Welt-Braille-Tag: Sechs Punkte lassen Blens Traum wahr werden / Die CBM unterstĂŒtzt blinde und sehbehinderte Kinder in den Ă€rmsten Regionen der Welt
30.12.2024 - 11:15:00Wenn Blens Finger im Schulunterricht ĂŒber das Papier gleiten, dann strahlt sie. Das achtjĂ€hrige MĂ€dchen aus Ăthiopien ist blind. Es liest mit den Fingern, indem es die ins Blatt gestanzten Punkte ertastet. 1825 erfand Louis Braille die Blindenschrift. Das fĂŒhlbare Alphabet ersetzt jeden Buchstaben durch eine Kombination aus sechs erhabenen Punkten: eine echte Revolution und fĂŒr blinde Menschen der SchlĂŒssel zu Bildung und Beruf.
Wo Inklusion gelebter Alltag ist
So war es auch bei Blen. Doch das MĂ€dchen hat einen langen Weg hinter sich. Dass mit Blen etwas nicht stimmte, merkte die Mutter, als ihre Tochter zwei Jahre alt war. "Sie zeigte keine Reaktion, wenn man ihr ein Spielzeug gab. Und sie weinte auch nicht, wenn man sie allein lieĂ", erinnert sie sich: "Ich dachte zunĂ€chst, dass sie einfach ein sehr ruhiges Kind ist." Eine Untersuchung ergab schlieĂlich, dass Blen blind ist. Die Diagnose erschĂŒtterte die Familie. Doch damit nicht genug: Ein bewaffneter Konflikt zwang sie, vom Norden des Landes in die Hauptstadt Addis Abeba zu fliehen und alles zurĂŒckzulassen. Blens Wunsch, zur Schule zu gehen, schien ein unerreichbarer Traum. Es fehlte an inklusiven Schulen, und der Familie fehlte es an Geld.
SchlieĂlich erfuhr Blens Mutter von der CBM-geförderten German Church School, die ausschlieĂlich Kinder aus armen Familien und Kinder mit Behinderungen aufnimmt. Dort lernte Blen in einem Spezialkurs die Braille-Schrift. Das MĂ€dchen fĂŒhlt sich wohl an dieser Schule, in der Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen und spielen. Inklusion ist hier tĂ€glich gelebte Praxis. Die German Church School gilt als Modellschule in Ăthiopien, einem Land, in dem es alles andere als selbstverstĂ€ndlich ist, dass Kinder mit und ohne Behinderung Umgang miteinander haben.
Einst auĂen vor, jetzt mitten drin
Blens Mutter stellt jeden Tag aufs Neue fest, wie sehr sich Blen inzwischen verĂ€ndert hat: FrĂŒher war sie eine EinzelgĂ€ngerin, die sich nicht traute, mit anderen Kindern zu spielen. Heute freut sich das MĂ€dchen auf jeden neuen Schultag, hat Freunde gefunden und lernt mit Begeisterung. Die Braille-Schrift hat Blen schon jetzt geholfen, dazuzugehören. Und sie wird ihr auch helfen, einmal ihr Leben in die Hand zu nehmen und ihre TrĂ€ume zu verwirklichen.
Ăber die CBM
Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zĂ€hlt zu den international fĂŒhrenden Organisationen fĂŒr inklusive Entwicklungszusammenarbeit. Sie unterstĂŒtzt Menschen mit Behinderungen in den Ă€rmsten LĂ€ndern der Welt - und das seit mehr als 115 Jahren. Gemeinsam mit ihren lokalen Partnern sorgt sie dafĂŒr, dass sich das Leben von Menschen mit Behinderungen grundlegend und dauerhaft verbessert. Sie leistet medizinische Hilfe und setzt sich fĂŒr gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe ein. Ziel ist eine inklusive Welt, in der Menschen mit und ohne Behinderungen ihre FĂ€higkeiten einbringen können und niemand zurĂŒckgelassen wird. Im vergangenen Jahr förderte die CBM 379 Projekte in 40 LĂ€ndern. Mehr unter www.cbm.de.
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