Weltfrauentag: Wissen 40 Prozent der jungen deutschen Frauen nicht, was eine Aktie ist? Was Eltern fĂŒr die finanzielle Bildung ihrer Töchter tun können
06.03.2025 - 14:49:30Fehlendes Wissen oder fehlendes Selbstvertrauen?
Laut der jĂŒngst vom Deutschen Bankenverband publizierten "Jugendstudie"[1] wissen 40 Prozent der 14 bis 24-jĂ€hrigen Frauen in Deutschland nicht, was eine Aktie ist. Im Bereich der Finanzbildung seien die LĂŒcken bei MĂ€dchen und jungen Frauen "besonders groĂ". Es fĂ€llt auf, dass die befragten jungen MĂ€nner auf die Frage hin, was eine Aktie sei oder wie hoch die Inflationsrate, hĂ€ufiger die richtige Antwort ankreuzten. Gleichzeitig antworteten die jungen Frauen deutlich hĂ€ufiger mit "weiĂ nicht" als die jungen MĂ€nner.
Studien legen nahe, dass hinter diesen Unterschieden nicht nur WissenslĂŒcken stecken, sondern auch fehlendes Selbstvertrauen. In einem Experiment [2] zeigte sich: Steht Frauen die Antwortoption "weiĂ nicht" erst gar nicht zur VerfĂŒgung, entscheiden sie sich ĂŒberproportional hĂ€ufig fĂŒr die richtige Antwort. Dies lĂ€sst darauf schlieĂen, dass Frauen ihre FĂ€higkeiten in Sachen Finanzen unterschĂ€tzen.
"Fehlendes Selbstvertrauen, negative Stereotype, aber auch ein geringeres Budget und weniger AnlĂ€sse zum Ausprobieren tragen zum Gender Gap in der Finanzbildung bei", sagt Petra TrĂ€g. Umso wichtiger ist es, MĂ€dchen frĂŒhzeitig an Finanzthemen heranzufĂŒhren. "Eine frĂŒhe und gezielte Förderung kann MĂ€dchen und jungen Frauen helfen, langfristig mehr Zutrauen in die eigenen finanziellen Entscheidungen zu entwickeln. Dann wissen sie nicht nur, was Aktien sind, sondern trauen sich auch zu, selbst in Unternehmensanteile zu investieren."
Was können Eltern tun, um das Finanzwissen und -verhalten ihrer Töchter zu stÀrken?
In deutschen Haushalten wird ĂŒber "Finanzen" hĂ€ufiger und regelmĂ€Ăiger mit Söhnen gesprochen als mit Töchtern, zeigt eine Studie der Uni Mannheim [3]. Eltern sollten daher auch ihre Töchter bewusst und frĂŒhzeitig an Geldthemen heranfĂŒhren, zum Beispiel indem Sie offen ĂŒber das Familienbudget sprechen: Wie viel kostet der Wocheneinkauf? Warum essen wir nicht hĂ€ufiger auswĂ€rts? Kinder stellen Fragen wie: "Warum bekomme ich diese Turnschuhe nicht?" oder "Warum fahren wir keinen Sportwagen?". Nutzen Sie diese Gelegenheiten, um VerstĂ€ndnis fĂŒr den Wert von Geld zu wecken und fĂŒr bewusste finanzielle Entscheidungen.
> Wer bereits in jungen Jahren lernt, mit Geld umzugehen, entwickelt spÀter eher Interesse und Selbstvertrauen in Finanzdingen.
2. Verantwortung ĂŒbertragen
Ăbertragen Sie Ihren Töchtern finanzielle Verantwortung - ob ĂŒber das eigene Taschengeld, ĂŒber ein wöchentliches Budget fĂŒr kleinere EinkĂ€ufe oder fĂŒr die Realisierung eines gröĂeren Wunsches. Beziehen Sie sie altersgemÀà in Entscheidungen mit ein, zum Beispiel in das Planen und Budgetieren des Familienurlaubs.
> Wichtig ist: Lassen Sie Ihre Kinder Fehler machen, denn aus Fehlern lernen wir besonders gut. Will ihr Nachwuchs das ganze Taschengeld bereits Anfang des Monats verpulvern? Kein Problem. Lassen Sie sich aber auch nicht weichklopfen, wenn am Ende des Monats das Geld fĂŒr einen Herzenswunsch fehlt.
3. Vorbilder finden
Eltern sind wichtige Vorbilder und sollten mit gutem Beispiel voran gehen. Planen Sie Ihre Finanzen aktiv und besprechen sie auch offen mit ihren Töchtern, wie Sie Ihr Geld anlegen. Achten Sie auf die Vorbilder ihrer Töchter aus den (sozialen) Medien, BĂŒchern, Filmen oder dem persönlichen Umfeld. Sprechen Sie ĂŒber realistische Ziele und eine finanziell gesunde Lebensweise.
> Suchen Sie gemeinsam und gezielt nach weiblichen Vorbildern, die Erfolg und finanzielle UnabhÀngigkeit verkörpern, zum Beispiel Unternehmerinnen, Wissenschaftlerinnen, Sportlerinnen.
4. Zur Rundumsicht ermutigen
Ermutigen Sie Ihre Töchter, bei der Berufswahl sowohl persönliche Interessen als auch wirtschaftliche Aspekte zu berĂŒcksichtigen. Was ist erfĂŒllend und zugleich lukrativ? Welche Ausbildungskosten fallen an? Mit welchem Einstiegsgehalt muss ich realistisch rechnen? Was wĂŒnsche ich mir vom Leben? Was sind "Must-haves" und was lediglich "nice to have"?
> Offene GesprĂ€che ĂŒber materielle BedĂŒrfnisse sollten kein Tabu sein. Sie schaffen VerstĂ€ndnis und stĂ€rken das Selbstbewusstsein.
Quellen:
[1] https://bankenverband.de/finanzbildung/jugendstudie-2024-finanzbildung-mit-defiziten
[2] https://ftp.zew.de/pub/zew-docs/dp/dp21015.pdf
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