Vorhofflimmern erkennen: CHIP testet 19 BlutdruckmessgerĂ€te fĂŒr zu Hause
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 16:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deModerne BlutdruckmessgerĂ€te fĂŒr den Heimgebrauch beschrĂ€nken sich lĂ€ngst nicht mehr auf die reine Ermittlung von systolischen und diastolischen Werten. Immer mehr Modelle integrieren spezifische Algorithmen, um potenzielle Herzrhythmusstörungen frĂŒhzeitig zu identifizieren. Ein Testbericht der CHIP-Redaktion, der auf einer Auswahl aus 19 geprĂŒften Produkten basiert, hebt aktuelle MessgerĂ€te hervor, die gezielt nach Vorhofflimmern suchen können.
Testergebnisse und technische Voraussetzungen
Unter den getesteten Modellen erreichte das Omron X7 Smart AFib, erhĂ€ltlich ab 77 Euro, das Testurteil âSehr gutâ mit einer Note von 1,2. Ebenfalls mit âSehr gutâ bewertet wurden das Beurer BM 53 ab 43 Euro (Note 1,4) sowie das Withings BPM Core ab 209 Euro (Note 1,3), welches zusĂ€tzlich ĂŒber eine integrierte Elektrokardiogramm-Funktion (EKG) verfĂŒgt. Das Withings BPM Vision, das ebenfalls ein EKG enthĂ€lt und ab 157 Euro angeboten wird, erhielt die Note âGutâ (1,7).
Alle vier genannten Modelle sind in der Lage, Vorhofflimmern sowie einen unregelmĂ€Ăigen Herzschlag zu registrieren. Wie die CHIP-Redaktion betont, ist fĂŒr die verlĂ€ssliche Erkennung von Vorhofflimmern zwingend ein spezifischer Hinweis auf âAFibâ am GerĂ€t erforderlich.
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Eine allgemeine Erkennung von Arrhythmien reiche fĂŒr diese gezielte Differenzierung nicht aus. Zudem ersetzt der Warnhinweis eines solchen GerĂ€ts keinesfalls eine Ă€rztliche Diagnose.
Klinische Relevanz der FrĂŒherkennung
Die Notwendigkeit einer frĂŒhzeitigen Entdeckung von Vorhofflimmern wird durch klinische Daten untermauert. Omron Healthcare startete gemeinsam mit der University of California, San Francisco (UCSF) unter Studienleiter Professor Gregory M. Marcus die OMRON-AF-Studie.
An der vollstĂ€ndig online durchgefĂŒhrten Untersuchung nehmen rund 1.900 Hypertoniepatienten ab 60 Jahren teil. Dabei wird ein BlutdruckmessgerĂ€t mit dem sogenannten Intellisense-AFib-Algorithmus bei tĂ€glicher Heimmessung gegen ein StandardgerĂ€t verglichen.
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Bei einem Verdacht auf Vorhofflimmern erhalten die Studienteilnehmer ein aufklebbares EKG zur Befundabsicherung, ergĂ€nzt durch einen NT-proBNP-Test und eine Analyse der Arrhythmielast. Nach Angaben von Omron Healthcare weisen 49 bis 90 Prozent der Patienten mit Vorhofflimmern zugleich Bluthochdruck auf. Die HĂ€ufigkeit steigt ab dem 60. Lebensjahr deutlich an, wobei rund 40 Prozent der Betroffenen keinerlei Symptome verspĂŒren.
Dass Heimmessungen eine hohe Aussagekraft besitzen, verdeutlicht zudem eine Untersuchung einer Nature-Studiengruppe. Bei 6.654 Teilnehmern ohne blutdrucksenkende Medikamente (mittleres Alter 51,8 ± 9,1 Jahre, 68,0 Prozent MĂ€nner) wurden die morgendlichen Heimmessungen ĂŒber 28 Tage gemittelt (124,5 ± 13,7 mmHg systolisch und 80,9 ± 10,9 mmHg diastolisch).
WÀhrend eines Beobachtungszeitraums von 2,79 ± 1,76 Jahren mit 447 kardiovaskulÀren Ereignissen zeigte sich in der gemeinsamen statistischen Modellierung, dass nur der Heimblutdruck unabhÀngig mit dem kardiovaskulÀren Risiko assoziiert war.
Empfehlungen fĂŒr den Einsatz im Alltag
Auch Kardiologen weisen auf das Potenzial digitaler Messmethoden hin. Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung erreichen Wearables bei der Erkennung von Vorhofflimmern mittels Infrarotlicht oder 1-Kanal-EKG eine Treffsicherheit von ĂŒber 90 Prozent. Die Organisation rĂ€t dazu, den Puls regelmĂ€Ăig zu kontrollieren, insbesondere ab einem Alter von 65 Jahren oder bei bestehendem Bluthochdruck.
Bei der GerĂ€teauswahl sollte auf eine CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt geachtet werden. FĂŒr verlĂ€ssliche Werte empfiehlt die Deutsche Herzstiftung bei HandgelenkgerĂ€ten einen korrekten Sitz etwa einen Fingerbreit ĂŒber dem Handgelenksknochen sowie die DurchfĂŒhrung von EKG-Messungen in körperlicher Ruhe. Treten AuffĂ€lligkeiten auf, sollte zeitnah eine Ă€rztliche AbklĂ€rung erfolgen; bei akuten Brustschmerzen ist umgehend der Notruf 112 zu wĂ€hlen.
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