Deutschland, Spanien

Leica bringt eigenes Smartphone weltweit auf den Markt

28.02.2026 - 16:10:19 | dpa.de

Vor rund 20 Jahren wÀre Leica beinahe pleitegegangen, weil man den Trend zur Digitalisierung verpasst hatte. Inzwischen ist das Smartphone-Segment ein HoffnungstrÀger des wiedererstarkten Herstellers.

  • Leica-Chef Matthias Harsch bewirbt das neue Smartphone seiner Firma auf der BĂŒhne. - Foto: Wolf von Dewitz/dpa
    Leica-Chef Matthias Harsch bewirbt das neue Smartphone seiner Firma auf der BĂŒhne. - Foto: Wolf von Dewitz/dpa
  • Leica verstĂ€rkt sein GeschĂ€ft auf dem weltweiten Smartphone-Markt.  - Foto: Andreas Arnold/dpa
    Leica verstÀrkt sein GeschÀft auf dem weltweiten Smartphone-Markt. - Foto: Andreas Arnold/dpa
  • Nach der PrĂ€sentation bekamen Leica-Chef Matthias Harsch (rechts) und der Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Kaufmann viel Applaus. - Foto: Wolf von Dewitz/dpa
    Nach der PrÀsentation bekamen Leica-Chef Matthias Harsch (rechts) und der Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Kaufmann viel Applaus. - Foto: Wolf von Dewitz/dpa
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Der deutsche Kameraspezialist Leica verstĂ€rkt sein GeschĂ€ft auf dem weltweiten Smartphone-Markt. Vor der fĂŒhrenden Mobilfunkmesse MWC in Barcelona stellte das Unternehmen aus Wetzlar die Neuauflage seines Leitzphone vor, die erstmals weltweit vermarktet wird. Das Kamera-Smartphone von Leica wird in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Elektronikkonzern Xiaomi produziert. 

Die Smartphone-Kamera sei die natĂŒrliche Erweiterung der Leica-Welt, sagte Firmenchef Matthias Harsch bei einem Event von Xiaomi. Als er bei Leica begonnen habe, sei befĂŒrchtet worden, dass Smartphones das KamerageschĂ€ft zerstörten. Das habe sich nicht bewahrheitet, sagte der Manager, der 2017 den Chefsessel bei der deutschen Firma ĂŒbernahm. Stattdessen habe Leica sein GeschĂ€ft dadurch erweitern können. 

Fotografie gehöre dorthin, wo bedeutungsvolle Momente geschĂ€hen, und dazu eigneten sich nun mal auch Smartphones, sagte Harsch. Nach seiner PrĂ€sentation kam Leica-Aufsichtsratschef Andreas Kaufmann zu Harsch auf die BĂŒhne, beide bekamen bei der Werbeveranstaltung von Xiaomi viel Applaus.

Leica war bislang nur in Japan mit einem Leitzphone prĂ€sent, das erstmals 2021 eingefĂŒhrt wurde. Damals kooperierte der deutsche Kameraspezialist mit dem japanischen Elektronikriesen Sharp. Wegen des vergleichbar kleinen Zielmarktes stuften Experten die Kooperation mit Sharp eher als Markenexperiment ein, denn als ernsthaften Versuch, signifikante Erlöse im Smartphone-Segment zu erzielen. Das soll sich nun Ă€ndern. Mit einem Preis von knapp 2.000 Euro tritt Leica gegen Premiumersteller wie Apple und Samsung an. Damit ist es deutlich teurer als das neue Xiaomi 17 Ultra, das mindestens 1500 Euro kostet und ebenfalls vorgestellt wurde. 

Technik aus Profikameras

Im Wettbewerb mit dem iPhone oder den Spitzenmodellen von Samsung und anderen Herstellern versucht Leica mit Technik zu ĂŒberzeugen, die normalerweise in großen Profikameras steckt. Dazu gehört ein großer Lichtsensor, der viel grĂ¶ĂŸer ist als bei normalen Smartphones. Damit kann man mehr Licht einfangen, was besonders bei schlechtem Wetter oder am Abend fĂŒr bessere Bilder sorgt.

Rund um die Kamera auf der RĂŒckseite des Leitzphone gibt es einen Ring aus Metall. Diesen kann man drehen, um Einstellungen wie den Zoom oder die Helligkeit zu verĂ€ndern – Ă€hnlich wie bei einer konventionellen Fotokamera. Exklusiv beim Leitzphone sind in der Kamerasoftware Filter eingebaut, die den Stil berĂŒhmter Leica-Kameras (M3 und M9) nachahmen und beispielsweise besonders typische Schwarz-Weiß-Aufnahmen produzieren.

Plattform aus China

In der Kooperation mit Xiaomi bringt Leica seine Kompetenz in Bereichen Optik, Farbkalibrierung und BildÀsthetik ein. «Xiaomi ergÀnzt diese Expertise durch eine leistungsfÀhige mobile Plattform, die hohe Rechenleistungen und effiziente Workflows sicherstellt», sagt Leica-Chef Harsch. Eine Leica-Optik befindet sich auch in mehreren Flaggschiff-Modellen von Xiaomi.

Leica schreibt seit vier Jahren RekordumsĂ€tze und hat die große Firmenkrise vor 20 Jahren lĂ€ngst hinter sich gelassen. Damals hatte man den Übergang von der alten Filmfotografie zur digitalen Welt fast verpasst und stand kurz vor dem Aus. Trotz der aktuellen Produkterfolge begleiten das Unternehmen derzeit Berichte ĂŒber einen möglichen EigentĂŒmerwechsel. Der US-Finanzinvestor Blackstone, der seit dem RĂŒckzug von Leica von der Frankfurter Börse 2011 rund 44 Prozent der Anteile hĂ€lt, bereitet laut Medienberichten seinen Ausstieg vor. Diesen GerĂŒchten zufolge wird die Leica Camera AG in diesem Zusammenhang mit rund einer Milliarde Euro bewertet.

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