Waymo, Robotaxis

Waymo ruft 3.800 Robotaxis wegen Software-Fehlers zurück

13.05.2026 - 16:58:45 | boerse-global.de

Waymo ruft rund 3.800 Robotaxis wegen eines Softwarefehlers zurück, der zu Unfällen mit überfluteten Straßen führte.

Waymo ruft 3.800 Robotaxis wegen Software-Fehlers zurück - Foto: über boerse-global.de
Waymo ruft 3.800 Robotaxis wegen Software-Fehlers zurück - Foto: über boerse-global.de

Ein Software-Defekt bei Waymo führt zur ersten Rückrufaktion für die sechste Fahrzeuggeneration. Das autonome Fahren steht vor einer Bewährungsprobe.

Der US-Autobauer Waymo hat rund 3.800 seiner selbstfahrenden Taxis zurückgerufen. Grund ist ein Software-Problem, das die Fahrzeuge bei überfluteten Straßen in Gefahr brachte. Ein Vorfall in San Antonio, Texas, löste die Maßnahme aus: Ein fahrerloses Robotaxi fuhr trotz erkannter Gefahr in eine überflutete Straße und wurde in einen Bach gespült. Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) überwacht den Rückruf, der Fahrzeuge der fünften und sechsten Generation betrifft – darunter Modelle wie den Jaguar I-Pace, den Zeekr RT und den Hyundai Ioniq 5, gebaut zwischen März 2022 und April 2026.

Waymo hat seinen Dienst in San Antonio vorerst eingestellt. Das Unternehmen setzt nun auf strenge wetterabhängige Betriebsbeschränkungen und aktualisierte Karten, die überschwemmungsgefährdete Gebiete markieren. Dabei absolviert Waymo wöchentlich mehr als 500.000 Fahrten in mehreren US-Städten. Branchenbeobachter sehen in dem Rückruf einen Beleg dafür, dass selbst die fortschrittlichsten Systeme an scheinbar alltäglichen Umweltbedingungen scheitern können.

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„Touch Dreaming": KI lernt, Berührungen vorherzusehen

Während die kommerziellen Flotten mit den Herausforderungen kämpfen, arbeiten Forscher an neuen Lösungen. Die Universität Valencia veröffentlichte am 12. Mai eine Studie, die zeigt, wie selbstfahrende Autos bei Nacht und Nebel besser navigieren können. Mit einer Technik namens divisive Normalisierung, die menschliche Gehirnmechanismen nachahmt, verbesserten die Forscher die Objekterkennung bei schlechter Sicht um mehr als 20 Prozent.

Noch einen Schritt weiter geht das Bosch Center for AI gemeinsam mit der Carnegie Mellon University. Ihr neues System namens „Humanoid Transformer with Touch Dreaming" (HTD) ermöglicht Robotern, taktile Signale vorherzusagen, bevor sie eine Bewegung ausführen. Die Maschinen „träumen" quasi die Ergebnisse einer Berührung. Bei komplexen Aufgaben wie dem Falten von Handtüchern oder dem Servieren von Tee erzielten die Forscher eine um 90,9 Prozent höhere Erfolgsquote im Vergleich zu bisherigen Modellen.

Südkorea startet nationale Flotte – Europa zieht nach

Trotz der Rückschläge in Nordamerika treiben Regierungen und Konzerne weltweit den Ausbau autonomer Flotten voran. Südkorea hat am 13. Mai offiziell das „Korea Autonomous Driving Team" in Gwangju gestartet. Ein Konsortium aus Hyundai Motor, Kia und Samsung Fire & Marine Insurance wird bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 insgesamt 200 autonome Fahrzeuge auf einer Fläche von 500 Quadratkilometern einsetzen. Die Fahrzeuge nutzen ein „End-to-End"-KI-Modell namens Atria. Das südkoreanische Verkehrsministerium peilt für 2027 die Autonomiestufe 4 an.

In Deutschland setzen SAP und Cyberwave neue Maßstäbe. In einem Logistiklager in St. Leon-Rot falten vollautonome Roboter Kartons, packen Waren und steuern den Versand über die SAP Business Technology Platform. Die entscheidende Neuerung: Die Zeit, um Robotern neue Aufgaben beizubringen, sank von mehreren Wochen auf nur noch wenige Stunden.

Zwei Roboter, ein Befehl: Figure AI zeigt Teamarbeit

Ein weiterer Meilenstein gelang Figure AI. Am 11. und 12. Mai demonstrierten die Helix-02-Roboter, wie sie gemeinsam einen Raum aufräumen und ein Bett machen – in unter zwei Minuten. Gesteuert von einem einzigen Vision-Language-Action-Modell (VLA), kommunizierten die Roboter nicht direkt miteinander. Jeder interpretierte die Umgebung und die Absicht des anderen allein durch Kameradaten. Ein zentraler Planer war nicht nötig.

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Weitere Neuheiten aus der humanoide Robotik:

  • Hello Robot brachte den Stretch 4 auf den Markt – einen mobilen Manipulator für knapp 28.000 Euro, ausgestattet mit einem NVIDIA Jetson Orin NX Prozessor und doppelt so schnell wie sein Vorgänger.
  • Kinetix AI präsentierte „KAI", einen 1,73 Meter großen Humanoiden mit 18.000 taktilen Sensoren in der Kunsthaut. Die Serienproduktion soll Ende 2026 anlaufen, der Preis liegt bei über 30.000 Euro.
  • Persona AI und Under Armour arbeiten gemeinsam an Hochleistungsmaterialien für Roboter in extremen Umgebungen – mit Fokus auf Hitzeregulierung und Abriebfestigkeit.

Die Plattform-Ökonomie: Vom Pilotprojekt zum Massenmarkt

Die autonome Lieferbranche konsolidiert sich. Starship hält mit 26,5 Prozent Marktanteil die Spitze im Campus- und Mikro-Umfeld, gefolgt von Nuro mit 21 Prozent. Analysten erwarten, dass sogenannte „Mothership"-Operationen – bei denen größere Fahrzeuge kleinere Roboter ausliefern – in den nächsten 18 Monaten um 23,5 Prozent zulegen werden.

Doch der Waymo-Rückruf zeigt die Kehrseite der Medaille. Der Übergang von Pilotprojekten zur Plattform-Ökonomie erfordert Software, die nicht nur Aufgaben erledigt, sondern auch widerstandsfähig gegen Extremfälle wie Starkregen oder Überschwemmungen ist. Der Abgang mehrerer Top-Manager von Boston Dynamics Anfang 2026 deutet zudem auf internen Druck hin, die komplexen Systeme schneller zu kommerzialisieren.

Ausblick: Autonome Lkw und humanoide Fabrikarbeiter

Bis Ende 2026 wollen Kodiak Robotics und Roehl Transport fahrerlose Frachtstrecken zwischen Dallas und Houston eröffnen. Mehr als 85 Prozent der Lkw-Unfälle sind auf menschliches Versagen zurückzuführen – ein starkes Argument für die Technologie. In Malaysia plant die Regierung die Einführung von Level-3-Autonomie bis 2030 und setzt dabei auf den Aufbau einer lokalen Sensor- und Chip-Industrie.

Hyundai Motor Group will den humanoiden Roboter Atlas bis 2028 in seinen Fabriken einsetzen. Das Ziel: general-purpose Roboter bis 2030. Die Techniken wie „Touch Dreaming" und VLA-Modelle zeigen, dass die Branche 2026 vor allem eines verbinden muss: die hohe Leistungsfähigkeit aus dem Labor mit den unnachgiebigen Sicherheitsanforderungen des echten Lebens.

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