Waldlauf, Meter

Waldlauf: 182 Meter mehr Strecke – ohne höhere Anstrengung

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 11:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

47 Erwachsene liefen im Wald weiter und bewerteten dort Freude, Stimmung und künftige Trainingsbereitschaft höher.

Studie: Waldläufe steigern Distanz und Trainingsmotivation
Ein gewundener Waldweg, der durch einen dichten, sonnendurchfluteten Wald führt. Illustration mit AI erstellt.

Die Wahl des Trainingsumfelds übt einen unmittelbaren Einfluss auf die körperliche Leistung und die langfristige Trainingsmotivation aus. Eine Untersuchung der Loughborough University, die im Fachjournal Evolution, Medicine, and Public Health veröffentlicht wurde, liefert detaillierte Einblicke in diesen Zusammenhang.

Die Forschenden analysierten das Laufverhalten von 47 gesunden Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 31 Jahren, darunter 31 Männer sowie ein Anteil von 81 Prozent aus Ostasien.

Die Teilnehmenden absolvierten jeweils 30 Minuten auf einem Waldweg sowie auf einer urbanen Strecke bei einer moderaten Intensität von vier auf einer zehnstufigen Skala. Beide Einheiten fanden im Abstand von vier Wochen statt.

Mehr Distanz trotz anspruchsvollerem Untergrund

Obwohl die Bedingungen im Wald physisch anspruchsvoller waren, fiel die erbrachte Leistung dort messbar höher aus. Der Waldkurs wies 17,7 Höhenmeter pro Runde sowie unebenen und teilweise schlammigen Boden auf. Dennoch legten die Testpersonen im Wald durchschnittlich 182 Meter mehr zurück, was einem Zuwachs von rund 4,6 Prozent entspricht. Die statistische Effektstärke lag bei 0,2.

Bemerkenswert war dabei, dass sowohl die gemessene Herzfrequenz als auch die subjektiv wahrgenommene Anstrengung zwischen beiden Umgebungen auf einem vergleichbaren Niveau blieben. Die Teilnehmenden bewältigten im naturnahen Umfeld folglich eine größere Distanz, ohne das Training als fordernder zu empfinden.

Deutlicher Vorsprung bei Motivation und Trainingsfreude

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Neben der reinen Laufdistanz zeigten sich deutliche Unterschiede bei der psychologischen Bewertung des Trainings. Hinsichtlich des Spaßfaktors erzielte der Waldlauf 98,7 Punkte, während die urbane Strecke auf 73,9 Punkte kam. Die Untersuchung registrierte im Wald zudem durchweg höhere Werte für Stimmung und Motivation im Hinblick auf künftige sportliche Betätigung.

Dies schlug sich unmittelbar in der Bereitschaft nieder, die Einheit zeitnah zu wiederholen: Nach dem Waldlauf äußerten 77,4 Prozent der Befragten diesen Wunsch, verglichen mit 30,6 Prozent nach dem Lauf im Stadtgebiet. Auf Sicht von zwölf Monaten konnten sich 71,5 Prozent der Teilnehmenden eine regelmäßige Fortführung des Trainings im Wald vorstellen, während dieser Wert für den Stadtkurs bei 21,0 Prozent lag.

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Luftbelastung und evolutionäre Erklärungsmuster

Ein zentraler Erklärungsansatz der Wissenschaftler um den Autor Matthew Putland stützt sich auf theoretische Modelle der menschlichen Evolution. Dr. Danny Longman ordnete die Resultate in die sogenannte Environmental Mismatch Hypothesis ein. Dieser Ansatz geht davon aus, dass der menschliche Organismus evolutionär an natürliche Lebensräume angepasst ist und in künstlich erbauten Stadtstrukturen physiologisch wie psychologisch suboptimal reagiert.

Auch die Belastung durch Luftschadstoffe unterschied sich drastisch zwischen beiden Versuchsarealen. Während im untersuchten Industrie- und Stadtgebiet die PM2,5-Emissionswerte bei rund 1,16 Tonnen pro Quadratkilometer lagen, belief sich dieser Wert im Waldgebiet auf 0,04 Tonnen pro Quadratkilometer.

Die Feinstaubbelastung in der städtischen Umgebung war damit rund 30-mal so hoch wie im Wald. Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass natürliche Umgebungen sowohl die unmittelbare Leistungsausbeute als auch die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Trainingsgewohnheit maßgeblich begünstigen.

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