Weihnachtsgeschenke, Verbraucher

Weihnachtsgeschenke: Verbraucher planen im Schnitt nur 262 Euro pro Kopf

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 06:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Verbraucherstimmung steigt, wÀhrend Haushalte weiter sparen und HÀndler mehrheitlich mit einem schwÀcheren WeihnachtsgeschÀft rechnen.
Ein schlichtes Sparschwein auf einem Holztisch bei sanftem Lichteinfall, das die ZurĂŒckhaltung beim privaten Konsum symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland zeigt im SpÀtherbst 2026 Anzeichen einer leichten Erholung, bleibt jedoch in zentralen Bereichen von Vorsicht geprÀgt.

Wie das Handelsblatt Research Institute im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) in seinem am 2. November 2026 veröffentlichten Konsumbarometer ermittelte, stieg der Index fĂŒr die Verbraucherstimmung auf 94,64 Punkte. Dies entspricht einem Zuwachs von 2,25 Punkten im Vergleich zum Vormonat.

Gleichzeitig fiel der Sparindex um 0,95 Punkte auf einen Stand von 109,98 ZĂ€hlern. Da ein niedrigerer Wert in der Erhebungsmethodik eine höhere Sparneigung signalisiert, planen die privaten Haushalte parallel zu einer leichten Stimmungsaufhellung weiterhin vermehrt RĂŒcklagen zu bilden.

Leichte Erholung der Anschaffungsneigung bei hoher Vorsicht

Das monatlich auf Basis einer Befragung von 1.600 Personen erstellte Barometer fungiert als Trendindikator fĂŒr die kommenden drei Monate. Die Anschaffungsneigung der BĂŒrger legte dabei von 84,15 auf 86,40 Punkte zu, verharrt jedoch um 0,99 Punkte unter dem Niveau vom November 2025. Obwohl sich die KonsumzurĂŒckhaltung schrittweise abschwĂ€cht, bleibt das Konsumklima insgesamt unter dem Vorjahreswert.

Gleichzeitig verzeichneten die Zukunftserwartungen spĂŒrbare Gewinne. Die Konjunkturerwartung kletterte um 2,83 ZĂ€hler auf 79,80 Punkte. Auch die Einkommenserwartung verbesserte sich gegenĂŒber dem Vormonat um 0,94 Punkte auf 98,22 Punkte und lag damit um 2,49 ZĂ€hler ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats.

Zu dieser finanziellen Entlastung trĂ€gt unter anderem die befristete Reduzierung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel bei, die bis zum Jahresende einen Nachlass von 14 Cent je Liter zuzĂŒglich eines Mehrwertsteuereffekts von etwa 3 Cent umfasst.

GedĂ€mpfte Aussichten fĂŒr das WeihnachtsgeschĂ€ft

Trotz der gestiegenen Kauflaune sieht der HDE im privaten Konsum vorerst keinen dynamischen Wachstumstreiber. Die anhaltende Neigung, Geld zurĂŒckzulegen, könnte insbesondere das anstehende JahresendgeschĂ€ft belasten.

Eine vom Verband durchgefĂŒhrte YouGov-Umfrage unter knapp 2.100 Personen ab 18 Jahren aus der Zeit vom 13. bis 15. Oktober 2026 beziffert die geplanten Ausgaben fĂŒr Weihnachtsgeschenke auf durchschnittlich 262 Euro pro Kopf. Im Vorjahr 2025 waren es noch 263 Euro gewesen, wĂ€hrend der Wert in den Jahren 2023 und 2024 jeweils bei knapp 300 Euro gelegen hatte.

Gut die HĂ€lfte der Befragten will gleich viel ausgeben, knapp jeder Vierte plant Einsparungen, und lediglich jeder Zehnte beabsichtigt höhere Ausgaben. Bei den PrĂ€senten fĂŒhren Gutscheine mit 30 Prozent vor Spielwaren mit 27 Prozent, BĂŒchern mit 25 Prozent, Kosmetik mit 23 Prozent, Bekleidung mit 20 Prozent sowie Uhren und Schmuck mit 10 Prozent.

Anzeige

Die Verbraucher planen im Schnitt 262 Euro fĂŒr Weihnachtsgeschenke ein, und 85 Prozent der HĂ€ndler rechnen mit stĂ€rkerer Preisorientierung ihrer Kundschaft. Wer Preispolitik und Gutschein-Strategie jetzt systematisch aufstellt, kann das JahresendgeschĂ€ft trotz gedĂ€mpfter Erwartungen stabilisieren. Unser kostenloser Praxis-Leitfaden bĂŒndelt die konkreten Hebel fĂŒr die letzten Wochen des Jahres. Kostenlosen Praxis-Leitfaden anfordern

Auf Unternehmensseite ĂŒberwiegt Skepsis: In einer HDE-Befragung von 300 Betrieben gaben zwei Drittel an, ein schlechteres WeihnachtsgeschĂ€ft als im Vorjahr zu erwarten; lediglich elf Prozent rechnen mit einem besseren Verlauf. Zudem gehen 85 Prozent der Firmen von einer verstĂ€rkten Preisorientierung der Kundschaft aus.

Der Verband prognostiziert fĂŒr November und Dezember 2026 ein nominales Umsatzplus von 2 Prozent auf 129,2 Milliarden Euro, was real einem Zuwachs von 1 Prozent entspricht. FĂŒr das gesamte Jahr 2026 wird ein Gesamtumsatz von 697,4 Milliarden Euro veranschlagt. Dabei wĂ€chst das Online-Segment voraussichtlich um 4,4 Prozent, wĂ€hrend der stationĂ€re Handel um 1,6 Prozent zulegen dĂŒrfte.

HDE-PrĂ€sident Alexander von Preen verwies darauf, dass die Monate November und Dezember mit rund 130 Milliarden Euro nahezu 20 Prozent des gesamten Jahresumsatzes im Einzelhandel ausmachen. In Branchen wie Spielwaren, BĂŒchern oder Unterhaltungselektronik klettert dieser Anteil auf bis zu 26 Prozent.

Nach einem realen Plus von 0,7 Prozent im ersten Halbjahr 2026 habe sich das dritte Quartal jedoch abgeschwĂ€cht; so meldete das Statistische Bundesamt fĂŒr September einen realen UmsatzrĂŒckgang von 2 Prozent. Laut von Preen stufen zudem 57 Prozent der Non-Food-HĂ€ndler die aktuelle Konsumstimmung schlechter ein als vor einem Jahr, 17 Prozent sogar als deutlich schlechter.

Rahmenbedingungen zwischen Inflation und RĂŒcklagenbildung

Das wirtschaftliche Umfeld liefert gemischte Signale. Nach vorlÀufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate im Oktober bei 2,8 Prozent, nachdem sie zuvor bei 3,3 Prozent gelegen hatte.

Die Arbeitslosenzahl sank Ende Oktober gegenĂŒber September um 40.000 auf 2,96 Millionen, was einer Quote von 6,3 Prozent entspricht, liegt aber um 44.000 ĂŒber dem Niveau des Vorjahres. FĂŒr das Bruttoinlandsprodukt erwarten Bundesregierung und IWF laut HDE ein Wachstum von 1,3 Prozent im Jahr 2026 sowie 1,1 Prozent im Jahr 2027.

Die ZurĂŒckhaltung der Haushalte spiegelt sich auch in makroökonomischen Sparmustern wider. Laut Statistischem Bundesamt betrug die Sparquote der privaten Haushalte im zweiten Quartal 2026 9,6 Prozent des verfĂŒgbaren Einkommens. Der preisbereinigte private Konsum verharrte im selben Quartal mit einem Zuwachs von 0,1 Prozent gegenĂŒber dem Vorquartal und Vorjahr nahezu unverĂ€ndert.

Anzeige

Zwei Drittel der befragten Betriebe erwarten ein schlechteres WeihnachtsgeschĂ€ft als im Vorjahr — doch das Online-Segment soll laut Prognose um 4,4 Prozent wachsen, wĂ€hrend der stationĂ€re Handel nur um 1,6 Prozent zulegt. Wer seine Q4-KanĂ€le jetzt verschiebt, statt nur die Preise zu senken, sichert sich seinen Anteil am Weihnachtsumsatz. 5 Q4-Online-Hebel jetzt abrufen

Eine Umfrage der Postbank vom Anfang Oktober 2026 verdeutlichte zudem den hohen Stellenwert von Sicherheitspolstern: 81 Prozent der BundesbĂŒrger bilden demnach finanzielle RĂŒcklagen, wobei unvorhergesehene Ausgaben und Krisenvorsorge als Hauptmotive dominieren.

Solange existenzielle Risiken im Vordergrund stehen, dĂŒrfte der private Konsum trotz punktueller Verbesserungen von einer spĂŒrbaren Ausgabendisziplin begleitet werden.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70454166 |