Wegovy-Tablette: Semaglutid ist seit 1. September in Apotheken erhältlich
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 19:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Viele Menschen mit starkem Übergewicht blicken morgens mit Veränderungsbereitschaft in den Tag, stoßen im Alltag jedoch auf spürbare Barrieren. Das zeigt eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Pharmaunternehmens Novo Nordisk, die zwischen dem 9. und 30. Juli 2026 unter 5.000 Erwachsenen in Deutschland durchgeführt wurde, darunter 2.000 Personen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von über 30. Demnach sehen 57 Prozent der Menschen mit Adipositas und 51 Prozent der Gesamtbevölkerung den Morgen als Chance für eine Veränderung.
Gleichzeitig belasten Hindernisse den Weg zu einem gesünderen Alltag: Als größte Barriere nannten 23 Prozent der Betroffenen körperliche Beschwerden, während rund 11 Prozent wiederholte Misserfolge angaben.
Informationsdefizite und der Wunsch nach Spezialisten
Die Befragung verdeutlicht deutliche Bedürfnisse bei den Betroffenen: 54 Prozent wünschen sich vor allem mehr Beweglichkeit, rund 45 Prozent eine Gewichtsreduktion und 39 Prozent mehr Energie. Zudem äußerten 67 Prozent den Wunsch nach mehr Unterstützung für ihre langfristige Gesundheit.
Allerdings besteht bei vielen Unklarheit über therapeutische Möglichkeiten. Laut der Civey-Erhebung fühlen sich 52 Prozent der Befragten über moderne Behandlungen unzureichend informiert. Weitere 47 Prozent wünschen sich einen leichteren Zugang zu medizinischen Spezialisten.
Fachleute weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass telemedizinische Angebote eine mögliche Ergänzung darstellen können, um Zugangsbarrieren zu senken, medikamentöse Therapien jedoch einer engmaschigen ärztlichen Überwachung bedürfen.
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Eine chronische Erkrankung mit weitreichenden Folgen
Adipositas gilt in der Medizin als komplexe, chronische Erkrankung, die ab einem BMI von 30 kg/m² diagnostiziert wird, während Übergewicht ab einem BMI von 25 kg/m² beginnt. Nach Angaben der Deutschen Adipositas-Gesellschaft sind in Deutschland rund 17 Millionen Erwachsene betroffen.
Die Entstehung umfasst ein Zusammenspiel genetischer, biologischer, psychischer und sozialer Faktoren, wobei sich auch die körpereigene Gewichtsregulation nach einer Abnahme verändern kann.
Unbehandelt kann Adipositas mit rund 200 Begleit- und Folgeerkrankungen einhergehen, darunter Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkbeschwerden, Schlafapnoe, Lebererkrankungen und bestimmte Krebsarten. Auch weltweit wächst die Dimension der Erkrankung: Die World Obesity Federation erwartet, dass bis zum Jahr 2035 mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung von Übergewicht oder Adipositas betroffen sein könnte.
Multimodale Therapieansätze und neue Optionen
Für eine wirksame Behandlung betonen Fachgesellschaften ein langfristiges, individuell angepasstes Vorgehen. Die Basis bilden Maßnahmen zur Ernährungsumstellung, Bewegungsförderung sowie Verhaltenstherapie und psychologische Unterstützung. Je nach Schweregrad und Befund können operative Eingriffe oder medikamentöse Therapien ergänzend eingesetzt werden.
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In diesem Bereich erweitern sich die Optionen: Seit dem 1. September 2026 ist der Wirkstoff Semaglutid in Deutschland als Wegovy-Tablette in Apotheken erhältlich, nachdem das Präparat zuvor als Spritze verfügbar war.
Die Ärztin Sigrid Lochmann betonte, dass GLP-1-Mittel eine mögliche Ergänzung bei Adipositas darstellen könnten, die Basis der Behandlung jedoch weiterhin in Ernährung und Bewegung bestehe. Zudem seien die Langzeitwirkungen der Präparate noch nicht ausreichend erforscht.
