Wechseljahre, Aerobes

Wechseljahre: Aerobes Training lindert depressive Symptome laut Übersichtsarbeit

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 13:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Übersichtsarbeit verbindet Bewegung mit besserer Stimmung und psychischer Lebensqualität, weist jedoch auf methodische Grenzen hin.
Ein sonnendurchfluteter Parkweg am späten Nachmittag ohne Personen, der Ruhe und Bewegung im Freien symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Regelmäßige körperliche Aktivität kann die Stimmung heben und depressive Verstimmungen in den Wechseljahren lindern. Eine am 13. Oktober 2026 im Fachjournal „Menopause“ erschienene Übersichtsarbeit des University College London untersuchte die Effekte unterschiedlicher Trainingsformen bei Frauen in der Perimenopause und der frühen Postmenopause.

Die Auswertung von zwölf randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt rund 1.000 Teilnehmerinnen im Alter von 40 bis 65 Jahren zeigt differenzierte Wirkungen verschiedener Bewegungsarten auf die mentale Gesundheit.

Aerobe Aktivitäten lindern depressive Symptome

Nach den Ergebnissen der Übersichtsarbeit zeigten vor allem aerobe Trainingsformen wie Gehen, Tanzen, Zumba, Aerobic und Taekwondo die deutlichsten Effekte auf depressive Symptome sowie die allgemeine Lebensqualität. In den zugrundeliegenden Untersuchungen wurden unter anderem Interventionen wie dreimal wöchentlich 30 Minuten Spazierengehen oder dreimal pro Woche 60 Minuten Zumba erprobt.

Die positiven Effekte auf Depressionen, Stimmung und Lebensqualität zeigten sich bei Frauen in der frühen Postmenopause besonders deutlich, während sich depressive Symptome auch in der Perimenopause verbesserten. Eine Meta-Analyse der Daten ergab zudem, dass aerobe Aktivität die Stimmung spürbar aufhellen und Depressionsanzeichen mindern kann, wobei dieser Effekt in der Perimenopause teilweise noch stärker ausgeprägt war als in der Postmenopause.

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Mind-Body-Verfahren stärken die psychische Lebensqualität

Sogenannte Mind-Body-Aktivitäten – darunter Yoga, Tai-Chi, Pilates und gezielte Dehnübungen – führten vor allem zu einer Verbesserung der psychischen Lebensqualität. Zu den analysierten Programmen zählten Einheiten von zweimal wöchentlich 75 Minuten Yoga oder tägliche Einheiten von 60 Minuten Yoga.

Für eine gesonderte Depressionsanalyse lagen im Bereich Yoga und Pilates zwar zu wenige Einzelfallstudien vor, im Hinblick auf das allgemeine psychische Wohlbefinden erwiesen sie sich jedoch als vergleichbar wirksam.

Die Forschenden führen diese Effekte nicht auf direkte physiologische Wirkungen auf die Menopause zurück, sondern primär auf Stressreduktion und begleitende soziale Faktoren. Seniorautorin Aimee Spector vom University College London hob hervor, dass Bewegung eine wirksame, zugängliche und nichtmedikamentöse Strategie darstelle.

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Methodische Einschränkungen und Einordnung

Die in der Analyse berücksichtigten Daten stammten aus sieben Ländern: Brasilien, China, Tunesien, Indien, dem Iran, Südkorea und den USA. Die Aussagekraft der Übersichtsarbeit wird jedoch durch methodische Limitationen eingeschränkt.

Die eingeschlossenen Studien wiesen eine hohe Heterogenität auf, und bei zehn der zwölf Studien bestand ein hohes Verzerrungsrisiko. Die Forschenden betonen daher den Bedarf an weiteren, methodisch hochwertigen randomisierten Studien zur Absicherung der Befunde.

Zudem wird klargestellt, dass Bewegung keinen vollwertigen Ersatz für eine Hormontherapie darstellt. Die Menopause tritt typischerweise im Alter zwischen 45 und 55 Jahren ein, wobei bis zu 80 Prozent der Frauen unter wechseljahresbedingten Beschwerden leiden.

Während körperliche Aktivität das psychische Befinden spürbar stabilisieren kann, erfordern ausgeprägte oder anhaltende depressive Symptome weiterhin eine differenzierte medizinische Abklärung.

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