Vorhofflimmern, Semaglutid

Vorhofflimmern: Semaglutid verÀndert bei 65 Prozent der Patienten Fettgewebe

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine ausgezeichnete IDIS-Studie verknĂŒpft Fettgewebe mit Vorhofflimmern; Semaglutid verĂ€nderte bei rund 65 Prozent der Patienten pathologische Muster.
Mikroskopische Aufnahme von Herzmuskelgewebe zur Untersuchung vaskulÀrer Strukturen Illustration mit AI erstellt.

Epikardiales Fettgewebe und Vorhofflimmern im Fokus

Beim Jahreskongress der Spanischen Gesellschaft fĂŒr Kardiologie (SEC), der vom 28. bis 30. Oktober 2026 in Sevilla stattfand, wurde eine Forschungsarbeit des Instituto de InvestigaciĂłn Sanitaria de Santiago (IDIS) unter der Leitung von Sonia Eiras Penas mit dem Preis fĂŒr die beste mĂŒndliche Kommunikation ausgezeichnet.

Die Untersuchung widmet sich den ZusammenhÀngen zwischen epikardialem Fettgewebe, Vorhofflimmern und dem therapeutischen Einsatz von Semaglutid. Neben der Auszeichnung vergab die Fachgesellschaft zudem ein zusÀtzliches Projekt an das translationale Forschungsteam des Instituts.

Im Zentrum der Arbeit steht die Identifikation spezifischer Proteine des dysfunktionalen epikardialen Fettgewebes, die funktionell mit der Aufrechterhaltung von Vorhofflimmern assoziiert sind.

Die Herzrhythmusstörung besitzt eine erhebliche klinische Relevanz: Nach Angaben des IDIS steigt die PrĂ€valenz von Vorhofflimmern mit zunehmendem Alter an und erreicht bei Personen ĂŒber 65 Jahren Werte zwischen 5 und 10 %.

Die beobachteten molekularen VerĂ€nderungen im Fettgewebe erwiesen sich jedoch als therapeutisch zugĂ€nglich. Bei etwa 65 % der Patienten ließen sich diese pathologischen Muster durch eine mindestens sechsmonatige Behandlung mit Semaglutid modulieren.

Erweiterte Einsatzfelder fĂŒr GLP-1-basierte Therapien

Die Bedeutung von GLP-1-Rezeptoragonisten reicht ĂŒber metabolische Effekte hinaus bis in das GefĂ€ĂŸsystem. Daten, die auf der 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Nephrologie vorgestellt und in der Fachzeitschrift eClinicalMedicine veröffentlicht wurden, verweisen auf weitere kardiovaskulĂ€re Einsatzbereiche.

Demnach könnten GLP-1-basierte Therapien bei Patientengruppen mit Übergewicht oder Adipositas und zugleich resistenter Hypertonie eine Alternative zur leitlinienempfohlenen Viertlinientherapie mit Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten darstellen.

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VaskulÀre SchÀden durch Leptinresistenz und Endotheldysfunktion

Wie Adipositas GefĂ€ĂŸstrukturen auf zellulĂ€rer Ebene schĂ€digt, verdeutlichen grundlagenwissenschaftliche Untersuchungen. An der School of Life Sciences der Chinese University of Hong Kong (CUHK) entschlĂŒsselte ein Forschungsteam unter Leitung von Jack Wong Wing-tak den Regulationsmechanismus des Faktors PD-L1 in vaskulĂ€ren Endothelzellen.

Die in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlichte und ĂŒber den General Research Fund des Research Grants Council Hongkong geförderte Arbeit zeigt, dass die endotheliale PD-L1-Expression physiologisch ĂŒber Leptin-Rezeptor-Signale gesteuert wird.

Bei Adipositas ist dieser Signalweg in Aorten-Endothelzellen infolge einer endothelialen Leptinresistenz beeintrĂ€chtigt. PD-L1 fördert unabhĂ€ngig vom Immunsystem die Selbsterneuerung von Endothelzellen. Ein endothelialer Ausfall des MolekĂŒls fĂŒhrt bei Adipositas zu einer Verschlechterung von GefĂ€ĂŸsteifigkeit und Dilatation.

Diese Mechanismen besitzen hohe epidemiologische Tragweite: KardiovaskulÀre Erkrankungen betreffen weltweit mehr als 600 Millionen Menschen, wobei Prognosen von einem Anstieg auf 1,14 Milliarden bis zum Jahr 2050 ausgehen.

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Viszerales Fett und entzĂŒndliche Kaskaden

Experimentelle Befunde bestĂ€tigen die rasche Auswirkung fettinduzierter Stoffwechsellagen auf die GefĂ€ĂŸfunktion. In einer in ABC Cardiol publizierten Studie an 8 Wochen alten mĂ€nnlichen Wistar-Ratten wurden Tiere ĂŒber 24 Wochen entweder mit einer StandarddiĂ€t (n=35) oder einer hyperlipidischen DiĂ€t (n=35) versorgt, wobei alle 6 Wochen jeweils 7 Tiere pro Gruppe untersucht wurden.

Bereits nach 6 Wochen fettreicher DiĂ€t stiegen pro-inflammatorische Zytokine an, wĂ€hrend das anti-inflammatorische Adiponectin sank. Parallel gingen die Endothelfunktion und die VerfĂŒgbarkeit von Stickstoffmonoxid zurĂŒck. Das viszerale Fettgewebe korrelierte in der Analyse statistisch signifikant (p<0,05) negativ mit der Endothelfunktion und positiv mit dem systolischen Blutdruck.

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