West-Nil-Virus, Europa

West-Nil-FĂ€lle in Europa: Italien meldet die meisten Infektionen

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 04:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

In Europa sind seit dem FrĂŒhjahr 1.569 Menschen durch lokal ĂŒbertragene West-Nil-Viren erkrankt. Italien verzeichnet mit 696 FĂ€llen die meisten Infektionen, Deutschland meldet vier FĂ€lle.

  • Eine MĂŒcke saugt Blut aus der Haut. (Archivbild) - Bild: Andreas Lander/dpa-Zentralbild/dpa
    Eine MĂŒcke saugt Blut aus der Haut. (Archivbild) - Bild: Andreas Lander/dpa-Zentralbild/dpa
  • Das West-Nil-Virus unter dem Elektronenmikroskop. (Archivbild) - Bild: Cynthia Goldsmith/CENTERS FOR DISEASE CONTROL/EPA/dpa
    Das West-Nil-Virus unter dem Elektronenmikroskop. (Archivbild) - Bild: Cynthia Goldsmith/CENTERS FOR DISEASE CONTROL/EPA/dpa
Eine MĂŒcke saugt Blut aus der Haut. (Archivbild) - Bild: Andreas Lander/dpa-Zentralbild/dpa Das West-Nil-Virus unter dem Elektronenmikroskop. (Archivbild) - Bild: Cynthia Goldsmith/CENTERS FOR DISEASE CONTROL/EPA/dpa

In Europa sind seit dem FrĂŒhjahr 1.569 lokal erworbene West-Nil-FĂ€lle registriert worden, deutlich mehr als in mehreren vollstĂ€ndigen Vorjahren.

Italien besonders stark betroffen

Nach Angaben des EuropĂ€ischen Zentrums fĂŒr die PrĂ€vention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mit Stand 23. September entfielen 696 FĂ€lle auf Italien. Dahinter lagen Griechenland mit 355, Spanien mit 125, Frankreich mit 102, RumĂ€nien mit 91, Nordmazedonien mit 69 und Serbien mit 46 FĂ€llen.

AuffĂ€llig ist zudem eine HĂ€ufung von 28 FĂ€llen in den Niederlanden. In Italien sind die Infektionen nahezu ĂŒber das gesamte Land verteilt, mit Schwerpunkten im Raum Rom, Padua und Mailand.

Vier FĂ€lle in Deutschland

In Deutschland wurden vier FĂ€lle gelistet. Sie traten im Rhein-Pfalz-Kreis, in Leipzig sowie in Berlin auf, wo zwei Infektionen registriert wurden.

In Spanien konzentrieren sich die FĂ€lle nach ECDC-Angaben auf die sĂŒdwestliche Region Extremadura und den westlichen Teil Andalusiens. Mit Stand 3. September waren der Behörde 61 TodesfĂ€lle gemeldet, davon 49 in Italien und Griechenland.

Deutlich mehr FĂ€lle als in Vorjahren

Im Gesamtjahr 2025 registrierte das ECDC 1.112 FÀlle, 2024 waren es 1.436. Auch 2022 wurden mit 1.339 FÀllen vergleichsweise viele Infektionen dokumentiert. Der bisherige Höchststand wurde 2018 mit 2.083 FÀllen erreicht.

Übertragung durch StechmĂŒcken

Das West-Nil-Virus wird hauptsĂ€chlich zwischen wildlebenden Vögeln und StechmĂŒcken ĂŒbertragen. MĂŒcken können jedoch auch Menschen und andere SĂ€ugetiere infizieren.

Etwa 20 Prozent der Infizierten entwickeln West-Nil-Fieber, eine fieberhafte, grippeÀhnliche Erkrankung. Rund jeder 100. Infizierte erkrankt schwer. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts heilt die Erkrankung meist komplikationslos aus; bei schweren VerlÀufen sind SpÀtfolgen jedoch relativ hÀufig.

Warum die Zahlen in Europa steigen

West-Nil-Viren zirkulieren in einem Übertragungszyklus zwischen wildlebenden Vögeln und StechmĂŒcken. Menschen und andere SĂ€ugetiere gelten dabei als Fehlwirte: Sie können erkranken, tragen aber in der Regel nicht wesentlich zur weiteren Verbreitung bei. Das erklĂ€rt, warum regionale MĂŒcken- und Vogelpopulationen fĂŒr das Infektionsgeschehen entscheidender sind als zwischenmenschliche Kontakte.

Die europĂ€ischen Fallzahlen schwanken von Jahr zu Jahr deutlich. Die aktuellen 1.569 lokal erworbenen Erkrankungen liegen bereits ĂŒber den Gesamtzahlen der Jahre 2025, 2024 und 2022, bleiben aber unter dem Rekord von 2.083 FĂ€llen im Jahr 2018. Besonders stark betroffen sind Italien und Griechenland; Deutschland weist mit vier FĂ€llen bislang eine deutlich kleinere Zahl auf.

Was das fĂŒr Deutschland bedeutet

FĂŒr die Bevölkerung in Deutschland ist das Risiko regional begrenzt, aber nicht ausgeschlossen. Die gemeldeten FĂ€lle im Rhein-Pfalz-Kreis, in Leipzig und Berlin zeigen, dass lokale Übertragungen auch hier auftreten können. Etwa vier von fĂŒnf Infektionen verlaufen ohne West-Nil-Fieber; schwere VerlĂ€ufe sind selten, betreffen aber vor allem das Nervensystem und können SpĂ€tfolgen hinterlassen.

Die Bedeutung der Meldung liegt daher weniger in einer flĂ€chendeckenden Gefahr als in der zunehmenden Aufmerksamkeit fĂŒr ein Virus, das durch MĂŒcken ĂŒbertragen wird. Schutzmaßnahmen richten sich vor allem auf das Vermeiden von MĂŒckenstichen, etwa durch lange Kleidung, Repellents und geschlossene Fenster mit Insektenschutz.

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