Vogelfütterung im Sommer: Nabu warnt vor Krankheitsfallen
14.06.2026 - 17:41:25 | boerse-global.de
Der Nabu Hamburg warnte Mitte Juni vor den Gefahren der sommerlichen Vogelfütterung. Besonders Jungvögel und die allgemeine Bestandsgesundheit leiden unter den warmen Monaten.
Futterstellen werden zur Krankheitsfalle
Wärme begünstigt die Vermehrung von Parasiten und Bakterien. An zentralen Futterplätzen kommen Vögel eng zusammen – ideale Bedingungen für die schnelle Übertragung von Erregern.
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Die Trichomoniasis, eine durch Parasiten ausgelöste Erkrankung, führte in der Vergangenheit zu einem massiven Grünfinkensterben. Auch bakterielle Erreger sind gefährlich: Sie wurden bereits für ein vermehrtes Sterben von Blaumeisen verantwortlich gemacht.
Fatale Folgen für die Brut
Die Fütterung während der Brutzeit hat direkte Auswirkungen auf die Fortpflanzung. Fettreiches Futter im Frühjahr kann die Fruchtbarkeit senken und zu vermehrt tauben Eiern führen.
Noch kritischer ist die Gabe von ungeeignetem Futter für Nestlinge. Während Altvögel Sonnenblumenkerne oder Erdnussbruch annehmen, ist ihr Verdauungstrakt dafür nicht ausgelegt. Die Aufnahme schwer verdaulicher Bestandteile kann zum Tod der Jungvögel führen.
„Die natürliche Nahrungssuche, die vorwiegend aus Insekten besteht, bleibt für die Aufzucht essenziell“, betonen die Naturschützer.
So unterstützen Sie Vögel richtig
Statt künstlicher Futterquellen empfehlen Experten eine Umgestaltung der Gärten. Ein naturnaher Garten mit heimischen Sträuchern wie Schlehe, Weißdorn, Haselnuss, Holunder oder Berberitze bietet sowohl Nahrung als auch Schutz.
Auch Laub-, Reisig- oder Komposthaufen fördern das Vorkommen von Insekten – der natürlichen Proteinquelle für Vögel.
Als sinnvolle Unterstützung im Sommer gilt die Bereitstellung von Wasserstellen. Diese müssen jedoch täglich gereinigt werden, um auch hier die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.
Nistkästen als nachhaltige Lösung
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Zusätzlich empfehlen die Fachleute den Einsatz von Nistkästen mit spezifischen Anforderungen an die Einfluglöcher:
- Blaumeisen: 26 Millimeter
- Kohlmeisen und Haussperlinge: 32 bis 35 Millimeter
- Stare: 45 Millimeter
Diese Maßnahmen tragen nachhaltiger zum Erhalt der Artenvielfalt bei als die Zufütterung. Im Sommer wird diese von Experten primär als Hygienerisiko eingestuft.
