WasserhÀrte bei SÀuglingen: 87% höheres Ekzem-Risiko nachgewiesen
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Datenerhebungen verdeutlichen die Rolle von kalkhaltigem Leitungswasser fĂŒr die tĂ€gliche NĂ€hrstoffzufuhr. WĂ€hrend hartes Wasser oft mit technischen Problemen in HaushaltsgerĂ€ten assoziiert wird, weisen Fachberichte darauf hin, dass die enthaltenen Mineralien Calcium und Magnesium einen relevanten Beitrag zur Deckung des menschlichen Bedarfs leisten können.
Erwachsene benötigen pro Tag etwa 1000 mg Calcium und bis zu 400 mg Magnesium. Hartes Leitungswasser enthÀlt dabei etwa 80 bis 100 mg Calcium pro Liter und gilt als gesundheitlich unbedenklich.
Gesundheitliche Auswirkungen und Mythen der WasserhÀrte
Die BefĂŒrchtung, dass der Konsum von kalkhaltigem Wasser zu gesundheitlichen BeeintrĂ€chtigungen wie Nierensteinen oder einer Arterienverkalkung fĂŒhren könnte, wird durch aktuelle Erkenntnisse nicht gestĂŒtzt. Entsprechende ZusammenhĂ€nge gelten als wissenschaftlich widerlegt.
Dennoch gibt es feine Unterschiede in der Wirkung: WĂ€hrend die Mineralien innerlich vorteilhaft sind, kann hartes Wasser die HautoberflĂ€che reizen. Besonders bei SĂ€uglingen wurde in Regionen mit hoher WasserhĂ€rte ein bis zu 87 % erhöhtes Risiko fĂŒr die Entstehung von Ekzemen beobachtet.
Zudem bestehen MissverstĂ€ndnisse bezĂŒglich der akuten medizinischen Wirkung. Hartes Leitungswasser liefert zwar wertvolle Mineralstoffe, ein direkter Effekt gegen Beschwerden wie BlĂ€hungen ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt.
Bei empfindlichen Personen oder Kleinkindern kann die Umstellung auf sehr hartes Wasser zudem in EinzelfĂ€llen zu vorĂŒbergehenden, leichten Verdauungsbeschwerden fĂŒhren. Eine klare Trennung ist zudem bei der Begrifflichkeit geboten: Echtes Kalkwasser, chemisch Calciumhydroxid, ist im Gegensatz zu kalkhaltigem Trinkwasser Ă€tzend und fĂŒr den Verzehr ungeeignet.
Regionale Unterschiede in der WasserhÀrte
Die WasserhĂ€rte in Deutschland und Ăsterreich variiert regional erheblich, was direkten Einfluss auf die Mineralstoffaufnahme ĂŒber das Trinkwasser hat. In Lindhorst (Niedersachsen) erreicht die HĂ€rte etwa 20 °dH (Grad deutscher HĂ€rte) und liegt damit deutlich ĂŒber dem dortigen Landesdurchschnitt von 13 °dH.
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In bayerischen Regionen wie Rothaurach bei NĂŒrnberg oder Wörglham im Kreis Traunstein wurden Werte von etwa 16 °dH gemessen, wĂ€hrend der bayerische Durchschnitt bei 17 °dH liegt.
Vergleichsweise niedrigere, im mittleren Bereich angesiedelte Werte finden sich in Plesten am Berg mit 14 °dH, in Kroisbach an der Raab (Steiermark) mit 12 °dH sowie in BĂŒsch bei Eitorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 11 °dH. In Mölkau bei Leipzig wurde basierend auf Einzelwerten eine HĂ€rte von 10 °dH ermittelt, was unter dem sĂ€chsischen Durchschnitt von 14 °dH liegt.
Magnesiumbedarf und Risiken der Ăberdosierung
Neben Calcium rĂŒckt Magnesium als essenzieller Mineralstoff in den Fokus. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfiehlt fĂŒr Frauen ab 25 Jahren eine tĂ€gliche Zufuhr von 300 mg, wĂ€hrend fĂŒr MĂ€nner 350 mg veranschlagt werden.
Bei einer ausgewogenen ErnĂ€hrung ist die zusĂ€tzliche Einnahme von PrĂ€paraten in der Regel nicht erforderlich. Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) rĂ€t dazu, ĂŒber NahrungsergĂ€nzungsmittel nicht mehr als 250 mg Magnesium pro Tag zuzufĂŒhren.
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Eine unkontrollierte Supplementierung kann gesundheitliche Folgen haben. Bereits ab einer zusĂ€tzlichen Menge von 300 mg Magnesium sind DurchfĂ€lle und Magen-Darm-Beschwerden möglich. Massive Ăberdosierungen ab 2500 mg tĂ€glich können schwerwiegende LĂ€hmungserscheinungen auslösen. Besonders bei Patienten mit Nierenerkrankungen besteht zudem das Risiko einer HypermagnesiĂ€mie.
Ein Mangel an Magnesium kann hingegen weitreichende Folgen fĂŒr die SchlafqualitĂ€t haben. Da der Mineralstoff NMDA-Rezeptoren blockiert, die AusschĂŒttung von GABA fördert und die Melatoninregulierung unterstĂŒtzt, fĂŒhrt ein Defizit oft zu neuronaler Ăbererregung, nĂ€chtlichen KrĂ€mpfen oder dem Restless-Legs-Syndrom.
In der Anwendung werden verschiedene Verbindungen unterschieden: Magnesiumcitrat gilt als besonders wasserlöslich und bioverfĂŒgbar, wĂ€hrend Magnesiumbisglycinat hĂ€ufig bei stressbedingten Schlafproblemen empfohlen wird.
