Kritik, Online-MarktplÀtzen

Kritik an Online-MarktplÀtzen - Produktangaben fehlen oft

03.07.2025 - 14:33:03

Wer steckt hinter einem Produkt und ist ansprechbar bei Problemen? Online-Kunden finden darauf oft keine oder nur unvollstÀndige Antworten - obwohl das Gesetz es verlangt.

Kunden großer Online-MarktplĂ€tze wie Amazon, Ebay oder Temu finden laut einer Auswertung hĂ€ufig nicht alle nötigen und gesetzlich vorgeschriebenen Informationen zu einem Produkt. Kontaktdaten von verantwortlichen HĂ€ndlern oder Herstellern fehlten vielfach, auch Sicherheits- und Warnhinweise seien teils unvollstĂ€ndig. Das ergab eine Analyse des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV). Einige Unternehmen wiesen die VorwĂŒrfe zurĂŒck.

Teil der relativ kleinen Stichprobe waren zehn exemplarisch ausgewĂ€hlte Online-MarktplĂ€tze in Deutschland - nĂ€mlich AliExpress, Amazon, Ebay, Kaufland, Media Markt, Otto, Shein, Temu, Wish und Zalando. Vom 20.?MĂ€rz bis 7.?April prĂŒften die VerbraucherschĂŒtzer je drei Produktseiten aus den Kategorien Spielzeug, Elektronik und Kleidung. Das Ergebnis: Keine der 30 Seiten enthielt alle Pflichtangaben.

«Online-MarktplĂ€tze boomen – aber mit dem Wachstum steigt auch die Zahl unsicherer Produkte. Bei Problemen ist oft unklar, wer haftet. Immer wieder fehlen Infos ĂŒber HĂ€ndler oder Hersteller», sagt VZBV-VorstĂ€ndin Ramona Pop. Bei Problemen mĂŒsse es fĂŒr Kundinnen und Kunden möglich sein, die Verantwortlichen zu kontaktieren. «Verbraucher haben ein Recht auf sichere Produkte.» Online-MarktplĂ€tze sind digitale Plattformen, auf denen verschiedene HĂ€ndler ihre Artikel zum Kauf anbieten können. 

Das sagen die Online-MarktplÀtze

Die MÀngel sind bei den Shoppingportalen laut VZBV unterschiedlich ausgeprÀgt. In vielen FÀllen fehlten Telefonnummer oder E-Mail-Adresse des HÀndlers. Auf vielen Seiten war nicht eindeutig erkennbar, welcher Hersteller hinter dem Produkt steht, und ob es sich um den VerkÀufer oder auch um den Hersteller handelt. Teils blieb unklar, ob Warnhinweise nötig wÀren oder nicht. Eine Selbstverpflichtung zur Einhaltung von EU-Recht fehlte mitunter ebenfalls.

Einige Anbieter reagierten auf die Kritik. Otto betonte, man erfĂŒlle «selbstverstĂ€ndlich alle gesetzlichen Informationspflichten». Bei VerstĂ¶ĂŸen wĂŒrden VerkĂ€ufer gesperrt. Kaufland erklĂ€rte, die Bereitstellung von Informationen sowie die Einhaltung rechtlicher Vorschriften habe «hohe PrioritĂ€t». FĂŒr die Darstellung und RechtskonformitĂ€t der Produkte seien jedoch die HĂ€ndler selbst verantwortlich. 

Media Markt will Angaben stĂ€rker prĂŒfen

Die Elektronikkette Media Markt kĂŒndigte an, HĂ€ndlerinformationen kĂŒnftig stĂ€rker zu kontrollieren. Man arbeite kontinuierlich an Verbesserungen im Sinne des Verbraucherschutzes. Ein Sprecher von Zalando sagte, man nehme die Ergebnisse der Untersuchung zum Anlass, die eigenen Prozesse zu ĂŒberprĂŒfen. «Wir begrĂŒĂŸen die BemĂŒhungen um mehr Transparenz fĂŒr Verbraucher im digitalen Raum.» Mehrere Unternehmen beantworteten die Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht. 

Das Gesetz ĂŒber digitale Dienste (DSA) verpflichtet Online-Plattformen seit Februar 2024, bestimmte Sorgfaltspflichten einzuhalten. HĂ€ndler und Hersteller mĂŒssen nachvollziehbar und zentrale Angaben verfĂŒgbar sein.

@ dpa.de