Wegovy-Tablette, EMA

Wegovy-Tablette: EMA empfiehlt orale Alternative zur Spritze

08.06.2026 - 02:51:55 | boerse-global.de

Novo Nordisk und Eli Lilly prÀsentieren vielversprechende Studienergebnisse. Die Wegovy-Tablette steht kurz vor der EU-Zulassung.

Neue Therapien gegen Diabetes und Adipositas im Überblick
Wegovy-Tablette - Eine Anordnung von frischen, gesunden Lebensmitteln wie GemĂŒse, Obst und Vollkornprodukten auf einem Tisch, mit einem verschwommenen wissenschaftlichen Hintergrund. 08.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Von hochwirksamen Medikamenten ĂŒber pflanzliche Wirkstoffe bis hin zu cleveren ErnĂ€hrungsstrategien – die Forschung liefert derzeit eine beeindruckende Bandbreite an AnsĂ€tzen.

Novo Nordisk und Eli Lilly: Neue Wirkstoffe ĂŒberzeugen

Die Pharmaindustrie macht Tempo. Ein neuer Wirkstoffkandidat von Novo Nordisk erzielte in Studien deutliche Senkungen von Blutzucker und Körpergewicht. Parallel dazu legte Eli Lilly am vergangenen Samstag Ergebnisse aus Phase-3-Studien zu Retatrutid vor.

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In der TRIUMPH-1-Studie ĂŒber 80 Wochen verloren Probanden bei 12 Milligramm Dosierung durchschnittlich 28,3 Prozent ihres Körpergewichts. Die TRANSCEND-T2D-1-Studie bei Typ-2-Diabetes zeigte nach 40 Wochen eine Blutzuckersenkung um 2,0 Prozent und eine Reduktion der Triglyceride um 41 Prozent.

Wegovy-Tablette: Schluss mit der Nadel?

Ein Meilenstein steht kurz bevor. Der Ausschuss fĂŒr Humanarzneimittel (CHMP) der EMA empfahl am Samstag die Zulassung der Wegovy-Tablette (Semaglutid) fĂŒr Europa. Die einmal tĂ€gliche orale Einnahme wĂ€re eine echte Alternative zur Injektion – fĂŒr Patienten mit einem BMI ab 30 oder ab 27 mit gewichtsbedingten Folgeerkrankungen.

Die Daten sprechen fĂŒr sich: In einer 64-wöchigen Studie verloren Teilnehmer unter dem Wirkstoff 13,61 Prozent an Gewicht, die Placebogruppe nur 2,18 Prozent. Die EU-Kommission entscheidet voraussichtlich bis Ende Juli.

MangoblÀtter: Traditionelles Heilmittel im Fokus

Neben der synthetischen Pharmazie rĂŒcken pflanzliche Wirkstoffe in den Fokus. Dr. Phung Tuan Giang vom vietnamesischen Institut fĂŒr Forschung und Entwicklung traditioneller Medizin hat die blutzuckersenkenden Eigenschaften von MangoblĂ€ttern untersucht.

Der enthaltene Stoff Mangiferin regt die Insulinproduktion an. Polyphenole hemmen das Enzym Alpha-Glucosidase, was NĂŒchternblutzucker und HbA1c-Wert senken kann. Das Indian Institute of Integrative Medicine fand zudem Hinweise, dass Mangiferin die Fettansammlung und das LDL-Cholesterin reduziert.

FrĂŒhstĂŒck oder nicht? Das Timing entscheidet

Die Struktur der tĂ€glichen Nahrungsaufnahme beeinflusst mehr als nur das Gewicht. Eine sĂŒdkoreanische Studie des Seoul St. Mary's Hospital mit 22.000 Erwachsenen zeigt: UnregelmĂ€ĂŸige Mahlzeiten, besonders der FrĂŒhstĂŒcksverzicht, erhöhen das Risiko fĂŒr depressive Symptome um den Faktor 1,55.

Experten raten zudem zu bewusstem Timing der Abendmahlzeiten. Die AOK empfiehlt leichte, sĂ€ttigende Mahlzeiten vor dem Schlafengehen. Prof. Ingo Fietze von der CharitĂ© Berlin betont bei HungergefĂŒhlen kleine, leicht verdauliche Kohlenhydratmengen.

PCOS bekommt neuen Namen – und neue Therapien

Die Medizin wird prĂ€ziser. In der Fachzeitschrift The Lancet wurde am 12. Mai die Umbenennung des Polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS) in „Polyendokrines metabolisches Ovarsyndrom“ (PMOS) vollzogen. Der neue Name unterstreicht den metabolischen Charakter der Störung, von der etwa jede achte Frau im gebĂ€rfĂ€higen Alter betroffen ist.

Als Therapie gelten neben Lebensstilinterventionen Metformin und zunehmend GLP-1-PrÀparate.

FrĂŒherkennung bei Kindern: Brandenburg startet Testreihe

Seit dem 1. Mai können Kinder in Brandenburg im Rahmen der Fr1da-Studie beim Kinderarzt auf Inselautoantikörper getestet werden. Dr. Dieter HĂŒseman vom Werner Forßmann Krankenhaus Eberswalde betont die Bedeutung: FrĂŒhe Intervention kann den Krankheitsverlauf entscheidend beeinflussen.

ErgĂ€nzend wurde auf den 86. ADA Scientific Sessions der DNlite-Assay vorgestellt – ein Biomarker-Test, der Nierenkomplikationen bei Diabetikern vorhersagen soll.

75 Minuten pro Woche: Intervalltraining reicht

Bewegung bleibt die Basis. Eine Studie der UniversitĂ€t Hongkong in Nature Communications vom Sonntag belegt: Moderates Intervalltraining einmal pro Woche fĂŒr 75 Minuten reduziert Bauchfett und Taillenumfang genauso effektiv wie drei Einheiten.

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Auch Pilates zeigt schnelle Erfolge. Laut einer Untersuchung in der Fachzeitschrift Life verbesserten sich bei inaktiven Frauen bereits nach vier Wochen Ruheherzfrequenz und NĂŒchternblutzucker signifikant.

SÀure-Basen-Haushalt: Was die Basis-ErnÀhrung bringt

Der Körper reguliert den SĂ€ure-Basen-Haushalt primĂ€r ĂŒber Lunge und Nieren, wie das PTA-Forum am Sonntag festhielt. Eine pflanzenbetonte ErnĂ€hrung mit etwa 80 Prozent basischen Lebensmitteln wie GemĂŒse und Obst unterstĂŒtzt die natĂŒrlichen Puffersysteme – besonders bei bestehenden chronischen Leiden wie Diabetes.

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