VW-Krise, Stellen

VW-Krise: Bis zu 100.000 Stellen betroffen – Aufsichtsrat tagt 9. Juli

29.06.2026 - 11:37:11 | boerse-global.de

Volkswagen plant historischen Stellenabbau und Werkschließungen in Deutschland. Auch Porsche und die gesamte Branche leiden unter der Krise.

Volkswagen-Krise: Radikaler Stellenabbau von bis zu 100.000 Jobs geplant
VW-Krise - Arbeiter steht nachdenklich in verlassener deutscher Fabrikhalle, umgeben von Industrieanlagen und Schatten. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Volkswagen, der größte Autobauer des Landes, erwägt einen radikalen Stellenabbau, der bis zu 100.000 Mitarbeiter betreffen könnte. Das entspricht rund 15 Prozent der weltweiten Belegschaft von 657.000 Beschäftigten.

VW vor historischem Umbau

Der Konzern plant offenbar die Schließung von vier deutschen Standorten: Hannover, Zwickau, Emden und das Audi-Werk in Neckarsulm. Allein damit wären 45.000 Arbeitsplätze verbunden. Hinzu kommen 50.000 bereits zuvor angekündigte Stellenstreichungen. Insiderberichten zufolge könnte die Gesamtzahl der betroffenen Positionen sogar auf 140.000 steigen.

Der Druck auf den Wolfsburger Konzern ist enorm. Im ersten Quartal 2026 brach der Gewinn um 28 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro ein. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 75,7 Milliarden Euro. Der Aktienkurs fiel auf ein 16-Jahres-Tief und hat seit Jahresbeginn mehr als 25 Prozent verloren.

Der Aufsichtsrat tagt am 9. Juli 2026 – die Restrukturierung dürfte das beherrschende Thema sein. Doch der Konzern stößt auf erbitterten Widerstand: Die bestehenden Beschäftigungssicherungen bei VW laufen bis 2030, bei Audi sogar bis 2033. IG Metall und Betriebsrat haben bereits massiven Protest angekündigt.

Porsche verlagert Produktion

Auch die Tochter Porsche justiert nach. Der Sportwagenbauer erwägt, die Produktion des Cayenne von Bratislava nach Leipzig zu verlegen – ein Schritt, der die Auslastung des sächsischen Werks verbessern soll. Voraussetzung: Die Belegschaft stimmt Lohnzugeständnissen zu.

Bereits jetzt hat Porsche mehrere hundert befristete Verträge auslaufen lassen. Bis August 2026 sollen weitere 200 Stellen über Abfindungen wegfallen. Hintergrund sind sinkende Gewinne im Jahr 2025 und die abkühlende Nachfrage in wichtigen Märkten. Weitere Details erwartet die Branche zu einem Kapitalmarkttag im Oktober.

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125.000 Jobs in Gefahr

Die Probleme bei VW und Porsche sind kein Einzelfall. Der Gesamtverband der Automobilindustrie (VDA) warnt: Bis zu 125.000 Arbeitsplätze könnten in der gesamten Branche verloren gehen. Auch andere Großarbeitgeber fahren massiv zurück:

  • Bosch will bis 2030 rund 13.000 Stellen streichen
  • Audi plant den Abbau von 7.500 Jobs bis 2029

Die Gründe für den industriellen Rückzug sind vielfältig. Chinesische Elektroauto-Hersteller wie BYD, Geely, SAIC und Chery haben ihren Marktanteil in der EU bis Mai 2026 verdoppelt. Gleichzeitig brachen die Verkaufszahlen deutscher Hersteller in China, dem wichtigsten Einzelmarkt, um 20 Prozent ein.

Hinzu kommen die US-Zölle, die Volkswagen jährlich rund vier Milliarden Euro kosten. Der Konzern reagiert mit einer Kürzung des Investitionsbudgets um 15 Prozent auf gut 130 Milliarden Euro.

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