WhatsApp-Abstimmungsmasche, Meldungen

WhatsApp-Abstimmungsmasche: Über 50 Meldungen beim Schweizer Bacs im Oktober

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 02:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Schweizer Bacs registrierte im Oktober über 50 Hinweise; Behörden raten, Codes und QR-Verknüpfungen nicht weiterzugeben.
Eine schattige, leere Flurszene mit einer geschlossenen Tür, die eine Atmosphäre von Vorsicht und Geheimhaltung vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Internationale Sicherheitsbehörden warnen vor wachsenden Risiken bei der Nutzung von Smartphones und schlagen wegen raffinierter Betrugsmaschen über den Messenger-Dienst WhatsApp Alarm. Kriminelle versuchen demnach mit manipulierten Abstimmungsaufrufen, Konten zu kapern, um im Namen der Opfer Kontakte finanziell zu schädigen.

Kriminelle locken mit fingierten Abstimmungen

Wie aus einem Bericht von blick.ch hervorgeht, verzeichnete das Schweizer Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) im Oktober über 50 Meldungen zu einer sogenannten WhatsApp-Abstimmungsmasche. Viele dieser Hinweise seien nach bereits erfolgreichen Angriffen eingegangen.

Bei dem Vorgehen, das dem Amt bereits seit Mai bekannt ist und im September ebenfalls gemeldet wurde, ködern Täter mit angeblichen Wettbewerbsteilnahmen. Wurde im Frühjahr noch der Name „Sofia“ genutzt, tritt die Masche nun unter dem Namen „Sophie“ auf.

Opfer werden auf gefälschte Internetseiten geleitet, auf denen sie ihre Mobiltelefonnummer und einen sechsstelligen Verifizierungscode eingeben oder einen QR-Code einscannen sollen. Die Angreifer übernehmen so das Konto, lesen bestehende Chats mit und versenden Betrugsnachrichten an das gesamte Adressbuch.

Ähnliche Fälle beschäftigen die Behörden in weiteren europäischen Ländern. In Spanien warnte die Policía Nacional vor einer Masche rund um eine angebliche Abstimmung für ein Mädchen namens Eliska und einen kostenlosen Tanzkurs.

Über einen Link werden Mobilnummer und SMS-Bestätigungscode abgefragt, mit denen Kriminelle ihr eigenes Gerät verknüpfen. Auch in Frankreich meldete die Gendarmerie départementale de Maine-et-Loire betrügerische Abstimmungen unter Verwendung der Namen „Sophie“, die angeblich an einem Stipendienwettbewerb teilnehme, oder „Eliska“.

Die Police nationale de Dordogne wies darauf hin, dass die betrügerischen Nachrichten häufig von bereits übernommenen Konten vertrauenswürdiger Kontakte stammen. Eine Warnung vor manipulierten Abstimmungsbitten für angebliche Töchter von Freunden gab zudem die portugiesische GNR heraus.

Masche des Ghost Pairing führt zu finanziellen Schäden

Neben der Abfrage von SMS-Codes nutzen Täter zunehmend das sogenannte Ghost Pairing. Die Polizei warnt vor dieser Methode, bei der Kriminelle ihre eigenen Geräte über gefälschte Verlinkungen oder QR-Codes unbemerkt mit fremden WhatsApp-Konten verknüpfen.

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Anschließend bitten sie die Kontakte der Betroffenen um finanzielle Hilfe. Zu einem solchen Vorfall kam es im Landkreis Neustadt an der Waldnaab: Ein 26-Jähriger überwies nach einer Nachricht über das gekaperte Konto eines Bekannten einen hohen dreistelligen Betrag und erstattete Anzeige.

Auch die Nationale Cybersicherheitsagentur Aserbaidschans registrierte neue Fälle von gehackten WhatsApp- sowie WhatsApp-Business-Profilen.

Empfohlene Schutzmaßnahmen der Behörden

Die Sicherheitsbehörden raten dringend dazu, niemals sechsstellige SMS-Codes, Geräteverknüpfungscodes oder persönliche Sicherheits-PINs an Dritte weiterzugeben. Ebenso sollten Nutzer keine fremden QR-Codes scannen oder verdächtige Links öffnen. Während Meta seit März bei verdächtigen Verknüpfungen per QR-Code warnt, erfolgt dies bei SMS-Codes nicht.

Zur Absicherung empfehlen Experten die Aktivierung der zweistufigen Verifizierung per PIN. Die aserbaidschanische Agentur wies jedoch darauf hin, dass eine nachträglich aktivierte Zwei-Faktor-Authentifizierung bestehende, unbefugte Zugriffe nicht automatisch trennt. Nutzer sollten daher regelmäßig im Menü von WhatsApp den Bereich verknüpfter Geräte prüfen und unbekannte Sitzungen sofort beenden.

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Kommt es dennoch zu einer Kontoübernahme, sollten Betroffene ihr Umfeld warnen, Anzeige erstatten und Beweise sichern. Wurden bereits Geldbeträge transferiert, ist umgehend die zuständige Bank zu kontaktieren.

In Frankreich können Betroffene zudem die Plattform Ma Sécurité nutzen. Unabhängig von digitalen Konten betonen Behörden zudem die physische Gerätesicherheit, da der Verlust eines Mobiltelefons auch sensible Zugänge zum Online-Banking gefährden kann.

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