Razzia gegen internationales Hacker-Netzwerk
18.09.2023 - 15:53:13Im Zusammenhang mit dem internationalen Hacker-Netzwerk «Doppel Spider» hat es Durchsuchungen bei VerdĂ€chtigen in SĂŒddeutschland und der Ukraine gegeben.
Cybercrime-Spezialisten des nordrhein-westfĂ€lischen Landeskriminalamts (LKA) und des US-Secret Service hĂ€tten einen 44-JĂ€hrigen in der Ukraine und einen 45-JĂ€hrigen in SĂŒddeutschland ausfindig gemacht, wie das LKA in DĂŒsseldorf mitteilte.
Der 45-JĂ€hrige aus SĂŒddeutschland werde verdĂ€chtigt, das bei den Cyberattacken erpresste Geld erhalten zu haben. Bei der Aktion in der vergangenen Woche seien die VerdĂ€chtigen auf freiem FuĂ geblieben. Als HauptverdĂ€chtige und Drahtzieher gelten weiterhin zwei Russen.
Das Hacker-Netzwerk soll in Deutschland unter anderem fĂŒr die Erpressung der UniversitĂ€tsklinik DĂŒsseldorf, den Angriff auf die Funke Mediengruppe und weitere namhafter Unternehmen verantwortlich sein. Die VorwĂŒrfe gegen die HaupttĂ€ter lauten: gewerbsmĂ€Ăige, digitale Erpressung und Computersabotage.
Mögliche Verbindungen zu Wagner
Weltweit sollen ĂŒber 600 GeschĂ€digten um teils bis zu zweistellige MillionenbetrĂ€ge erpresst worden sein. Der erste bekannt gewordene Angriff dieser Art richtete sich im Mai 2017 gegen das britische Gesundheitswesen. Er soll von einer VorlĂ€ufergruppe ausgefĂŒhrt worden sein.
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte im MĂ€rz auf BezĂŒge und Verbindungen zum russischen Inlandsgeheimdienst FSB und der paramilitĂ€rischen Söldnertruppe Wagner hingewiesen. Die Vermutung liege nahe, dass die Taten von Russland mindestens geduldet worden seien.
Die beiden HauptverdÀchtigen, die bereits im vergangenen MÀrz genannt wurden, stehen auf der «Most-Wanted»-Fahndungsliste von Europol. Eine Frau, die im MÀrz als dritte VerdÀchtige genannt worden war, sei inzwischen wieder von der Liste entfernt worden. Gegen sie habe sich der Verdacht nicht erhÀrtet.
In Deutschland soll die Gruppe mindestens 37 Institutionen angegriffen und geschÀdigt haben. Von einer Dunkelziffer sei auszugehen, weil es immer noch Unternehmen gebe, die Lösegeld zahlten, ohne die Polizei einzuschalten, hieà es im MÀrz. 13 EU-LÀnder seien betroffen.


