Telekom bietet Privatkunden Zugang zu reinem 5G-Mobilfunk
16.10.2024 - 15:02:42Nach den Wettbewerbern O2 und Vodafone bietet nun auch die Deutsche Telekom ihren Privatkunden Zugang zu Mobilfunk, bei dem ausschlieĂlich Technik des neuesten Funkstandards 5G genutzt wird. Bislang laufen die Daten der Telekom-Privatkunden im 5G-Netz auch ĂŒber 4G-Netzelemente, es ist also letztlich eine Hybridversion dieser beiden Technologien. Bis jetzt hatten nur bestimmte Firmenkunden bei der Telekom Zugriff auf 5G Standalone (5G SA), nun wird diese Technologie auch Privatkunden ermöglicht, wie der Konzern in Bonn mitteilte.Â
Das 5G SA-Angebot der Telekom ist zunĂ€chst begrenzt: Es geht um eine Gaming-Zusatzfunktion, die bis Ende April 2025 gratis dazugebucht werden kann. Die Nutzer können auf einer Gaming-Plattform Spiele auswĂ€hlen und diese gut unterwegs oder daheim im Handynetz spielen. «Wir bieten ein ruckelfreies Spiele-Erlebnis ohne jegliche Verzögerung an - fĂŒr Gamerinnen und Gamer ist das ein echter Vorteil», sagt der zustĂ€ndige Telekom-Manager Jochen Spranger. Vorerst können nur Handynutzer zugreifen, die das Smartphone Galaxy S24 Ultra haben. SpĂ€ter sollen weitere Smartphones hinzukommen - laut Telekom «in KĂŒrze».
Derzeit ist das 5G SA-Netz der Telekom nur in bestimmten Teilen Deutschlands zu haben, etwa in den StĂ€dten Bonn, DĂŒsseldorf, Berlin und Stuttgart. Bis Anfang 2025 soll es bundesweit verfĂŒgbar sein. Auf der Telekom-Webseite kann man mit der Eingabe seiner Postleitzahl checken, ob es am Wohnort die auch «5G plus» genannte Technologie gibt.
Konkurrenz bietet 5G SA bundesweit an
Die Wettbewerber O2 und Vodafone bieten schon seit lĂ€ngerem 5G SA fĂŒr Privatkunden an, inzwischen ist diese Funktechnologie in deren Netzen bundesweit verfĂŒgbar. Warum ist die Telekom so spĂ€t dran? «5G SA bringt den allermeisten Kunden bisher nichts, wenn man diese Technologie nicht mit einem konkreten Anwendungsfall und den neuen funktionalen Möglichkeiten verbindet, die 5G SA bietet», sagt Telekom-Experte Spranger. «Das haben wir mit der Gaming-Option nun getan.»
Ăber das «Network-Slicing», bei dem ein Netzsegment gewissermaĂen herausgeschnitten und fĂŒr die Gaming-Funktion zur VerfĂŒgung gestellt wird, bietet die Telekom nach eigenen Angaben eine besonders stabile Latenz (Reaktionszeit). «Dank unserer aufwendig entwickelten FunktionalitĂ€t gibt es nahezu keine Schwankungen mehr, die beim Nutzer trotz "5G SA"-VerfĂŒgbarkeit zu Ruckelverbindungen fĂŒhren können - wir ermöglichen eine gleichbleibend gute Gamingverbindung.»Â
Auf die Frage, warum die Telekom 5G SA nur in dieser begrenzten Gaming-Option anbiete und nicht allen Kunden, wie es die Konkurrenten tun, sagt Spranger: «Weil das den Kundinnen und Kunden aktuell alleine keinen Mehrwert bietet.»
Mit dem Netzwork-Slicing und der dafĂŒr entwickelten FunktionalitĂ€t fĂŒr eine stabil niedrige Latenz seien perspektivisch auch andere AnwendungsfĂ€lle denkbar, sagt Spranger - etwa die UnterstĂŒtzung von Videokonferenzen oder Virtual-Reality-Anwendungen.
Auch Vodafones Deutschlandchef Marcel de Groot hÀlt viel von dem Standalone-5G. «Seit diesem Herbst bringen wir die schnelleren Reaktionszeiten mit 5G-Stationen bundesweit zu allen Handynutzern mit den passenden Smartphones», sagt de Groot. Das erhöhe die QualitÀt bei Onlinespielen und mit entsprechenden Brillen in virtuellen Welten.





