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Vitamin-Wässer: 24 von 35 Produkten überdosiert und zu teuer

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 21:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die meisten Menschen decken ihren Magnesiumbedarf über die Nahrung. Experten raten zur Vorsicht bei überdosierten Vitamin-Wässern.

Magnesiumpräparate: Wann sie nötig sind und wann nicht
Verschiedene gesunde Lebensmittel wie Nüsse und grünes Blattgemüse auf einer modernen Küchenarbeitsplatte. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Magnesiumpräparate gehören zu den beliebtesten Nahrungsergänzungsmitteln. Doch die meisten Menschen brauchen sie gar nicht.

Der Hype um Magnesium

Die Werbung verspricht mehr Energie, bessere Regeneration und erholsamen Schlaf. Die Realität sieht anders aus: Bei einer ausgewogenen Ernährung decken die meisten Menschen ihren Magnesiumbedarf problemlos über die normale Nahrung.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt erwachsenen Männern täglich rund 350 Milligramm Magnesium, Frauen etwa 300 Milligramm. Sportwissenschaftler wie Ingo Froböse betonen: Selbst Freizeitsportler erreichen diese Werte in der Regel durch herkömmliche Lebensmittel. Eine Supplementierung ist nur in seltenen Ausnahmefällen nötig.

Wann wird’s gefährlich?

Wer dennoch zu Präparaten greift, sollte die Dosierung im Auge behalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, eine Tagesdosis von 250 Milligramm nicht zu überschreiten. Wer mehr nimmt, riskiert Nebenwirkungen wie Durchfall.

Am besten verwertbar ist Magnesium in Form von Magnesiumcitrat. Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle: Für die Regeneration nach dem Sport empfiehlt sich die Einnahme nach der Belastung.

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Wer wirklich profitieren könnte

Bestimmte Gruppen könnten tatsächlich von einer Supplementierung profitieren: ältere Menschen, Personen mit hoher Stressbelastung oder einem klinisch nachgewiesenen Mangel. Auch bei Schlafstörungen wird Magnesium diskutiert – die Studienlage ist hier allerdings uneinheitlich.

Vorsicht ist bei Vorerkrankungen geboten: Menschen mit schweren Nierenfunktionsstörungen oder einem besonders langsamen Herzschlag sollten auf eigenständige Magnesium-Einnahme verzichten.

Vitamin-Wässer: Teuer und oft überdosiert

Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt aus Mai 2026 zeigt die Kehrseite des Trends: Von 35 untersuchten Vitamin-Wässern enthielten 24 überflüssige oder überdosierte Vitamine. Die Höchstmengenempfehlungen des BfR wurden überschritten.

Dazu kommen hohe Zuckergehalte von bis zu 6,7 Gramm pro 100 Milliliter. Und der Preis: Während Mineralwasser ab 0,19 Euro pro Liter erhältlich ist, kosten die angereicherten Wässer im Schnitt 2,47 Euro pro Liter.

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Was wirklich hilft

Nicht alle Supplemente sind überflüssig. Eine Metaanalyse aus Juli 2026 zeigt: Die Kombination aus Calcium und Vitamin D kann Hüftfrakturen um 16 Prozent senken. In Deutschland treten jährlich zwischen 130.000 und 160.000 solcher Frakturen auf. Osteoporose-Expertin Dr. Friederike Thomasius betont die hohe Relevanz für das Gesundheitssystem.

Auch Kreatin wird erforscht. Eine Übersichtsarbeit aus Juni 2026 untersuchte die Wirkung von 5 Gramm Kreatin täglich in Kombination mit Antidepressiva. Bei Frauen mit schweren Depressionen zeigten sich positive Effekte – für eine allgemeine Therapieempfehlung reicht die Evidenz aber noch nicht.

Die Industrie reagiert bereits: Unternehmen wie Winona haben spezielle Supplement-Linien für die Perimenopause und Menopause eingeführt. Sie kombinieren Magnesium mit Calcium, Vitamin D3 und K2, um den veränderten Nährstoffbedarf in dieser Lebensphase zu decken.

Die Botschaft der Experten ist klar: Supplemente sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Wer gesund isst, braucht sie meist nicht. Und wer sie nimmt, sollte genau wissen, warum.

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