Waymo, Ojai

Waymo Ojai: Robotaxi-Generation ab sofort für Millionen Nutzer

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Waymo startet öffentlichen Robotaxi-Dienst mit Modell Ojai in drei Metropolen. Trotz hoher Zölle wächst die Flotte rasant, weitere Städte folgen.

Waymo öffnet Robotaxi Ojai für alle Nutzer in drei US-Städten
Ein autonomes Waymo Ojai Robotaxi fährt bei Sonnenuntergang durch eine von Palmen gesäumte Straße in Los Angeles. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Google-Tochter Waymo hat am 19. August den Zugang zu ihrer neuesten Robotaxi-Generation, dem Modell Ojai, für die breite Öffentlichkeit freigegeben. Der Dienst steht ab sofort allen Fahrgästen in Los Angeles, Phoenix und San Francisco zur Verfügung. Damit beendet das Unternehmen die Phase der limitierten Nutzertests für dieses Fahrzeug und setzt seine Expansionsstrategie mit der zweiten bedeutenden Ausweitung innerhalb einer Woche fort.

Technologische Basis und internationale Fertigung

Der Ojai bildet die nächste Generation der autonomen Flotte von Waymo ab. Etwa 300 Fahrzeuge dieses Typs befinden sich bereits im kommerziellen Betrieb in den drei genannten Städten. Technisch basiert das Modell auf der SEA-M-Plattform des Herstellers Zeekr. Die Fertigung der Basisfahrzeuge erfolgt in China, während die Endmontage der autonomen Systeme am Standort in Arizona durchgeführt wird.

In der sechsten Generation des sogenannten Waymo Driver kommt eine verbesserte Sensorik zum Einsatz, die unter anderem 17-Megapixel-Kameras umfasst. Als technische Besonderheit integriert Waymo den KI-Assistenten Google Gemini, um die Interaktion und Steuerung innerhalb des Fahrzeugs zu unterstützen.

Das Fahrzeug wurde laut Unternehmensangaben gezielt kostenoptimiert entwickelt, um den Weg zur Profitabilität des Mobilitätsdienstes zu ebnen. Konkrete Fahrpreise für Endkunden wurden jedoch nicht explizit genannt.

Flottenwachstum trotz hoher Importzölle

Der Ausbau der Ojai-Flotte erfolgt vor dem Hintergrund erheblicher handelspolitischer Hürden. Seit 2024 unterliegen die aus China importierten Elektrofahrzeuge einem US-Zoll von 127,5 Prozent. Dennoch wurden bisher über 3.200 Einheiten des Ojai in die USA eingeführt, davon allein mehr als 2.600 Fahrzeuge im laufenden Jahr 2026. Der monatliche Import liegt derzeit bei etwa 300 Fahrzeugen.

Branchenanalysten von MoffettNathanson prognostizieren, dass bis Ende 2026 insgesamt 5.000 Ojai-Fahrzeuge importiert sein könnten, womit das Modell die bisherige Jaguar-Flotte an Umfang übertreffen würde.

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Die Kostenstruktur pro Fahrzeug ist dabei detailliert aufgeschlüsselt: Einem ursprünglichen Importwert von 38.000 US-Dollar stehen nach Verzollung 86.500 US-Dollar gegenüber. Inklusive der Endmontage und der autonomen Hardware belaufen sich die Gesamtkosten für ein einsatzbereites Fahrzeug auf 110.000 US-Dollar.

Regulatorische Freigaben für weitere Expansion

Waymo verfolgt das Ziel, bis zum Jahresende eine Million Fahrten pro Woche zu absolvieren. Um dieses Volumen zu erreichen, ist eine geografische Ausweitung geplant. Die California Public Utilities Commission hat bereits den Betrieb für kostenpflichtige, fahrerlose Fahrten in zwölf Countys im Norden Kaliforniens genehmigt, was Regionen wie das San Mateo County und Half Moon Bay einschließt.

Zudem liegen Genehmigungen für Sacramento und San Diego vor. Ein öffentlicher Start in Denver ist für einen späteren Zeitpunkt im Jahr 2026 vorgesehen; dort laufen aktuell die letzten Testphasen mit Mitarbeitern. Auch für Las Vegas gibt es Pläne für eine Markteinführung noch im selben Jahr.

Sicherheitsbilanz und operative Historie

Nach einer temporären Aussetzung des Autobahn-Betriebs im Mai und einem Rückruf im Juni konnte Waymo den Zugang zu Freeways im Juli wiederherstellen. Die Rückrufaktionen betrafen im Frühsommer insgesamt rund 4.000 Fahrzeuge aufgrund von Software-Schwierigkeiten im Umgang mit Baustellenbereichen und überfluteten Fahrbahnen.

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Trotz dieser operativen Herausforderungen verweist das Unternehmen auf eine positive Sicherheitsstatistik. Den Daten zufolge verursachen die autonomen Systeme 94 Prozent weniger schwere Unfälle als menschliche Fahrer.

Zudem steht ein Remote-Operations-Team bereit, das bei Bedarf in die Steuerung der Fahrzeuge eingreifen kann. In San Francisco wurden laut Behördendaten bereits über 100.000 bezahlte Fahrten durchgeführt. Insgesamt blickt Waymo auf eine Testphase von mehr als einem Jahrzehnt und über 20 Millionen gefahrene Meilen zurück.

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