Wald, Stress

Wald und Stress: Schon 20 Minuten können den Cortisolspiegel senken

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Themenwoche verbindet medizinische Erkenntnisse zu Stress mit Studien über Arbeitsbelastung, psychische Gesundheit und Prävention.

ORF-Initiative beleuchtet Stressfolgen und Wege zur Erholung
Ein sonnendurchfluteter Waldweg zwischen hohen Nadelbäumen, der Ruhe und Erholung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Die multimediale ORF-Initiative Bewusst gesund widmet sich vom 10. bis 17. Oktober 2026 dem Themenschwerpunkt Unter Druck – Wie Stress uns krank macht. Die Reihe wird über Radio, Fernsehen, Online-Angebote sowie die Landesstudios verbreitet.

Den Auftakt bildet am 10. Oktober um 17.30 Uhr eine Sendung in ORF 2 und auf ORF ON, präsentiert von Dr. Christine Reiler. Thematisiert werden dabei die vielfältigen physischen und psychischen Mechanismen, über die Belastungen den Organismus beeinträchtigen.

Körperliche Folgen und Erholungsfaktoren

Im Fokus der Initiative stehen die Risiken von Dauerstress für das Herz-Kreislauf-System, darunter Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen. Gemeinsam mit Mag. Christina Beran, Vizepräsidentin des Berufsverbands Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP), werden psychische Folgen wie Burn-out, Angststörungen und Depressionen beleuchtet.

Zudem thematisiert Prof. Dr. Siegfried Meryn stressbedingte Spannungskopfschmerzen, während eine Studie der Universität Wien Reaktionen des Darms auf akuten Stress aufzeigt. Als regenerativer Faktor wird die Natur hervorgehoben: Eine Zwillingsstudie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg in Wagrain belegt, dass ein 20-minütiger Waldaufenthalt den Cortisolspiegel senken kann.

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Belastungsfaktoren im Arbeits- und Studienalltag

Der Einfluss veränderter Aufgabenstrukturen auf die Psyche war Gegenstand einer Untersuchung der Universität Bielefeld von A. Schaefer und K. C. Bormann, die im Fachjournal Work & Stress bereits am 13. Januar 2026 erstveröffentlicht wurde.

Bei Beschäftigten ging sowohl eine Zunahme als auch eine Abnahme sogenannter illegitimer Aufgaben mit höherer emotionaler Erschöpfung einher als ein gleichbleibendes Aufgabenniveau.

Als illegitim gelten Tätigkeiten, die als unnötig oder unangemessen empfunden werden. Ausschlaggebend für die Belastung sei die wahrgenommene Unsicherheit; Führungskräfte sollten Änderungen daher nachvollziehbar erklären und Raum für Rückfragen geben.

An der Universität Colorado Boulder untersuchte ein Team unter Leitung von Caitlin McKimmy Daten von 646 Studierenden. Die Querschnittsdaten zeigten, dass wenig freie Zeit mit besseren Noten und weniger depressiven Symptomen verknüpft war.

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Ein stark empfundenes Gefühl von Zeitdruck ging hingegen mit mehr Ängsten, depressiven Symptomen und schlechteren Noten einher. Objektive Zeitknappheit führte demnach nicht automatisch zu gefühlter Hetze, während höhere Achtsamkeitswerte die negativen psychischen Folgen abzumildern schienen.

Verbreitung von Depressionen und Prävention

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention startete unterdessen eine Plakatkampagne mit Motiven, die mit einem Jugendbeirat und der Agentur Grabarz & Partner entwickelt wurden. Nach Angaben der Stiftung sind innerhalb eines Jahres 8 bis 15 % der Jugendlichen von einer Depression betroffen – etwa zwei bis drei Schüler pro Klasse.

Laut der Todesursachenstatistik 2024 des Statistischen Bundesamtes sterben in Deutschland jährlich 216 Jugendliche unter 20 Jahren durch Suizid. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, betonte, dass auch leistungsfähige Beschäftigte schwer erkranken können. Im Laufe des Lebens betreffe eine Depression etwa jeden fünften bis sechsten Erwachsenen, Frauen doppelt so häufig wie Männer.

Auf internationaler Ebene zeigte eine von Prof. Ilona Kickbusch geleitete Analyse von 121 vorangegangenen Studien mit Daten von rund 9 Millionen jungen Menschen, dass täglicher Bildschirmkonsum von mehr als zwei Stunden mit schlechterer psychischer Gesundheit einhergeht. Weltweit gingen dadurch geschätzt 2,8 Millionen gesunde Lebensjahre durch psychische Erkrankungen verloren sowie rund 240 durch Fettleibigkeit.

Für die methodische Bewertung von Hilfsangeboten untersuchte ein Team um Muhammad Jawad Chowdhury den Verlauf des Beck-Depressions-Inventars (BDI-II) nach Achtsamkeitsinterventionen.

Beim Vergleich von Regressionsmodellen erzielte Ridge Regression nach 12 Wochen einen RMSE von 5,186 und ein R² von 0,474, während LightGBM nach 24 Wochen einen RMSE von 5,038 und ein R² von 0,525 erreichte. Der Ausgangsschweregrad erwies sich dabei als stärkster Prädiktor für den weiteren Verlauf.

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