Vitamine, Nahrungsergänzung

Vitamine und Nahrungsergänzung: NRW-Hersteller erzielen 508,9 Millionen Euro

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 04:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nordrhein-Westfalens Hersteller erhöhten 2025 und im ersten Halbjahr 2026 sowohl die Produktionsmenge als auch den Absatzwert.

Nahrungsergänzungsmittel: NRW steigert Produktion und Absatzwerte
Moderne industrielle Produktionsanlage mit Edelstahltanks und Rohrleitungen in einer hellen Fertigungshalle. Illustration mit AI erstellt.

Die Nachfrage nach Präparaten zur Ergänzung der täglichen Ernährung verzeichnet seit Jahren einen deutlichen Aufwärtstrend. Daten des Statistischen Landesamtes IT.NRW belegen, dass die nordrhein-westfälische Industrie ihre Herstellung in diesem Segment massiv ausgeweitet hat. Sowohl bei den erzeugten Tonnagen als auch bei den erzielten Absatzwerten verzeichnet die Branche spürbare Zuwächse, die sich auch im weiteren Jahresverlauf fortsetzen.

Verdopplung der Produktionsmengen und steigende Erlöse

Im Jahr 2025 stellten 13 Betriebe in Nordrhein-Westfalen insgesamt 31.598 t Nahrungsergänzungsmittel her. Gegenüber dem Vorjahr 2024 entspricht dies einem Anstieg um 19,4 Prozent.

Im Vergleich zum Jahr 2020 fiel das Volumen damit um 92,8 Prozent höher aus und hat sich binnen fünf Jahren nahezu verdoppelt. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 lag das Produktionsvolumen im Bundesland noch bei 10.393 t.

Parallel zur physischen Menge stiegen auch die wirtschaftlichen Erlöse. Der Absatzwert kletterte im Jahr 2025 auf 508,9 Mio. Euro. Das bedeutet nominal ein Plus von 22,5 Prozent gegenüber 2024 sowie einen Zuwachs von 128,3 Prozent im Vergleich zu 2020.

Dieser Aufwärtstrend hielt auch im ersten Halbjahr 2026 an: In den ersten sechs Monaten erreichte die Produktion in Nordrhein-Westfalen 16.600 t, was einer Steigerung von 9,0 Prozent entspricht. Der Absatzwert belief sich im selben Zeitraum auf 271,3 Mio. Euro, ein Anstieg um 15,2 Prozent.

Im bundesweiten Gesamtbild nimmt Nordrhein-Westfalen eine tragende Rolle ein. Deutschlandweit wurden im Jahr 2025 insgesamt 240.850 t Nahrungsergänzungsmittel mit einem Gesamtwert von 2,1 Mrd. Euro produziert. Auf die nordrhein-westfälischen Hersteller entfielen damit 13,1 Prozent der hergestellten Menge und 24,4 Prozent des bundesweiten Gesamtwertes.

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Breiter Konsum und der Wunsch nach Prävention

Hinter der wachsenden industriellen Fertigung steht ein verändertes Verbraucherverhalten. Auf Basis einer Erhebung im Auftrag der Plattform Lebensmittelklarheit.de berichtete der Deutsche Lebensmittelverband, dass acht von zehn Befragten regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Zu den am häufigsten genutzten Präparaten zählen Vitamin C, Multivitaminpräparate mit Mineralstoffen, Vitamin D sowie Magnesium, Kalzium und Zink.

Auch das Generationenbarometer Food der Heristo Aktiengesellschaft verdeutlicht das Interesse an gesundheitsbezogenen Lebensmitteln: Demnach streben Konsumenten vermehrt danach, ihr Wohlbefinden über Nahrungsmittel statt über Medikamente zu beeinflussen.

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Nach Angaben von Experten wie Prof. Dr. Tilman Grune vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung stufen mehr als 85 Prozent der Menschen lebenslange Gesundheit als wichtig ein, während die Hälfte konkretes Interesse an entsprechenden Produkten zeigt.

Regulatorischer Rahmen und wachsende Kritik

Trotz des Markterfolgs steht das Segment vor regulatorischen und verbraucherrechtlichen Diskussionen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband erinnert daran, dass Nahrungsergänzungsmittel gesetzlich als Lebensmittel eingestuft sind. Eine behördliche Prüfung der Wirksamkeit vor dem Inverkehrbringen ist daher im Gegensatz zu Arzneimitteln nicht vorgeschrieben.

Zudem untersagt die europäische Health-Claims-Verordnung krankheitsbezogene Heilversprechen. Der Verband bemängelt, dass insbesondere in sozialen Netzwerken viele Influencer diese Bestimmungen missachten, und fordert eine verstärkte Überwachung des Marktes.

Auch von Marktbeobachtern werden veränderte Anforderungen an die Hersteller prognostiziert. Laut einer Einschätzung der Marktforschungsexpertin Hannah Graba von YouGov dürften Konsumenten künftig genauer hinsehen und Aspekte wie Dosierung und tatsächliche Wirksamkeit kritischer hinterfragen.

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