Wechseljahres-PrÀparate: UCL-Studie warnt vor LeberschÀden
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 05:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Untersuchungen weisen auf erhebliche SicherheitsmĂ€ngel und eine mangelnde Wirksamkeit bei zahlreichen NahrungsergĂ€nzungsmitteln hin, die speziell fĂŒr Frauen in den Wechseljahren vermarktet werden.
Experten des University College London (UCL) warnen in einer im September 2026 thematisierten Studie im Fachmagazin âClimactericâ, dass viele dieser Produkte nicht nur die versprochene Wirkung vermissen lassen, sondern im schlimmsten Fall sogar toxische LeberschĂ€den verursachen können.
Analyse der Inhaltsstoffe und mangelnde Wirksamkeit
Im Rahmen der UCL-Studie wurden 201 verschiedene PrĂ€parate untersucht, die bei neun groĂen EinzelhĂ€ndlern im Vereinigten Königreich erhĂ€ltlich sind. Die Analyse zeigt eine hohe Verbreitung von pflanzlichen Stoffen und Vitaminen: Rund 80 Prozent der Produkte enthalten KrĂ€uterextrakte, wĂ€hrend 77 Prozent Vitamine und 74 Prozent Phytoöstrogene aufweisen. Als hĂ€ufigstes Vitamin wurde Vitamin B6 identifiziert, wĂ€hrend bei den KrĂ€uterextrakten vor allem Rotklee und Salbei zum Einsatz kommen.
Trotz der breiten VerfĂŒgbarkeit kritisieren die Forscher die Zusammensetzung vieler Mittel. Obwohl etwa 13 Millionen Frauen im Vereinigten Königreich von peri- oder menopausalen Symptomen betroffen sind, enthalten lediglich 23,9 Prozent der untersuchten PrĂ€parate Calcium.
Besonders kritisch wird bewertet, dass die HÀlfte aller Produkte kein Vitamin D enthÀlt. Dies steht im Gegensatz zu offiziellen Empfehlungen, etwa des National Health Service (NHS), der eine tÀgliche Aufnahme von 10 Mikrogramm Vitamin D nahelegt.
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Risiken fĂŒr toxische LeberschĂ€den und Ăberdosierungen
Ein zentraler Aspekt der Expertenwarnung betrifft die Sicherheit der Anwenderinnen. Insbesondere Inhaltsstoffe wie SchwarzkĂŒmmel (Black Cohosh) werden mit einem potenziellen Risiko fĂŒr LeberschĂ€den in Verbindung gebracht.
Professor Joyce Harper vom UCL verwies in Berichten vom September 2026 darauf, dass fĂŒr die Mehrheit der frei verkĂ€uflichen Wechseljahres-PrĂ€parate nur eine sehr begrenzte wissenschaftliche Evidenz hinsichtlich ihrer Wirksamkeit vorliege.
Zudem besteht die Gefahr von Ăberdosierungen. WĂ€hrend ein Mangel an Vitamin D problematisch ist, kann eine unkontrollierte Ăberdosis dieses Vitamins zu Symptomen wie Erbrechen und Verwirrtheit fĂŒhren. Die Forscher bemĂ€ngeln, dass viele Hersteller mit einer positiven Wirkung werben, obwohl die Datengrundlage hierfĂŒr unzureichend sei.
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Marktvolumen und Preisgestaltung der PrÀparate
Der Markt fĂŒr Menopause-Produkte verzeichnete in den vergangenen Jahren ein deutliches Wachstum. Professor Harper sprach in diesem Zusammenhang von einem regelrechten Goldrausch bei NahrungsergĂ€nzungsmitteln fĂŒr diese Zielgruppe. Prognosen zufolge sollte der Markt fĂŒr entsprechende PrĂ€parate bereits bis zum Jahr 2023 ein Volumen von mehr als 18,4 Millionen Pfund erreichen.
Die preisliche Gestaltung der Produkte weist eine enorme Spanne auf. Die monatlichen Kosten fĂŒr Konsumentinnen bewegen sich laut der UCL-Untersuchung zwischen 1,50 Pfund und 95 Pfund.
Ein Preisvergleich zeigt, dass einfache Kombinationen aus Vitamin D und Calcium, etwa beim HĂ€ndler Boots, bereits fĂŒr 1,49 Pfund pro 30 Tabletten erhĂ€ltlich sind, was einem Preis von 5 Pence pro Pille entspricht. Angesichts der hohen Preise vieler SpezialprĂ€parate und der gleichzeitig oft fehlenden Nachweise ĂŒber deren Nutzen raten Experten zu einer kritischen PrĂŒfung vor dem Kauf.
