So wenig Wintervögel gezÀhlt wie noch nie
27.01.2026 - 13:14:56Bei einer jĂ€hrlichen ZĂ€hlung des Naturschutzbundes (Nabu) sind in diesem Jahr so wenig Wintervögel gezĂ€hlt worden wie noch nie. Mit im Schnitt 32 gesichteten Vögeln wurden pro Garten oder Park nach Nabu-Angaben noch nie seit Beginn der ZĂ€hlung so wenige gemeldet wie diesmal â im Jahr 2011 waren es im Schnitt 45,8 Vögel.
Das Prinzip der ZĂ€hlung: Freiwillige zĂ€hlen eine Stunde lang in GĂ€rten und Parks die Vögel, die sie beobachten und melden diese Zahlen dem Nabu. Diesmal beteiligten sich bei der Aktion vom 9. bis zum 11. Januar 145.000 Menschen.Â
«Ăber die vielen Jahre "Stunde der Wintervögel" lĂ€sst sich leider ein stetiger AbwĂ€rtstrend beobachten», sagt Naturschutz-Experte Julian Heiermann. «Damit reihen sich auch hĂ€ufige Arten, wie Amseln, Meisen, Finken und Spatzen in den zunehmenden Schwund der VogelbestĂ€nde ein, wenn es auch hier nicht so dramatisch abwĂ€rts geht, wie das bei den Agrarvögeln der Fall ist.»
Die Statistik hat TĂŒcken
Allerdings sind die Ergebnisse der ZĂ€hlung mit Vorsicht zu genieĂen, da verschiedenste Faktoren das Ergebnis verzerren können. So erklĂ€rt der Nabu selbst, dass aufgrund der KĂ€ltewelle viele Teiche zugefroren waren und die Wasservögel eher an eisfreie Seen und FlĂŒsse vertrieben. Auch dass etwa der EichelhĂ€her weniger gesehen worden sei, mĂŒsse keinen RĂŒckgang bedeuten, da er möglicherweise genug WintervorrĂ€te in den WĂ€ldern angelegt habe.
Der Statistik-Experte Walter KrĂ€mer von der TU Dortmund hĂ€lt fest: «Eine Stunde VogelzĂ€hlen in der Wintersonne ist gesund und fördert das NaturverstĂ€ndnis, aber bitte ziehen Sie keine vorschnellen SchlĂŒsse auf alle Wintervögel insgesamt.»
In der Nabu-ZĂ€hlung wurde der Haussperling â trotz eines RĂŒckgangs von 15 Prozent â im Vergleich zum Vorjahr bundesweit am hĂ€ufigsten gemeldet. Dahinter belegen Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling die Top-Platzierungen der am meisten gemeldeten Wintervögel.


