Impfung, Corona

Was bringt der neue angepasste Corona-Impfstoff?

17.09.2023 - 08:35:38 | dpa.de

Wappnen fĂŒr die kalte Jahreszeit: Als weiterer Schutz soll nun ein neuer, an aktuelle Varianten angepasster Corona-Impfstoff in die Praxen kommen. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Ab dem 25. September soll ein neuer Corona-Impfstoff in Praxen verfĂŒgbar sein. - Foto: Lino Mirgeler/dpa
Ab dem 25. September soll ein neuer Corona-Impfstoff in Praxen verfĂŒgbar sein. - Foto: Lino Mirgeler/dpa

Die Corona-Pandemie ist vorĂŒber, aber das Virus ist nicht verschwunden. Ähnlich wie bei Grippe wird gefĂ€hrdeten Gruppen deshalb geraten, den Impfschutz zu erneuern - möglichst im Herbst. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (60) will vorangehen und sich in Berlin eine empfohlene Auffrischungsspritze gegen Sars-CoV-2 geben lassen.

Ab dem 25. September dann soll auch ein neuer Impfstoff in Praxen verfĂŒgbar sein. Der SPD-Politiker und der amtierende PrĂ€sident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lars Schaade, wollen auch die aktuelle Corona-Situation vor der kĂ€lteren Jahreszeit erlĂ€utern.

Um was fĂŒr einen neuen Impfstoff geht es?

Um ein nochmals weiterentwickeltes PrĂ€parat von Biontech/Pfizer. Der Impfstoff wurde angepasst an die Omikron-Sublinie XBB.1.5. Erreicht werden soll damit besserer Schutz vor aktuell kursierenden Varianten, vor allem vor schweren Corona-VerlĂ€ufen und Krankenhausaufenthalten. Am Montag kommt zuerst das PrĂ€parat fĂŒr Menschen ab 12 Jahren in die Praxen. Ab 25. September kann laut KassenĂ€rztlicher Bundesvereinigung der angepasste Impfstoff fĂŒr Kleinkinder erstmals geliefert werden, ab 2. Oktober das PrĂ€parat fĂŒr Kinder zwischen fĂŒnf und elf Jahren.

Und wie viel neuen Impfstoff gibt es?

FĂŒr die Impfsaison 2023/24 sollen 14 Millionen Dosen des angepassten Biontech-PrĂ€parats zur VerfĂŒgung stehen. Ausgeliefert werden sollen sie laut Bundesgesundheitsministerium bis November. Kommen sollen 13,6 Millionen Dosen fĂŒr Menschen ab zwölf Jahren, 300.000 Dosen fĂŒr Kinder von fĂŒnf bis elf Jahren sowie 200.000 Dosen fĂŒr Kleinkinder.

Wer sollte sich noch impfen lassen?

Die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) hat zuletzt Auffrischimpfungen nur bestimmten Gruppen empfohlen. Dazu gehören etwa Menschen ab 60, Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen ab einem Alter von sechs Monaten, Pflege- und Gesundheitspersonal sowie Angehörige von Risikopatienten. War man kĂŒrzlich infiziert, so bedeutet das in der Regel bereits eine Auffrischung der ImmunitĂ€t, eine extra Impfung ist dann nicht nötig. Laut Stiko sollen in der Regel mindestens zwölf Monate seit der letzten Impfung oder Infektion vergangen sein.

Wie laufen Impfungen jetzt eigentlich?

Die Organisation der Corona-Impfungen war zu Ostern vom Krisenmodus in die regulĂ€re Versorgung in den Praxen ĂŒbergegangen. Rahmen fĂŒr den Anspruch auf kostenlose Impfungen ist nun eine Richtlinie, die sich an den Stiko-Empfehlungen orientiert. Laut einer Bundesverordnung sind Impfungen auf Kassenkosten aber auch darĂŒber hinaus möglich, wenn eine Ärztin oder ein Arzt es fĂŒr medizinisch erforderlich hĂ€lt. Die Organisation wird dadurch komplizierter, dass der neue Impfstoff nicht als Einzeldosis kommt, sondern in FlĂ€schchen mit sechs Dosen. Praxen mĂŒssen so oft erst genĂŒgend Impf-Interessenten dafĂŒr sammeln.

In BundeslĂ€ndern, in denen die VergĂŒtung fĂŒr die Corona-Impfung noch nicht geregelt ist, bekommen Patientinnen und Patienten vorerst eine Privatrechnung. Diese können sie dann zur Erstattung bei der gesetzlichen Kasse einreichen. Das ist etwa in Hessen der Fall. Der Betrag, den Patientinnen und Patienten vorstrecken mĂŒssen, könnte nach SchĂ€tzung der KassenĂ€rztlichen Vereinigung Hessen bei knapp 35 Euro liegen.

Kommt noch anderer angepasster Impfstoff?

FĂŒr die Impfsaison erwartet werden - vorbehaltlich einer Zulassung durch die EU-Kommission - auch 10,6 Millionen Dosen der an XBB.1.5. angepassten Impfstoffe des Herstellers Novavax. Sie sollen voraussichtlich im vierten Quartal 2023 zur VerfĂŒgung stehen. Erst am Freitag hatte die EU-Kommission einen adaptierten Impfstoff von Moderna zugelassen.

Wie steht es gerade um das Infektionsgeschehen?

Die Ruhe des Sommers scheint vorbei: Die Zahl der offiziell im Labor bestÀtigten Corona-Infektionen nimmt bereits seit einigen Wochen wieder deutlich zu. Zwischen Anfang August und der Woche bis 10. September haben sich die wöchentlichen Werte mehr als verdreifacht. Eine hohe Dunkelziffer von nicht per PCR-Test bestÀtigten FÀllen ist anzunehmen, weil viel seltener auf Corona getestet wird als zu Hochzeiten der Pandemie.

Welche Corona-Variante ist gerade vorherrschend?

In Deutschland zirkulieren derzeit verschiedene Varianten. Die Linien EG.5 (auch Eris genannt) und XBB.1.16 wurden in der Woche bis 3. September je mit einem Anteil von knapp 23 Prozent nachgewiesen, wie das RKI berichtete. Auch die stark mutierte Variante BA.2.86 (Pirola) ist hierzulande angekommen. Mittlerweile werden allerdings nur noch wenige positive Proben auf Varianten untersucht. Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sagte kĂŒrzlich, sie sei relativ entspannt, solange Omikron zirkuliere. Sie sehe dann keine Gefahr, dass sich die Situation stark verĂ€ndere oder dass noch einmal staatliche Maßnahmen verhĂ€ngt wĂŒrden.

Droht im Herbst und Winter noch einmal eine heftigere Welle?

Das lĂ€sst sich schwer sagen. Es hĂ€ngt auch davon ab, ob noch einmal eine Variante auftaucht, die das Immunsystem austricksen kann. Fachleute gehen bisher von einer breiten GrundimmunitĂ€t durch Impfungen und Infektionen in Deutschland aus. Dennoch kann man sich anstecken. Erwartet wird aber, dass grundsĂ€tzlich gesunde Menschen in der Regel nicht mehr so schwer erkranken, dass sie ins Krankenhaus oder gar auf die Intensivstation mĂŒssen.

Lauterbach betonte zugleich: «Covid ist keine ErkÀltungskrankheit.» Ansteckungen brÀchten das Risiko von Long Covid mit sich. Fachleute aus Kliniken rechnen wegen Personalmangels und saisonalen Infektionswellen auch mit anderen Erregern wieder mit Stress im Gesundheitswesen.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
wissenschaft | 64010521 |