p=0,031) sowie zwischen Vitamin D und Kalzium (p=0,008, r=0,416).

Auch hier schränkten die Forschenden ein, dass die geringe Stichprobengröße von 40 Teilnehmenden und der monozentrische Ansatz die Aussagekraft begrenzen.

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