Wero-Betrug: Luxemburger Polizei warnt vor Phishing und falschen Bankanrufen
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 03:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Luxemburger Polizei warnt vor einer Welle betrügerischer E-Mails im Namen der Bezahldienste Payconiq und Wero. Kriminelle nutzen die Einführung des neuen europäischen Zahlungsdienstes Wero als Ersatz für Payconiq gezielt aus, um sensible Bankdaten abzugreifen. Den Strafverfolgungsbehörden wurden bereits mehrere Fälle gemeldet.
Vorgehen der Täter und gefälschte Anrufe
Die betrügerischen Nachrichten fordern die Empfänger auf, über einen beigefügten Link zum neuen Bezahldienst Wero zu wechseln. Nach der Eingabe sensibler Daten auf manipulierten Internetseiten gehen die Angreifer teilweise noch einen Schritt weiter: Laut der Luxemburger Polizei kam es im Anschluss wiederholt zu telefonischen Kontakten. Dabei gaben sich die Anrufer als Mitarbeiter einer Bank oder des Authentifizierungsdienstleisters LuxTrust aus und behaupteten wahrheitswidrig, das betroffene Konto sei gehackt worden oder es lägen verdächtige Transaktionen vor.
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Zudem warnt die Polizei vor sogenanntem Call-ID-Spoofing, bei dem die Anrufer manipulierte Telefonnummern anzeigen lassen, um Vertrauen zu erwecken. In einzelnen Fällen kündigten die Täter gegenüber den Betroffenen sogar an, deren Bankkarte persönlich an der Wohnadresse abzuholen.
Die Ermittler raten dringend dazu, keine Links oder QR-Codes aus unerwarteten Nachrichten zu öffnen und keine Bankdaten einzugeben. Kreditinstitute sollten bei Unklarheiten ausschließlich über offizielle Kontaktdaten kontaktiert werden. Bei einem Verdacht auf Betrug sollten Karten umgehend gesperrt und Anzeige bei der Polizei erstattet werden.
Phishing-Welle zielt auf weitere Luxemburger Institutionen
Die betrügerischen Aktivitäten beschränken sich im Großherzogtum nicht allein auf Bezahldienste. Auch die Nationale Rentenversicherung Luxemburgs (CNAP) warnt vor Phishing-Angriffen per SMS. Dabei leiten Kriminelle ihre Opfer über Links auf gefälschte Internetseiten weiter, um an Bankdaten zu gelangen. Die CNAP verweist in diesem Zusammenhang auf ihre offizielle Webadresse www.cnap.public.lu.
Nach Angaben der Rentenversicherung werden zudem die Webseiten des Centre commun de la sécurité sociale (CSS), der Caisse nationale de santé (CNS) sowie von Luxtrust für Phishing-Zwecke nachgeahmt, um Zugangsdaten abzugreifen. Weiterführende Hinweise stellt die CNS auf ihrer Internetseite im Informationsbereich über Betrugsversuche per Telefon, SMS und E-Mail zur Verfügung.
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Millionenschäden durch Betrug im Zahlungsverkehr
Phishing-Angriffe verursachen im europäischen Finanzsektor regelmäßig hohe Verluste. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank führten betrügerische Zahlungsvorgänge in Deutschland im Jahr 2025 zu einem Gesamtschaden von mehr als 580 Mio. Euro bei rund 1,8 Mio. registrierten betrügerischen Transaktionen.
Um Verbraucher für derartige Gefahren zu sensibilisieren, starteten Unternehmen und öffentliche Institutionen am 10. Oktober 2026 die bundesweite Aufklärungsinitiative Machen wir Phishen Impossible unter der Schirmherrschaft der Deutschen Bundesbank und des Bundesministeriums der Finanzen.
Die auf rund einen Monat angelegte Kampagne, die unter anderem vom Telekommunikationsanbieter Vodafone unterstützt wird, konzentriert sich auf soziale Netzwerke sowie eine zentrale Informationsseite.
