Waymo, San

Waymo in San Diego: Robotaxis bleiben bei Flut mit Fahrgast im Wasser stecken

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Überflutungen und knappe Ladeinfrastruktur erschweren Waymos Betrieb; eine dauerhafte technische Lösung für Hochwasser steht noch aus.
Eine überflutete Stadtstraße in San Diego bei Hochwasser mit spiegelndem Wasser auf dem Asphalt. Illustration mit AI erstellt.

Ende Oktober 2026 sind mehrere autonome Fahrzeuge des Betreibers Waymo während der extremen Gezeiten („King Tides“) in San Diego auf einer überfluteten Straße liegen geblieben. Bei dem Vorfall am 31. Oktober 2026 befand sich in mindestens einem der betroffenen Fahrzeuge ein Fahrgast an Bord.

Die Situation erforderte das Eingreifen der örtlichen Behörden: Ein Polizist setzte sich ans Steuer des Robotaxis, um das Fahrzeug manuell durch das stehende Wasser zu manövrieren. Das Unternehmen hatte den vollautonomen Fahrbetrieb in San Diego erst im Sommer 2026 aufgenommen, zeitgleich mit Starts in Denver, Las Vegas und Tampa.

Bekannte Probleme bei Hochwasser und behördliche Auflagen

Der Zwischenfall knüpft an bereits bekannte Schwierigkeiten autonomer Systeme bei Überflutungen an. Im Mai 2026 hatte die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA einen Sicherheitsrückruf unter der Kennung 26E026 bestätigt.

Anlass war ein Ereignis am 20. April 2026, bei dem ein unbesetztes Waymo-Fahrzeug in einen unbefahrbaren, überfluteten Straßenabschnitt mit einem Tempolimit von 40 mph gesteuert war. Dieser Rückruf betrifft nach Behördenangaben 3.791 Fahrzeuge der fünften und sechsten Hardware-Generation des Unternehmens.

Als vorläufige Maßnahme schränkt Waymo seine Einsatzgebiete bei extremen Witterungsbedingungen ein; eine dauerhafte technische Lösung steht bislang aus.

Rechtlich greift in Kalifornien seit dem 1. Juli 2026 das Gesetz AB 1777. Dieses erlaubt den Polizeibehörden, bei Verkehrsverstößen offiziell Mitteilungen auszustellen, verlangt eine funktionierende Zwei-Wege-Kommunikation und ermöglicht den Behörden den Einsatz von Geofencing-Vorgaben gegenüber autonomen Flottenbetreibern.

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Engpässe an öffentlichen Ladestationen und Infrastrukturdruck

Neben witterungsbedingten Ausfällen belasten betriebliche Logistikfragen den Rollout. In US-Städten wie San Diego, Nashville und St. Louis nutzen Waymo-Fahrzeuge regelmäßig öffentliche Ladesäulen. Laut Berichten führt dies in San Diego zu Wartezeiten von bis zu einer Stunde für private Elektroautofahrer.

Der Ladeinfrastrukturanbieter EVgo hält fest, dass die Stationen regulär für Privatfahrzeuge wie für Robotaxis offenstehen und hoch ausgelastet sind; eine Nutzung durch gewerbliche Flotten ist rechtlich nicht unzulässig.

Waymo, das seinen Dienst inzwischen in 15 US-Städten betreibt, sieht eigene Betriebshöfe weiterhin als Priorität, setzt bei Bedarf aber auf externe Stationen. Um eine Überlastung einzelner Standorte zu vermeiden, schickt das Unternehmen an ausgewählten Punkten Personal vor Ort, während Modelle wie der Jaguar I-Pace und Zeekr-Vans in Betriebspausen zwischengeladen werden.

Frank Reig, Chef des Infrastrukturentwicklers Voltera, sieht in Lade-, Reinigungs- und Servicekapazitäten das zentrale Nadelöhr für das weitere Wachstum autonomer Fahrdienste.

Zwar dauere die Errichtung eines Depots vier bis sechs Monate, doch von der Flächensicherung über Genehmigungen und Stromnetzanschlüsse bis zum regulären Betrieb vergehe ein Zeitraum von zwei bis vier Jahren. Voltera, Betreiber von Depots unter anderem für Waymo, betont die Notwendigkeit koordinierter Depotnetze statt unkoordinierter Einzelladepunkte.

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Flottenbetreiber ringen mit operativen Schnittstellen

Ähnliche operative Herausforderungen betreffen auch Mitbewerber. In Austin (Texas) bedienen Tesla-Mitarbeiter Ladeanschlüsse von Cybercabs und autonomen Model-Y-Testfahrzeugen noch manuell und parken falsch positionierte Autos um.

Nach Angaben von Fahrzeugtechnik-Chef Lars Moravy und Cybercab-Programmleiter Eric Earley plant Tesla den vorübergehenden Einsatz humanoider Optimus-Roboter an Supercharger-Hubs, bis eine vollständig automatisierte Infrastruktur steht.

Das Cybercab verfügt ausschließlich über Gleichstrom-Schnellladen mit NACS-Anschluss; für das geplante induktive Laden erhielt Tesla 2026 die FCC-Zulassung und plant in Austin ein Depot mit 80 Ladepads.

Teslas Cybercab-Flotte, die in Austin seit rund einem Monat im Einsatz ist, wuchs von 45 auf 169 Fahrzeuge. Nutzer meldeten längere Wartezeiten, ungenaue Haltepunkte sowie Probleme mit den Flügeltüren; die NHTSA prüft derzeit die Konformität nach einer Fristverlängerung.

Im Vergleich dazu bewegt Waymo laut Marktberichten über 1.000 Fahrzeuge in 15 Märkten mit wöchentlich mehr als 500.000 bezahlten Fahrten und über 270 Millionen vollautonomen Meilen.

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