LĂŒften sorgt fĂŒr bessere Stimmung im Homeoffice
08.08.2024 - 06:55:41Wer im Homeoffice hĂ€ufiger lĂŒftet, ist produktiver und weniger gefĂ€hrdet, einen Burnout zu erleiden. Eine bessere LuftqualitĂ€t trĂ€gt auch zu einer positiven Einstellung zum Zu-Hause-Arbeiten bei. Das ergibt sich aus einer Befragung von rund 1000 niederlĂ€ndischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im November 2020, also wĂ€hrend der Corona-Pandemie.Â
Die Befragten fanden die Umgebungsbedingungen im Homeoffice besser, bevorzugten jedoch die technische Ausstattung ihres BĂŒro-Arbeitsplatzes. Eine Gruppe der UniversitĂ€t Maastricht in den Niederlanden um Martijn Stroom veröffentlichte die Ergebnisse der Studie in der Fachzeitschrift «Plos One».Â
Befragung von Temperatur ĂŒber LĂ€rm bis zum WLAN
Zahlreiche bisherige Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen im Hinblick auf die ProduktivitÀt und die Zufriedenheit der BeschÀftigten im Homeoffice. Stroom und Kollegen nutzten die wÀhrend der Pandemie erhobenen Daten, um Faktoren zu finden, welche die Einstellung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zum Homeoffice beeinflussen.
So sollten die Befragten beurteilen, welche Aspekte im Zusammenhang mit ihrer Arbeit zu Hause oder im BĂŒro besser waren. Das waren zum einen die Umgebungsbedingungen im Innenraum, konkret Temperatur, LuftqualitĂ€t, Beleuchtung und LĂ€rm. Zum anderen fragten die Forscher nach der Ausstattung, nĂ€mlich Schreibtisch, Stuhl, Bildschirm, Computerhardware und WLAN.Â
Umgebung ist Zuhause besser
WĂ€hrend die Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen alle Umgebungsbedingungen durchschnittlich im Homeoffice besser bewerteten als im BĂŒro, war es bei der Ausstattung genau umgekehrt. So wurde auf einer siebenteiligen Skala die Temperatur zu Hause durchschnittlich mit 5,13 bewertet, im BĂŒro nur mit 4,59.
Frauen bewerteten ihre ProduktivitĂ€t im Homeoffice allgemein höher als MĂ€nner. Und je gröĂer der Haushalt war, in dem jemand lebte, desto höher schĂ€tzte er oder sie durchschnittlich seine eigene ProduktivitĂ€t im Homeoffice ein. Insgesamt jedoch schĂ€tzten die Befragten ihre ProduktivitĂ€t im BĂŒro mit 7,11 auf einer Zehnerskala höher ein als die ProduktivitĂ€t zu Hause (6,84).
Fokus auf LĂŒften
Ein besonderes Augenmerk legten die Forscher auf den Zusammenhang zwischen LĂŒftung und anderen Aspekten des Homeoffice. Schon lĂ€nger ist bekannt, dass abgestandene Luft zu MĂŒdigkeit und Konzentrationsprobleme fĂŒhren kann. Durch eine statistische Auswertung ermittelten die Forscher, dass sich mit der Zunahme der Frischluftzufuhr (von null bis hundert Prozent) auch die Zufriedenheit mit den Umgebungsbedingungen und mit der Ausstattung erhöhte.Â
Damit stiegen indirekt auch der SchĂ€tzwert der ProduktivitĂ€t (0,4 Punkte auf einer Zehn-Punkte-Skala) und der Willen, die Arbeit im Homeoffice fortzusetzen (1,2 Punkte). Zugleich sank mit zunehmender LĂŒftungsdauer die Tendenz zum Burnout (0,4 Punkte auf einer Sieben-Punkte-Skala). Die Forscher betonen allerdings, dass die Daten auf SchĂ€tzwerten der Befragten beruhen.
«Wir stellen fest, dass die BelĂŒftung des Homeoffice ein entscheidender zugrunde liegender Faktor fĂŒr die Vorhersage der Gesamtzufriedenheit ist und indirekt mit erhöhter ProduktivitĂ€t, erhöhter Bereitschaft zur Heimarbeit und geringerer Burnout-Neigung verbunden ist», fassen die Studienautoren ihr Ergebnis im Hinblick auf die LĂŒftung zusammen.
Fachleute empfehlen: mehrmals tÀglich Fenster auf
Wie viel lĂŒften aber ist genug lĂŒften? Steht die Luft im Raum, können sich dort Schadstoffe anreichern. Dazu zĂ€hlt ausgeatmetes Kohlendioxid (CO2), aber auch AusdĂŒnstungen von Möbeln und Baumaterialien. Mit Blick auf Kohlendioxid gehen Fachleute davon aus, dass 1000 ppm (parts per million) in der Raumluft in Ordnung sind.
Damit diese nicht ĂŒberschritten werden, sollte mehrmals am Tag die Raumluft komplett ausgetauscht werden, durch StoĂlĂŒften oder QuerlĂŒften. Wie hĂ€ufig das nötig ist, hĂ€ngt auch davon ab, wie viele Menschen sich im Inneren aufhalten und wie luftdicht das Haus ist. CO2-MessgerĂ€te, auch «CO2-Ampeln» genannt, zeigen die Konzentration mit dem Gas, die Raumtemperatur und auch die relative Luftfeuchte an.









