Vitamin, Belgische

Vitamin D3: Belgische Arzneimittelbehörde warnt vor gefÀhrlichen Dosierungsfehlern

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 04:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Unterschiedliche WirkstÀrken erhöhen laut FAGG das Risiko von Dosierungsfehlern und Vergiftungen, besonders bei Kindern und Àlteren Menschen.
Ein minimalistisches, helles Laborumfeld mit einem Glasbecher auf einem weißen Untergrund, das eine klinische und sachliche AtmosphĂ€re vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Laut einem Bericht vom 15. Oktober 2026 warnt die belgische Arzneimittelbehörde FAGG (FAMHP) vor Dosierungsfehlern bei der Verabreichung von Vitamin D3. Der Grund fĂŒr die Warnung liegt in der großen Bandbreite an im Umlauf befindlichen PrĂ€paraten und unterschiedlichen WirkstĂ€rken.

Bei Verwechslungen hochkonzentrierter PrĂ€parate bestehe die Gefahr von Vergiftungen. Als besonders empfindliche Risikogruppen fĂŒr eine Überdosierung stuft die Behörde SĂ€uglinge, Kinder sowie Ă€ltere Menschen ein.

Gesundheitliche Risiken und Symptome einer Überdosierung

Eine exzessive Einnahme von Vitamin D3 kann laut der Behörde zu einer Hypervitaminose, einer HyperkalzĂ€mie sowie einer HyperphosphatĂ€mie fĂŒhren. Zu den klinischen Symptomen zĂ€hlen Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, ausgeprĂ€gte MĂŒdigkeit, Erbrechen, Verstopfung, Kopfschmerzen und gesteigerter Durst.

DarĂŒber hinaus können SchlĂ€frigkeit, Schwindel, Nierensteine und Herzrhythmusstörungen auftreten. In extremen FĂ€llen drohen Koma oder gar der Tod. Bei einem Verdacht auf eine akute Überdosierung verweist die FAGG auf das Antigifcentrum, das telefonisch unter der Rufnummer 070 245 245 erreichbar ist.

Vielfalt der Darreichungsformen im Markt

Die Ursache fĂŒr Dosierungsfehler liegt hĂ€ufig in der uneinheitlichen Dosierung der MarktprĂ€parate. Nach Angaben der FAGG mit Stand vom 15. September 2026 existieren allein in Belgien zahlreiche unterschiedliche StĂ€rken bei Tropfen, Kapseln und Einzeldosen.

Bei Tropfenlösungen reichen die Konzentrationen von 2.400 I.E./ml (wobei ein Tropfen des PrĂ€parats D-Cure 65 I.E. entspricht) ĂŒber 7.200 I.E./ml (ein Tropfen D-Cure Maxi entspricht 200 I.E.) bis hin zu 14.400 I.E./ml (ein Tropfen Vitamine D Will enthĂ€lt 400 I.E.).

Bei Kapseln und Weichkapseln reicht das Spektrum von 1.000 I.E. ĂŒber 2.500 I.E., 3.200 I.E., 5.600 I.E., 10.000 I.E., 12.500 I.E., 20.000 I.E. und 25.000 I.E. bis zu 50.000 I.E. Einzeldosen stehen zudem in Einheiten von 25.000 I.E. sowie 100.000 I.E. zur VerfĂŒgung. Ohne genaue Beachtung der jeweiligen Konzentration kann es daher schnell zu Fehldosierungen kommen.

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Biochemische Rolle und Zusammenspiel mit Vitamin K2

Biochemisch handelt es sich bei Cholecalciferol (Vitamin D3, CAS 67-97-0) um ein fettlösliches Secosteroid und Prohormon, wie das Unternehmen Ningbo Inno Pharmchem darlegt. Es wird in Leber und Niere zu Calcitriol umgewandelt und steuert die Resorption von Kalzium und Phosphor im Darm, was fĂŒr die SkelettintegritĂ€t und die Knochenmineralisierung wesentlich ist.

Im Organismus arbeitet Vitamin D3 eng mit Vitamin K2 zusammen. WĂ€hrend D3 die Aufnahme von Kalzium steigert, lenkt Vitamin K2 das Kalzium gezielt in Knochen und ZĂ€hne, indem es Osteocalcin aktiviert und zugleich unerwĂŒnschte Kalziumablagerungen in den BlutgefĂ€ĂŸen hemmt.

Laut einem Bericht von Acibadem Life vom 14. Oktober 2026 existieren Menachinon-Derivate vor allem als MK-4 in tierischen Lebensmitteln und als lÀnger wirksames MK-7 in fermentierten Produkten.

Da K2 fettlöslich ist, verbessert die Einnahme mit fetthaltigen Mahlzeiten die Aufnahme. Bei der gleichzeitigen Einnahme von Blutgerinnungshemmern sollte laut Acibadem Life vorab stets Àrztlicher Rat eingeholt werden.

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Richtwerte und wissenschaftliche Befunde zur Supplementierung

Hinsichtlich einer bedarfsgerechten Versorgung empfiehlt die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) bei Bedarf eine tĂ€gliche Zufuhr von 20 ”g (800 IE) Vitamin D. Ein Mangel liegt der Fachgesellschaft zufolge bei Blutwerten von unter 25 bis 30 nmol/l (10 bis 12 ng/ml) vor; ein Zielwert ab 50 nmol/l (20 ng/ml) sei anzustreben.

Ein Umbrella Review ĂŒber 73 Studien aus dem Jahr 2020 zeigte einen statistischen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel und einem erhöhten Risiko fĂŒr akute Atemwegsinfektionen, wobei kein sicherer Schutz nachgewiesen werden konnte.

Eine australische Studie aus dem Jahr 2021 mit mehr als 21.000 Personen im Alter von 60 bis 84 Jahren ergab bei einer monatlichen Gabe von Vitamin D im Vergleich zu einem Placebo keinen signifikanten Unterschied bei Infektionen der Atemwege.

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